Die Bundesregierung will das Henne-Ei-Problem bei der Elektromobilität mit einem Förderprogramm für den Ausbau der Ladeinfrastruktur beseitigen. 300 Millionen Euro werden jetzt bereitgestellt, um den Bestand an öffentlich zugänglichen Ladepunkten etwa zu verdoppeln. Besonders erfreulich ist eine der wesentlichen Bedingungen: Dort darf nur Ökostrom fließen.

Elektromobilität nimmt Fahrt auf

Wie wir bereits im Dezember letzten Jahres berichtet hatten, nimmt der gesamte Themenkomplex Elektromobilität nun mit hoher Energie Fahrt auf. Die Anzeichen mehren sich, dass die von der Bundesregierung geplante Phase des Markthochlaufs nun tatsächlich Realität wird.

Vor allem bei den noch in diesem Jahr verfügbaren elektrischen Modellen der Automobilhersteller tut sich einiges. Jüngstes Beispiel: Der neue Opel Ampera-e stößt auf erhebliches Interesse.

Noch aber hinkt der Ausbau der Ladeinfrastruktur nach Meinung vieler Beobachter hinterher. Kein Wunder bei Installationskosten von 10.000 bis 20.000 Euro pro AC-Ladestation – je nach technischer Ausstattung.

Ladeinfrastruktur vor allem in der Fläche mangelhaft

Probleme mit der Auslastung, Probleme mit dem Geschäftsmodell – das sind Faktoren, die die Aufsteller und Betreiber von Ladesäulen, zumeist die bekannten Energieversorger, nicht gerade ermutigen, den Ausbau zu beschleunigen. Dass dieser absolut notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen. Insgesamt gibt es im Februar 2017 in Deutschland 17.900 Ladepunkte an 6.300 Stationen, immerhin 50% mehr als vor einem Jahr. Zum Vergleich: Tankstellen für fossile Brennstoffe gibt es noch etwas mehr als 14.000 in Deutschland. Und dort stehen bekanntlich ungleich mehr „Ladepunkte“ in Form von Zapfsäulen, die zudem in 5 Minuten die benötigte Energie liefern.

Vor allem in zwei Problemfeldern besteht dringender Handlungsbedarf: Zum einen der Ausbau der Infrastruktur für das Laden mit hoher Energie, so genannte Schnellladestationen, an denen Fahrzeuge in 30 Minuten Energie für 100 bis 200 Kilometer Reichweite laden können. Und zum anderen die Versorgung mit Ladestationen in der Fläche. Denn in den urbanen Zentren wurde in den letzten Jahren einiges erreicht, wohingegen es um die Versorgung in der Fläche nicht so gut bestellt ist. Diese ist aber gerade in Bezug auf Überlandfahrten dringend erforderlich.

Beispiele aus der Praxis zeigen dies überdeutlich. Wie groß die Löcher im Netz dort klaffen, hat zum Beispiel neulich der Chefredakteur des elektromobilen Branchendienstes Electrive am eigenen Leib erfahren. Über seine frustrierenden Erfahrungen bei einer Fahrt mit einem nicht so reichweitenstarken BMW i3 von Berlin nach Skandinavien hat er einen äußerst lesenswerten Bericht verfasst.

Flexible Modelle für das Aufladen von E-Autos sind im Kommen

Energiedienst baut das eigene Netz der Ladestationen in Südbaden seit einiger Zeit kontinuierlich aus: Dazu gehören bereits rund 90 Schnellladesäulen mit 2 x 22 kW. Laufend wird ausgebaut und modernisiert. Jeweils zwei Elektrofahrzeuge können gleichzeitig an diesen Säulen aufgeladen werden. Nutzer können spontan mit bestimmten Kreditkarten bezahlen oder feste Preismodelle bis hin zur Lade-Flatrate wählen.

Energiedienst bietet seinen Kunden auch Wallboxen für das eigene Zuhause an. Diese lassen sich entweder nur für den Eigenbedarf nutzen oder auch anderen E-Auto-Besitzern zur Verfügung stellen. Ein Online-Konfigurator hilft beim Finden der passenden Lösung.

Bundesregierung legt neues Förderprogramm auf

Es muss also viel passieren, und es passiert nicht von allein. Das hat auch die Bundesregierung erkannt, die die Elektrifizierung der Mobilität aus klimapolitischen Gründen unbedingt ausbauen will. Denn etwa 25% der klimaschädlichen CO2-Emissionen werden durch den Verkehr verursacht. Aus diesem Grund hat Alexander Dobrindt, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, in dieser Woche den Startschuss für ein neues Förderprogramm zum Ausbau der Ladeinfrastruktur verkündet. Insgesamt stehen 300 Millionen Euro zur Verfügung, mit denen 15.000 Ladestationen bundesweit entstehen sollen. Das wäre also nahezu eine Verdopplung der bisherigen Zahl.

200 Millionen stehen dabei für Schnellladestationen zur Verfügung und 100 Millionen für Normalladestationen. Die Förderung umfasst neben der Errichtung der Ladesäule auch den Netzanschluss und die Montage. Voraussetzung für die Förderung ist unter anderem, dass die Ladesäulen öffentlich zugänglich sind, eine einfache Zugangsmöglichkeit für alle bieten und mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden. Bis zu 60% der Kosten werden vom Bund gefördert.

Inzwischen hat sich ein großer deutscher Energieversorger zum Thema gemeldet und angekündigt, im Rahmen dieses Programms 250 Ladestationen neu zu errichten. Vor allem im ländlichen Raum wolle man aktiv werden und befinde sich daher auch auf der Suche nach lokalen Betreibern, meint: Stadtwerke. Interessant an der Meldung ist eine dort genannte Zahl, die zunächst gut klingt, aber bei näherer Betrachtung ein auf die angesprochenen Probleme mit dem Geschäftsmodell wirft. So betreibt dieser Energieversorger nach eigenen Angaben in Dänemark 2.500 Stationen, an denen 2016 insgesamt 300.000 Ladevorgänge stattgefunden haben sollen. Klingt viel, pro Station wären das aber im Durchschnitt nur 120 Ladevorgänge. Wenn man einen Ladevorgang (großzügig) mit 4 Stunden Ladezeit ansetzt, dann kommt man rechnerisch trotzdem nur auf eine Auslastung von etwas mehr als 5 Prozent pro Säule. Dieser Wert schrumpft weiter, denn an den allermeisten Stationen befinden sich ja zumindest zwei Ladepunkte. Es erscheint also plausibel, dass man mit Ladeinfrastruktur aktuell nicht wirklich Geld verdienen kann.

Deshalb ist eine staatliche Förderung des Ausbaus der Ladeinfrastruktur in den jetzt avisierten Dimensionen absolut notwendig, damit die in Kürze verfügbaren Modelle, die eine ordentliche Reichweite (300 bis 400 km) zu vertretbaren Anschaffungspreisen (30.000 bis 40.000 Euro) versprechen, auch wirklich genutzt werden können. Zwar werden viele Besitzer von Elektroautos vor allem zuhause laden, aber die klassische Überlandfahrt muss mit einem Netz von Schnellladestationen abgesichert werden. Sonst werden auch diese Modelle zu Ladenhütern.

 

Energiedienst baut das Netz öffentlicher Ladestationen kontinuierlich aus (Übersicht). Die Naturenergie-Wallbox für zuhause können Nutzer entweder exklusiv für sich allein nutzen oder als Teil der Community gleichzeitig als öffentlichen Ladepunkt anderen Elektromobilisten anbieten. Zudem sind eine Ladestrom-Flatrate und ein Elektrofahrzeug zum Kauf oder zur Miete im Angebot (PDF).

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