Biber sind faszinierende Tiere, die weit mehr können als man zunächst von ihnen denkt. Die auch bei uns in Südbaden vorkommenden Tiere sind wahre Rekordhalter.

 

Was ist ein Biber?

Wir kennen ihn als Maskottchen für eine Baumarktkette oder aus dem Werbefernsehen als Vorbild in Sachen Zähneputzen. Es gibt Biberschwanzziegel für Hausdächer und Biberschwanzsuppe für besondere Geschmäcker. Aber wer ist der Biber wirklich? Und haben Sie schon einen in freier Wildbahn gesehen? Wir schon, Energiedienst hat sozusagen einen Hausbiber! Aber der Reihe nach …

 

Ein Biber, der im Wasser schwimmt, knabbert an einem Ast.

Leibspeise: Äste, Blätter, Rinde

 

Was steht im Lehrbuch?

Der Biber ist ein Säugetier und gehört zur Ordnung der Nagetiere. Viele denken, er sei in etwa so groß wie eine Katze. Mit seinen 90 bis 120 Zentimetern Körperlänge (inkl. Schwanz) geht er größentechnisch aber eher in Richtung „größerer Hund“. Er ist damit auch das zweitgrößte Nagetier der Erde. Übertreffen kann ihn dahingehend nur das südamerikanische Riesenmeerschweinchen Capybara. Das bringt bis zu 90 Kilo auf die Waage und ist vermutlich deshalb auch nicht im Zoohandel erhältlich. Man stelle sich das vor: „Mamaaa, ich will ein Meerschweinchen zum Geburtstag…“

 

Rekordverdächtig!

Die Kennzahlen des Bibers können sich dennoch sehen lassen. Allein seine dentale Potenz ist legendär. Ein einzelnes Tier fällt pro Nacht bis zu 50 Zentimeter dicke Bäume. Als einziges Werkzeug nutzt er dazu seine Zähne. Und da mag die Technik einen gewissen Beitrag zum Erfolg leisten – der Biber knabbert die Form einer Sanduhr in den Stamm – unersetzlich ist aber wie immer: ordentlich Schmackes! Der Mensch schafft mit seinem Kiefer einen Druck von etwa 40 Kilogramm pro Quadratzentimeter. Das ist schon so viel, dass ein Boxer dem anderen behände ein Stück Ohr abkauen kann. Der Biber bringt es auf einen Wert von 240 Kilo! Der weiße Hai hält mit 1,8 Tonnen den Weltrekord. Aber nur seit Tyrannosaurus Rex nicht mehr lebt, der hatte stolze 3 Tonnen aufzubieten. Egal wie: Strecken Sie keinem dieser Tiere ohne triftigen Grund ihren Finger entgegen!

 

Eine Hand hält eine kleine Klappe in einem Zaun offen.

Für barrierefreies Umherwatscheln gibt es am Wasserkraftwerk Laufenburg eine Biberklappe…

Ein Biber läuft auf dem Energiedienst-Gelände in Laufenburg.

…und der Biber nimmt das Angebot gerne an. Dieses Exemplar erkundet die alten Turbinen des Kraftwerks.

 

Fleißig…

Althergebrachte Tugenden vereint der Biber nonchalant in ein und derselben Person. Als fleißiger Baumeister ist er unschlagbar. Nicht selten werden große Bäume in ein Gewässer gefällt und danach eine Behausung darum herum gebaut. Baustopps oder Projektverzögerungen sind beim Biber eher selten zu beklagen. Wäre die Ausschreibung des Berliner Flughafens an die Biber gegangen, wir würden schon längst im Flieger sitzen. Vielleicht mit dem Ziel Kanada! Dort wurde vor Kurzem der weltgrößte Biberdamm entdeckt. Mit 850 Metern ist er länger als das höchste Gebäude der Welt hoch ist. Der Forscher, der den Damm auf einem Satellitenbild entdeckt hat, geht davon aus, dass mehrere Generationen über Jahrzehnte daran gebaut haben.

 

Von einem Biber angenagte Baumstämme liegen auf einem Haufen.

Regelmäßiger Fund an den Rechenanlagen unserer Wasserkraftwerke: Biberholz

 

Treu…

Für den Biber lohnen sich solche langfristigen Investitionen durchaus. Im Gegensatz zu vielen andern Tierarten (inklusive Mensch) lebt der Biber*in sein gesamtes Leben mit ein und demselben Partner*in zusammen. Ein Paar bekommt in der Regel zwei bis drei Junge pro Wurf. Der Nachwuchs ist nach etwa drei Jahren geschlechtsreif und gründet eine eigene Familie. Und –wer hätt‘s gedacht – baut einen eigenen Bau. Übrigens: Wenn den Tieren der Wasserstand nicht genehm ist, bauen sie Dämme, um den Pegel zu erhöhen und konstant zu halten. Dadurch vergrößert sich die Wasseroberfläche und verringert sich die Fließgeschwindigkeit. Mit diesen „Biberteichen“ schafft der Biber wichtigen Lebensraum für viele Pflanzen, Fische, Amphibien, Insekten und Vögel. Sehr fürsorglich!

 

Ein Energiedienst-Mitarbeiter hält einen Biber in einem Köcher.

Sieht martialischer aus, als es ist: Biberrettung in Laufenburg.

 

Gut gekleidet…

Aufgrund seines Lebensraumes am und im Wasser zählt „le castor“, wie die Franzosen sagen, zu den semiaquatischen Tieren. Entsprechend angepasst ist sein Fell an diese Bedingungen. Es ist mit 23.000 Haaren pro Quadratzentimeter sehr dicht und kann zudem eingefettet werden. Wir Menschen haben etwas über 200 Haare auf derselben Fläche zu bieten. Scheuen Sie sich nicht, einmal nachzuzählen. Aufgrund dieser außerordentlichen Qualität wurde bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts Biberfell in Nordamerika sogar als Zahlungsmittel benutzt. Zwölf Felle hatten den Wert eines Gewehrs oder eines Paars Schuhe. Für ein Biberfell konnte man aber schon ein paar Ohrringe bekommen.

 

Top Ausstattung!

Der Biberschwanz in Form einer Kelle als Steuer und Antriebsruder, sowie Schwimmhäute an den Hinterfüßen für besseren Vortrieb im Wasser, qualifizieren das Tier zudem für ein Leben am Wasser. Und für Tauchgänge kann der Biber bis zu 20 Minuten die Luft anhalten! Augen, Nasen und die kleinen Ohren liegen hoch am Kopf auf einer Linie. Beim Schwimmen kann er somit fast vollständig abtauchen und nur den oberen Kopf über Wasser halten. Dadurch kann er Gefahren rechtzeitig wahrnehmen, ohne selbst entdeckt zu werden. Natürliche Feinde des überzeugten Vegetariers sind große Raubvögel oder Füchse.

 

Eine Biberburg liegt auf einer kleinen Insel in der Mitte des Umgehungsgewässers des Wasserkraftwerks Rheinfelden.

Biberburg im Fischaufstiegs- und Laichgewässer des Wasserkraftwerks Rheinfelden

 

Wir haben ihn!

Im Fischaufstiegs- und Laichgewässer des Wasserkraftwerks Rheinfelden kann man eine stetig wachsende Biberburg bestaunen. Der nachtaktive Bewohner hingegen zeigt sich eher selten. Aber einen Besuch ist unser Kraftwerk und seine Umgebung allemal wert. Wir bieten dort sehr unterhaltsame und interessante Führungen an. Schauen Sie vorbei!

 

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