Mittlerweile schon wieder zurück in der Heimat, bin ich sehr froh, dass ich bei dem Auslandsaufenthalt dabei sein durfte. Denn wie ich erfahren habe, ist es nur sehr wenigen Auszubildenden in Deutschland vergönnt, Erfahrungen im Ausland zu sammeln.

Obwohl ich mit 21 Jahren nicht zu den jüngsten in unserer Reisegruppe gehörte, war es für mich das erste Mal, dass ich so lange von Zuhause weg war. Zumindest ohne ein vertrautes Gesicht. Daher war ich anfangs auch sehr nervös, denn vier Wochen können sehr lange sein, falls ich mich nicht wohl fühlen sollte.

Aber diese Bedenken haben sich schnell aufgelöst, als meine Gastmutter Shelley mich nach unserer langen Anreise sehr herzlich in Empfang nahm.

Gruppenfoto-in-der-Sprachschule

Gruppenfoto in der Sprachschule

Die erste Woche Sprachschule war toll, um die anderen Teilnehmer und die Umgebung kennenzulernen. Der Unterricht war sehr einfach, aber genau das richtige zur Vorbereitung auf unsere Praktika: Vokabeln und Grammatik, alles wurde noch einmal aufgefrischt.

Auch die britischen Umgangsformen waren ein Thema: es ist ausgesprochen wichtig, immer sehr höflich zu sein, auch wenn es uns Deutschen teilweise etwas übertrieben vorkam.

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Unterricht in der Sprachschule

Die erste Zeit in England verging auch sehr schnell, da es so viel zu sehen und zu unternehmen gab in Plymouth.

An regnerischen Tagen haben wir alle Pubs in der Umgebung ausgekundschaftet und wenn die Sonne schien, lockten die Küste und „The Plymouth Hoe“.

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Küste am Plymouth Hoe

 

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The Plymouth Hoe

Plymouth bietet durchaus mehr, als eine schöne Küste. Es gibt viele Museen und eines der größten Aquarien in ganz Europa. Und da Plymouth eine der zehn größten Universitäten von England hat, ist hier für Studenten und Schüler vieles umsonst oder vergünstigt.

In der zweiten Woche begannen für uns alle die Praktika:
Ich hatte großes Glück bei Tellus arbeiten zu dürfen. Die Tellus Group Ltd ist ein Unternehmen mit Hauptsitz in England und Zweigstellen in Spanien, Polen, Italien und anderen europäischen Ländern. Das Unternehmen vermittelt und organisiert Auslandsaufenthalte für Einzelne oder Gruppen. Je nach Alter und Sprachlevel der Teilnehmer werden von Tellus Sprachkurse, Praktika, Gastfamilien und Freizeitprogramme angeboten. Die Agentur hat übrigens auch meine Gruppe vermittelt.

Während meines Praktikums konnte ich also hinter die Kulissen schauen und erfahren, wie so ein Auslandsaufenthalt organisiert wird.

In den drei Wochen meines Praktikums arbeitete ich in der Workplacement-Abteilung. Aufgabe dieser Abteilung ist es, für die Teilnehmer der Auslandsreisen eine Gastfamilie bzw. eine sonstige gewünschte Unterkunft zu organisieren. Die Mitarbeiter dieser Abteilung vermitteln auch passende Praktikumsplätze, wenn dies gewünscht ist.

Für die dazu benötigten Informationen müssen sich Teilnehmer rechtzeitig vor Ihrer Ankunft im Online-Portal von Tellus registrieren und einen Fragebogen ausfüllen.

Passend zu diesen Angaben werden dann Firmen aus der Kartei von Tellus angeschrieben. Die Schwierigkeit dabei ist, dass die meisten Bewerber sehr qualifiziert sind, aufgrund ihrer Englisch-Kenntnisse aber natürlich nicht in derselben Position arbeiten können, wie in ihrem Heimatland.

Aufgabe von Tellus ist, auch in solchen Fällen eine bestmögliche Lösung für alle Beteiligten zu finden. Dazu gehört, für individuelle Praktikumswünsche neue Firmen für die Kartei zu finden.

Das war eine meiner Aufgaben: Ich habe im Branchenverzeichnis von Plymouth entsprechende Unternehmen ausgesucht und diese entweder angerufen oder per Mail über die Tellus Group und mein Anliegen informiert. Über eine Zusage habe ich mich immer besonders gefreut, denn ich konnte so einem anderen Teilnehmer seinen besonderen Praktikumswunsch erfüllen.

Feierabend

Feierabendtreffen am Meer!

Was ich bisher in meiner Ausbildung gelernt habe, konnte ich auch sonst wunderbar einsetzen. Vom ersten Tag an arbeitete ich in der Verwaltung mit und half überall aus.

Was mir aber besonders gefallen hat ist, dass wir jeden einzelnen Praktikanten an seinem Arbeitsplatz besucht haben. Vor Ort wurde mit jedem Praktikanten ein Interview mit Fragen rund um den gesamten Aufenthalt geführt. Das war eine tolle Möglichkeit, um aus dem Büro herauszukommen und natürlich sehr wichtig, um festzustellen ob jeder Praktikant glücklich ist oder ob es irgendwelche Probleme gibt. So habe ich natürlich auch jeden Azubi aus meiner Gruppe besucht und gesehen was meine Kollegen den ganzen Tag so machen.

Den Praktikanten von anderen Gruppen haben wir nicht erzählt, dass ich auch „nur eine Praktikantin“ bin. So konnte ich selbstständig Interviews führen und meine sprachlichen Fähigkeiten testen. Das hat mir ganz schön viel Selbstvertrauen eingebracht.

Praktikum

Ich und das Work Placement-Department

Was ich auch erfahren habe, sind die unterschiedlichen Arbeitweisen in Deutschland und England. In England ist alles etwas lockerer und gemächlicher, als in Deutschland. So ein Wort wie „Prozessoptimierung“ würde hier niemand in den Mund nehmen. Ganz oben steht die Zufriedenheit mit den eigenen Aufgaben und vor allem Abwechslung.

Es ist außerdem ganz normal, regelmäßig seinen Job zu wechseln. Eine Kollegin, die mir bei Tellus gegenüber saß, erzählte mir, sie habe schon 25 Mal den Job gewechselt und sie sei damit keine Ausnahme. Natürlich wird dadurch auch nicht ganz so effektiv gearbeitet, wie ich es von Deutschland gewohnt bin.

Die Unterschiede werden vor allem aber dann deutlich, wenn ich die Beschwerden der deutschen Austauschschüler durchlese. Hier im Büro hat man mir erklärt, dass die deutschen Praktikanten sich ständig darüber beschweren, sie hätten zu wenig zu tun und sie seien nicht genug ausgelastet.

Es gäbe an dieser Stelle noch einiges über kulturelle Gemeinsamkeiten und Unterscheide zu berichten. Aber das ginge zu weit. Was ich abschließend sagen kann ist, dass ich auf jeden Fall um eine Menge Erfahrungen reicher bin und dafür bin ich sehr dankbar.

Englischer-Humor

Britischer Humor: On this spot in 1765 nothing happened.

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