Ein Auslandssemester – prima! Einschreiben, Koffer packen und los. Doch so einfach ist es nicht. Lebenslauf verfassen, Motivation formulieren und notwendige Unterlagen zusammentragen. Und dann musste ich an der DHBW in Lörrach noch einen offiziellen englischen Sprachtest absolvieren.

Wohin wollte ich gehen? In die engere Auswahl kamen Dublin, Paris und Chester. Aufgrund der Erasmus-Förderung fiel meine Wahl auf Chester, im Nordwesten Englands. Chester ist zudem die Partnerstadt von Lörrach, meinem jetzigen Studienort.

Nach dem Absenden meiner Bewerbung musste ich viel Geduld haben, denn es dauerte sehr lange, bis ich die Zusage für den Erasmus-Studienplatz in Chester bekam. Der Stipendiums-Platz beinhaltet nicht nur die Studiengebühren, sondern ich sollte auch eine monatliche Förderung erhalten. Zusätzlich hat Energiedienst meine Flüge bezahlt – vielen Dank für die Unterstützung!

Endlich geht’s los!

Mitte September 2016 kam ich voller Aufregung in meiner Wohnung in Chester an. Gleich am nächsten Tag erforschte ich die Umgebung und das Universitätsgelände.

Die erste Zeit verbrachte ich damit auf „Willkommensveranstaltungen“ zu gehen, bei denen man schnell Kontakte knüpfen konnte. Das half mir beim Einleben und ich fühlte mich schnell wohl.

Ich habe mich einer Gruppe von europäischen Erasmus- Studenten, die aus den Niederlanden, Griechenland, Frankreich, Belgien, Finnland und aus Deutschland kamen, angeschlossen. Da diese Studenten auch ganz neu in Chester waren, saßen wir im gleichen Boot.

Sarah Baumgartner (zweite Reihe unten, 1. Von links) mit den Mitstudenten bei einem gemeinsamen Ausflug nach Liverpool.

Englisches vs. deutsches Studieren

Das Uni-Leben gestaltete sich überraschenderweise anders als an der DHBW.

Der erste große Unterschied war die reine Vorlesungszeit: während ich in Lörrach jeden Tag ca. 5-8 Stunden Vorlesung habe, belegten wir in Chester nur 6 Module à 1-2 Stunden pro Woche.

Allerdings ist der Anteil des Selbststudiums in England um einiges größer. Das bedeutete sehr viel „Alleinarbeit“ und „Texte lesen“. Neben dem Nacharbeiten der Vorlesung war es zusätzlich notwendig sich in die Themen selbständig einzulesen. Nur so war es möglich einen fundierten „Essay“ (dt.: Aufsatz= Prüfungsleistung) zu schreiben.

Dies liegt in der Verantwortung des jeweiligen Studenten. Selbstdisziplin ist hierbei die Voraussetzung. Für mich war das auf jeden Fall eine willkommene Abwechslung zu dem System an der Dualen Hochschule.

So sieht ein typischer Vorlesungssaal an der Business School von Chester aus.

Die englischen Universitäten fördern die „Sports & Societies“ (dt.: Sportmannschaften & Gemeinschaften) sehr stark. Etwas, dass ich von der DHBW nicht kenne. In England ist fast jede Sportart mit einer Unimannschaft vertreten. Zusätzlich gibt es viele verschiedene Gemeinschaften/Gruppen. Hierbei trifft man sich regelmäßig, um beispielsweise auch andere Kulturen besser kennen zu lernen.

Ich spielte zum Beispiel im Tennisteam mit und durfte für die Uni gegen andere Universitäten spielen. So reiste ich unter anderem zu den Unis von Lancaster, Liverpool und Manchester. Spielerisch erlebten wir sowohl Siege, als auch Niederlagen. Da ich im Team sehr gut aufgenommen wurde, hatte ich viel Spaß.

Dieses Foto entstand nach meinem letzten Training mit der Uni-Mannschaft! Es gibt zwei Herrenmannschaften und eine Damenmannschaft.

Mit der Mannschaft hatte ich bis zu fünfmal die Woche Training und meistens ein Spiel pro Woche. Diese fanden immer am Mittwoch statt. Nach den Spielen gingen wir mit der Mannschaft meist zusammen in die Stadt feiern. Dies gehört zu dem (englischen) Studentenleben auf jeden Fall dazu.

Die Uni selbst hat neben der gut organisierten „Sports & Societies“ noch viel mehr zu bieten. Zum Beispiel die renovierte Bibliothek am Hauptcampus, bei der man sich sehr einfach Bücher und Laptops ausleihen kann. Ich war von dem Anwesenheitsprüfungssystem beeindruckt.

Hierzu gab es eine App der Universität, die man sich herunterladen musste. Über die App konnte ich über WLAN, Bluetooth und GPS „mitteilen“, dass ich mich tatsächlich im richtigen Raum befand.

Meine Eindrücke von Chester

Chester selbst ist eine guterhaltene, romanische Stadt. Mich hat sie vom ersten Tag an mit ihrem Charme überzeugt. Es gibt zahlreiche Einkaufsmöglichkeiten, viele Pubs und Clubs, sodass es nie langweilig wird. Die Innenstadt ist von einer begehbaren Stadtmauer umgeben.

Allein schon auf dieser kleinen Tour bekommt man einen guten Überblick von der Stadt. Toll war, dass man in Chester alles zu Fuß erreichen kann.

Auch von der Universität wurden einige Ausflüge organisiert. So sind wir einen Tag durch North Wales gereist oder haben ein Europa League Spiel von Manchester United besucht.

20. Oktober 2016: Manchester United vs. Fenerbahce (4:1)

Weihnachten in Chester

Von November bis Dezember gibt es einen Weihnachtsmarkt in Chester. Die Touristeninformation suchte dafür nach interessierten Studenten, die sich mit dem Verkauf von Souvenirs von Chester etwas dazu verdienen wollten. Ich meldete mich und durfte einige Tage an einem Verkaufsstand arbeiten.

Hier ein Foto von dem Stand in dem ich gearbeitet habe. Dies war eine gute Möglichkeit, um mit vielen Menschen in Kontakt zu kommen.

Kulinarisches

Das Einzige, das in England nicht überzeugt, ist das Essen. „Fish & Chips“ wollte ich natürlich mal essen, aber auf Dauer wurde das wirklich zu eintönig. Grundsätzlich gibt es zu allem „Chips“ als Beilage… selbst zur Lasagne!

Ich war wirklich froh, wenn ich in meiner eigenen Küche selbst kochen konnte.

Traditionell englisch: Fish & Chips…

Chester hat eine sehr gute Lage. Man ist in einer Stunde entweder in Manchester oder auch in Liverpool. Selbst die Verbindung nach London ist gut.

Dementsprechend konnte ich in meiner Freizeit reisen. Ich war mehrmals in Manchester, in London und zum Abschluss noch ein paar Tage in Dublin (Irland).

London Tower Bridge.

Eindrücke aus Dublin.

Alles in allem war das Auslandssemester eine sehr gute Erfahrung für mich! Die drei Monate gingen sehr schnell vorüber und haben wirklich Spaß gemacht. Ich würde die Chance auf jeden Fall wieder ergreifen, mich in ein fremdes Land zu begeben und die dortige Kultur kennen zu lernen.

Auch der Austausch mit Studenten aus ganz Europa hat mir für meine persönliche Entwicklung sehr viel gebracht.

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