Carsharing hat viele Vorteile für Unternehmen und Privatpersonen: Investitions- und Wartungskosten für ein eigenes Fahrzeug entfallen. Mit der zeit- oder streckenabhängigen Nutzungsgebühr sind oft alle Kosten abgegolten. Schon seit einiger Zeit gibt es in Großstädten eine reichhaltige Auswahl an Angeboten. Mehr Informationen dazu in meinem Artikel Carsharing – Kosten für ein eigenes Auto sparen.

Mit my-e-car haben die Stadtmobil Südbaden und Energiedienst im Dezember 2014 ein Carsharing-Angebot mit umweltfreundlichen E-Autos an den Start gebracht, das seitdem immer weiter ausgebaut wird (hier geht’s zur Übersicht der Standorte). Zudem installieren die Unternehmen immer mehr Ladesäulen in der Region – auf Wunsch auch auf Firmengrundstücken, wo sie zum Besuchermagnet für die Nutzer von E-Autos werden können.

Auch Unternehmen können von Carsharing profitieren

Doch nicht nur das: Unternehmen können mit Carsharing möglicherweise sowohl Zeit als auch Geld sparen. Indem sie ihren Fuhrpark ganz oder teilweise auf Carsharing umstellen, verringern sie den Aufwand für die Anschaffung, Pflege und Verwaltung des eigenen Fuhrparks. Denn der Carsharing-Anbieter, der hier als Partner ins Spiel kommt, kümmert sich dann idealerweise um die Verwaltung des Fuhrparks. Das Unternehmen, das sich für Carsharing entscheidet, wird organisatorisch und finanziell entlastet und kann noch zusätzlich Einnahmen erzielen, indem es Fahrzeuge außerhalb der Mitarbeiter-Dienstzeiten zur Nutzung durch andere Carsharing-Kunden freigibt.

Komplettpakete für Firmen, die Carsharing nutzen möchten

my-e-car bietet derartige Lösungen sowohl für Kommunen als auch für Handel und Gewerbe an. Diese Komplettpakete erleichtern Unternehmen den Einstieg in die Welt des Carsharing. Der Vorteil: Unternehmen müssen sich in diesem Fall nicht selbst um die Abläufe kümmern, die für reibungsloses Carsharing notwendig sind. Dies alles erledigt my-e-car im Hintergrund. Auf der Website des Anbieters finden sich Informationen zu den Lösungen und Tarifen, die sehr deutlich unter den Standard-Tarifen für Privatnutzer liegen können, sowie und Kontaktdaten für eine persönliche Beratung.

Doch wie stellt sich die Situation außerhalb der Region dar? Wo können Unternehmen sich anschließen, wenn es keinen Partner wie my-e-car gibt? Firmen mit einem Pool von Dienstfahrzeugen haben mehrere Möglichkeiten.

Für Bedarfsspitzen: Carsharing als Alternative zum Kauf weiterer Dienstwagen

Wenn die Firmenwagenflotte knapp bemessen ist und es immer wieder Engpässe zu Spitzenzeiten gibt. Da kommen zwei Gedanken gleichzeitig ins Spiel: Mehr Firmenwagen anzuschaffen oder die Nachfrage-Spitzen durch Carsharing-Nutzung ausgleichen. Voraussetzung ist dann, dass ein externer Anbieter seine Autos lokal in der Nähe – zu Fuß erreichbar – hat und auch quantitativ ausreichend Fahrzeuge vorhanden sind.

Doch was macht man als Firma, wenn es noch kein Angebot gibt? Weitere Firmenwagen anschaffen, und diese zu den auslastungsfreien Zeiten zum Carsharing freigeben?

Carsharing als Firma: Parkplatz

Für Innovatoren: Carsharing als Firma selbst organisieren?

Es gibt viele Gründe, warum man selber ein Carsharing-Anbieter werden könnte. Auch, wenn man ansonsten nichts oder nur wenig mit der Automobilbranche zu tun hat. Wir sprachen schon über die nicht ausgelasteten Firmenwagen. Wenn man als Firma feststellt, dass sich die Dienstwagen zu bestimmten Zeiten die „Gummis in die Felgen stehen“, dann ist es an der Zeit, über Möglichkeiten eines eigenen Carsharing-Angebots nachzudenken.

Für Firmen könnte selbst angebotenes CarSharing eine gewisse Einsparmöglichkeit bieten. Schon jetzt ist der Fuhrpark in manchen Firmen der zweitgrößte Kostenblock und wird meistens nur noch von den Personalkosten übertroffen. Dienstfahrzeuge (außer die der ständigen Außendienstler) könnten, statt ungenutzt herumzustehen, sogar noch Mieteinnahmen erzielen. Das ist eine sehr individuelle Rechenaufgabe, die man nicht verallgemeinern kann. Nehmen Sie mal den spitzen Bleistift und rechnen nach.

Der Aufbau eines Angebots auf eigene Faust ist komplex

Wenn Sie intern zum Ergebnis gekommen sind, dass sich Carsharing lohnen könnte, müssen Sie natürlich schauen, ob es für Ihr Angebot eine gewisse Nachfrage geben könnte. Hier sind zunächst die Mitarbeiter, die kein eigenes Auto besitzen, Zielgruppe Nummer Eins. Als zweite Nutzergruppe könnten benachbarte Firmen gefragt werden, ob ein Interesse an dem Carsharing-Angebot besteht. In Gewerbegebieten oder zentralen Orten („Zentrum/Dorfmitte“) sicherlich interessanter als anderswo. Eine mögliche dritte Gruppe können Anwohner, also Privatleute sein.

Carsharing: Ampel auf grünDann geht es an die Organisation des firmeneigenen Carsharing-Angebots, wenn alle Ampeln auf Grün stehen. Doch sollte man dann die rechtlichen Aspekte vorher genauestens abklären und die veränderte Nutzung auch der Fahrzeugversicherung melden. Denn was ist bei einem Unfall, der von einem Carsharing-Nutzer verursacht wird? Sie sollten deshalb bei Abschluss oder Änderung eines Vertrags darauf achten, dass Sie die Informationen zum Passus Carsharing-Versicherung genau lesen, um unangenehm hohe Kosten zu sparen.

Nähere Auskünfte zu vielen Fragen des Carsharing erteilt der Bundesverband CarSharing e. V.

Überlegen muss man sich dann auch eine Preisstruktur, die Art der Buchung und Abrechnung sowie etwaige Anmeldegebühren. Von den zusätzlichen Einnahmen durch das Carsharing müssen neu entstehende Kosten berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise Serviceeinsätze, Reparaturen, Beschädigungen, Diebstahl und eine höhere Kilometerleistung (Leasing!). Das Handling für Strafzettel bei Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr sollte ebenso vorab geklärt werden.

Sind das schon Hinderungsgründe, um ein Carsharing-Modell selber auf die Beine zu stellen? Für viele kleinere und mittlere Unternehmen ganz bestimmt.

Carsharing ParkplatzVorhandenes Carsharing mit eigener Flotte erweitern

Gibt es in der Gegend um Ihren Firmensitz schon einen Carsharing-Anbieter? Dann fragen Sie ihn doch mal, ob man sich nicht zusammen tun kann. Regelmäßig hat ein bereits am Markt etablierter Anbieter wie my-e-car einen nicht unerheblichen Erfahrungs- und Kompetenzvorsprung; das macht eine Partnerschaft beim Carsharing attraktiver als einen Alleingang. Denn Letzterer bindet unter Umständen zu viele zeitlichen und finanziellen Ressourcen, insbesondere bei kleinen und mittlelgroßen Unternehmen.

Fazit: Bevor Sie sich nämlich gegenseitig Konkurrenz machen, ziehen Sie lieber an einem Strang.

Dynamic Ridesharing als Alternative zum Carsharing?

Die Vermittlung von spontanen Fahrgemeinschaften hört sich längst nicht so gut an wie der Begriff Dynamic Ridesharing. Es geht aber um das gleiche Thema. Prinzip: Über eine Smartphone App von Anbietern kann man Angebot und Nachfrage koordinieren. Die Wegstrecke des Fahrers wird so optimiert, dass Umwege klein gehalten werden. Ein Vertreter dieser Spezies, Flinc, wurde 2009 gegründet und feiert somit dieses Jahr den 7. Geburtstag. Bei mir hat es mit Flinc zwar noch nie geklappt, dass ich Mitfahrer gefunden habe oder zum Mitfahrer werden konnte. Aber vielleicht habe ich nur Pech gehabt. Herkömmliche Mitfahrzentralen gibt es natürlich schon länger, aber die sind eher auf langfristige Planungen angelegt.

Warum ich Dynamic Ridesharing erwähne? Weil Sie in Ihrer Firma damit – an sich sofort – beginnen können. Auch hier würde ein Teamkalender ausreichen, in dem zukünftige Strecken und Mitfahrgesuche geplant werden. Sie könnten damit auch sehr gut erkennen, ob ein hoher oder doch nur niedriger Bedarf da ist. Manchmal ist es einfacher für die Mitarbeiterschaft, wenn sie nicht einzeln herumfragen müssen, ob jemand eine bestimmte Strecke fährt. Auch abteilungsübergreifend wird die Kommunikation durch firmeninterne und somit quasi offizielle Angebote erleichtert.

Carsharing EnergiedienstFazit zum Carsharing für Firmen

Es gibt viele Wege, die Sie gehen können, um die Leute in Fahrt zu bringen. Fangen Sie einfach an und organisieren Sie vielleicht mal eine Umfrage in Ihrer Firma. Anhand der Umfrageergebnisse kann man dann sehen, was wirklich benötigt wird, was gut angenommen würde und auch, was gar nicht gebraucht wird.

Viel Erfolg und Spaß bei den neuen Erkenntnissen!

 

 

 

Linktipps zum Carsharing für Firmen und Behörden sowie technische und rechtliche Aspekte

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