Das Elektro-Auto beschäftigt viele von uns, denn es ist immer wieder im Gespräch. Einerseits fasziniert E-Mobility. Andererseits gibt es auch viele Vorurteile – meistens aus mangelnder Erfahrung. Viele Skeptiker sind – nach Rückfrage – noch nicht einmal selber ein E-Auto gefahren!

Sie interessieren sich für Elektroautos? Ich habe eine Idee: Gehen Sie zum Autohändler in der Nähe und fragen Sie mal eine Probefahrt an. Sie brauchen keine besonderen Voraussetzungen zu erfüllen. Ein E-Auto kann jeder fahren, der eine Fahrerlaubnis hat und mit dem Automatik-Getriebe vertraut ist. Bevor Sie nun zum Telefonhörer greifen und einen Händler um einen Probefahrt-Termin bitten, gibt es noch ein paar Informationen und Tipps von mir. Energiedienst-Kunden erhalten im Online-Portal einen Gutscheincode für eine zweistündige Nutzung eines my-e-car-Autos.

Informationen und Tipps zu E-Autos

Ich möchte einige häufig gehörte Fragen beantworten:

  • Welchen Marken-Händler können Sie überhaupt auf ein E-Auto ansprechen?
  • Wie groß ist die Reichweite und wie funktioniert das Aufladen? Verzichten Sie beim Besuch beim Händler nicht darauf, sich das Aufladen zeigen zu lassen.
  • Zudem gehe ich kurz – anhand meiner Erfahrungen seit 2010 mit E-Autos – auf die Fahrweise mit einem E-Auto ein. Sie sollten unbedingt wissen, was „Rekuperation“ bedeutet.
  • Zum Schluss noch die Frage, ob ein E-Auto günstiger und umweltfreundlicher ist.

Es geht los!

Welche batterieelektrischen E-Autos kann man heute schon kaufen?

In alphabetischer Reihenfolge:

  • BMW i3
  • Citroën C-Zero
  • Karabag New 500E (wie der Fiat 500)
  • Kia Soul EV
  • Mercedes-Benz (B-Klasse) Sports Tourer Electric Drive
  • Mitsubishi Electric Vehicle (vormals i-MiEV)
  • Nissan Leaf
  • Peugeot iOn
  • Renault Zoe
  • smart electric drive
  • Tesla Model S
  • VW e-up!
  • VW e-Golf

Im Lieferwagenbereich:

  • Nissan e-NV200
  • Peugeot Partner Electric
  • Renault Kangoo Z.E.

Also fragen Sie mal nach einem E-Auto bei BMW, Citroën, Karabag-Händlern, Kia, Mercedes-Benz, Mitsubishi, Nissan, Peugeot, Renault, smart, Tesla oder Volkswagen.

Lassen Sie sich nicht von Hybrid-Autos mit Lademöglichkeit (Plug-in) irritieren. Dort sitzt noch zusätzlich ein Verbrennungsmotor unter der Haube.

VW e-Golf, Quelle: Auto-Diva

Der VW e-Golf unterscheidet sich optisch nur in kleinen (blauen) Details vom Benzinbruder. Technisch sieht das ganz anders aus.

Was kosten Elektro-Autos?

Eine Frage, die sehr spannend ist. Wenn es ein gleiches Modell mit Verbrennungsmotor gibt, dann gehen Sie davon aus, dass die elektrische Version meistens teurer ist. E-Autos mit geringer Leistung im Bereich der Batterie sind auch meistens günstiger als mit viel Leistung. Die Reichweite, die damit verbunden ist – also wieviel Energie „mitgenommen“ werden kann – muss meistens auch entsprechend bezahlt werden. Aktuelle Verkaufspreise oder Leasing-Konditionen recherchieren Sie vorzugsweise auf den Hersteller-Seiten, am besten mit einem Konfigurator. Oftmals kommt auch noch die monatliche Miete für die Batterie hinzu. Bei manchen Modellen obligatorisch, bei anderen auch wahlweise zum Kauf.

Hier sind vier Beispiele, die ich soeben recherchiert habe, um mal ein Gefühl für Preis und Leistung zu bekommen:

Hersteller/Modell Reichweite Höchstgeschwindigkeit Batteriekapazität Preis
Karabag New 500E  100 km 105 km/h 11 kWh knapp 21.000€
Citroën C-Zero  150 km 130 km/h 14,5 kWh ab 25.800€
Mercedes-Benz
B-Klasse ed
 200 km  160 km/h (abgeriegelt)  28 kWh  ab 39.150€
 Tesla Model S 85  502 km  225 km/h  85 kWh  um 81.000€

Stand: März 2015

Selbstverständlich ist ein Tesla Model S viel luxuriöser ausgestattet, als ein New 500E. Aber lassen wir das mal außer Betracht und sehen uns die Leistungsdaten der Batterie an. Es wird deutlich, dass Reichweite immer noch – im Verhältnis gesehen – teuer ist.

Tesla Model S Cockpit

Das Cockpit vom Tesla Model S. Neueste Technik futuristisch anmutend präsentiert.

Welche Reichweite hat ein E-Auto?

Wenn Sie sich für ein E-Auto entscheiden, dann gehen Sie nicht davon aus, dass Sie es für Langstrecken-Fahrten einmal im Jahr nutzen. Wählen Sie die Reichweite, die zu Ihrem Alltagsbedarf passt. Rechnen Sie den Weg zur Arbeit plus Einkaufen plus einen kleinen Umweg, um noch etwas zu erledigen. Die meisten kommen durchschnittlich auf weit unter 100 km am Tag. So sollte selbst das kleinste E-Auto – von der Reichweite gesehen – ausreichend sein, wenn man es einmal über Nacht laden kann bis zum nächsten Einsatz.

Die maximale Reichweite kenne ich vom Tesla Model S. Wobei mit höherer Geschwindigkeit auf Autobahnfahrten über 200 km/h die Reichweite von 500 km auch nicht mehr erreicht wird. Zur optimalen Fahrweise kommen wir später nochmal.

Christian Bersier hat einen Praxistest mit dem Renault Zoe absolviert und spricht über seine Reichweiten-Erfahrungen: E-Fahrzeug 100 Prozent alltagstauglich? Ein Selbstversuch.

Wie lade ich ein E-Auto?

Jedes E-Auto hat spezielle Anschlüsse und Kabel zum Batterieaufladen. Manchmal ist der Anschluss am Auto unterhalb der Motorhaube, hinter dem Emblem, manchmal an der Seite. Das kommt ganz auf das Modell an. Wenn Sie ein E-Auto das erste Mal in die Finger bekommen, lassen Sie sich genau zeigen, wie Sie den E-Flitzer wieder aufladen können. Da gibt es einige Spezialitäten, die man wissen muss. Das fängt an bei der Auswahl der Stromtankstelle und hört auf bei Verschluss- und Verriegelmechanismen.

Ich habe sogar schon erlebt, dass durch das nochmalige Öffnen der Fahrertür – nachdem der Ladevorgang gestartet war – die Stromzufuhr wieder unterbrochen wurde. Nichts ist unmöglich, was passieren kann. Ich empfehle in jedem Fall, das jeweilige Handbuch einmal zum Thema Ladevorgang durchzulesen.

Wie man eine Ladesäule findet? Dazu habe ich etwas auf meinem Auto-Blog geschrieben Opel Ampera — Odyssee mit der Ladesäule. Ich hatte zwar nur einen Plug-in Hybrid, aber mit einem batterieelektrischen E-Auto wäre es mir nicht anders gegangen. Mit vielen Fotos und Beschreibungen. Desweiteren empfehle ich natürlich noch den Artikel Stromtankstellen und Ladesäulen für das E-Auto finden.

Fährt sich ein Elektrofahrzeug anders als ein herkömmliches Auto?

Grundsätzlich kann ich dazu „Nein“ sagen, was das reine Einsteigen und Drinsitzen, die Bedienung grundsätzlich und das Einparken betrifft. Neu sind nur etwas andere Anzeigen im Cockpit und gegebenenfalls die Automatik-Gangschaltung. Ein klassisches Getriebe gibt es nicht. Bei einigen Modellen gibt es Automatik-Gänge, die man bei Verbrennern nicht hat. Stichwort Rekuperation. Da komme ich später nochmal drauf.

Allerdings unterscheidet sich der Elektroantrieb zum Antrieb mit fossilen Kraftstoffen.  Der Verbrennungsmotor erzielt erst mit zunehmender Drehzahl mehr Kraft, dahingegen steht beim E-Motor das volle Drehmoment aus dem Stand zur Verfügung. Das E-Auto kann einfach schneller anfahren und ist weniger träge.

Das Geräusch ist ein großer Unterschied! Im Stand hört man bei laufendem Elektromotor nichts. Wenn das E-Fahrzeug anfährt, ist nur ein leises Sirren zu hören. Wenn der Hersteller zur Unfallvermeidung nicht ein künstliches Geräusch installiert hat, das meistens bis circa 30 km/h für Fußgänger gut hörbar ist. Ansonsten hören sie wirklich nur das Sirren. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit nehmen Sie das Abrollgeräusch der Reifen stärker wahr, das sonst vom Verbrennungsmotor überdeckt wird.

Wenn Sie ein E-Auto fahren, entwickeln Sie eine ganz andere Fahrweise. Ich bin wie ausgetauscht, wenn ich in einem E-Auto sitze und unterwegs bin. Auf einmal ist mein Gasfuß viel bedachter, mir macht es Spaß, sparsamer zu fahren, fast könnte man denken, ich habe Öko-Sparsocken an. Allerdings erst, nachdem ich ein paar Mal beim Ampelstart (wegen des schnelleren Drehmoments) „gewonnen“ habe. Danach werde ich ruhiger.

Natürlich kann man richtig Watt geben, also in diesem Falle das Gaspedal nach unten drücken und Drehmoment genießen. Aber nach ein paar Mal sieht man das Ergebnis: Die Reichweite ist massiver gesunken, als man das wollte. So wird man – wenn man ein E-Fahrzeug dauerhaft fährt – intelligent vorausschauend fahren. Damit meine ich nicht trödeln. Aber man kann in hügeligen oder bergigen Gegenden Schwung holen vor dem Berg (was man ja auch mit niedrig motorisierten Benziner und Dieseln macht) und bei Bergabfahrten möglichst viel rekuperieren.

Mitsubishi Electriv Vehicle (iMiEV)

Im März 2014 änderte Mitsubishi den Modellnamen von i-MiEV auf Electric Vehicle, senkte den Preis und steigerte die Reichweite.

 

Was ist Rekuperieren?

Hört sich total wichtig und fachlich an, ist eigentlich ganz einfach erklärt: Dadurch, dass man zum Beispiel bergab fährt oder abbremst, wird sehr wenig Energie zur weiteren Fortbewegung nach vorn benötigt, man hat quasi einen Überschuss an Energie, die gar nicht gebraucht wird. Bei einem rekuperationsfähigen Fahrzeug kann man die Energie, die bei der Bergfahrt oder beim Abbremsen entsteht, wieder „einfangen“. Die Übersetzung aus dem Lateinischen heißt ja auch „Energierückgewinnung„.

Hier komme ich wieder auf mein Stichwort „Automatik-Gangschaltung“ zurück. Bei einigen E-Autos gibt es einen speziellen Gang, der die Rekuperation speziell unterstützt. Das heißt, ich brauche fast nur noch Gaszugeben und statt zu bremsen, nehme ich einfach nur den Fuß vom Gaspedal und das E-Mobil bremst automatisch ab. Das heißt im Umkehrschluss, dass ich mehr auf dem Gaspedal stehen muss, damit ich nicht ständig mit der Bremsverzögerung fahre. Wenn dieses nicht mehr gewünscht ist, schalte ich einfach wieder auf den normalen Gang „D“ wie Drive, den jedes E-Auto hat. Ebenso wird durch stärkeres Betätigen des Bremspedals die Energie zurückgewonnen. Wie und wieviel ist auch hier unterschiedlich je nach Modell.

Was habe ich davon, wenn ich viel rekuperiere?

Simpel erklärt: Sie haben mehr Reichweite. Ich bin schon mal mit einer Anzeige der Restreichweite von 20 km losgefahren und habe noch 40 km geschafft. Woran lag es? Der Fahrer vor mir hat ordentlich Gas gegeben, so gut wie nicht rekuperiert, daraus errechnete sich die Restreichweite. Ich bin vernünftig sparsam gefahren und habe ordentlich Reichweite wieder zurück gewonnen.

Ein zweites Beispiel war eine Fahrt auf eine Berghöhe. Es ging immer nur hinauf und durch diese Leistungsforderung wurde die Batterie sehr schnell leer. Mit Ach und Krach bin ich oben angekommen. Die Restreichweite war so gut wie keine mehr, die Anzeige blinkte auf Null.  Doch wie sollte man die Strecke nun wieder herunterkommen und dann noch ein paar Kilometer weiter ins nächste Dorf fahren? Das ging ganz einfach. Ich habe durch die Energierückgewinnung die Batterie bei der Talfahrt wieder aufladen können. Nicht komplett, versteht sich, aber ich habe so viel wie möglich rekuperiert und das brachte die Reichweite zurück, sprich: die Energie wieder zum Speichern in die Batterie.

Darum ist es so wichtig, dass man sich nicht nur die Strecke in Kilometern anschaut, die man fahren möchte, sondern auf gebirgigen Straßen auch immer an die Topographie denkt.

Um wie viel günstiger fährt ein Elektroauto?

Diese Rechnung ist auch wieder sehr individuell und nicht zu pauschalisieren. Den Anschaffungspreis und die eventuelle Batteriemiete mal ausgenommen, kann man als Faustregel sagen: Ein E-Auto fährt mindestens um die Hälfte günstiger mit Strom als mit fossilem Kraftstoff. Nun gibt es für den Tesla kostenlose Ladestationen, damit wird die Rechnung kompliziert, aber auch einfacher. Eigentlich also Null Euro laufende Betriebskosten. Aber es kann ja auch mal sein, dass keine Tesla Supercharger Möglichkeit zur Verfügung steht.

Dann kommt es darauf an, ob Sie eine Prepaid-Karte zu einem teureren Preis nutzen oder eine Grundgebühr pro Monat zahlen und günstiger Strom tanken. Bei den Ladesäulen von Energiedienst brauchen Sie nur eine Master- oder Visa-Kreditkarte, die mit der NFC-Technologie (Near Field Communication) paypass/payWave ausgestattet ist. Eine Registrierung ist nicht nötig. Siehe auch die Infoseite zur Elektromobilität.

Wenn Sie zuhause eine Lademöglichkeit haben, müssen Sie wieder anders rechnen. Wissen Sie was? Ich kann Ihnen hier keine Beispielrechnung vorlegen, denn es gibt so viele unterschiedliche Faktoren, die zu berücksichtigen sind. Aufschluss kann hier nur ein Fahrtenbuch geben, was sie mit Ihrem Benziner gefahren sind und dann könnte man einen Durchschnittsstrompreis nehmen für den Verbrauch, den Ihr potentielles E-Auto-Modell hätte.

Ist ein Elektroauto wirklich umweltfreundlicher?

Darüber streiten sich die Gelehrten. Fakt ist, dass keine fossilen Brennstoffe und auch keine Schmierstoffe benötigt werden. Was bei einem E-Auto kaputt gehen kann, ist nicht anders als bei einem Verbrenner. Das sind Verschleißteile wie zum Beispiel die Scheibenwischergummis oder ähnlich. Ein Vorteil ist die Wartungsarmut hinsichtlich der Antriebskomponenten, die ein E-Auto hat.

Die Herstellungsaufwendung ist größer bei einem E-Auto, das liegt an der Batterie, die aufwendiger herzustellen ist. Hier gebe ich den Skeptikern Recht. Das Ziel sollte sein, dass der Herstellungsprozess so optimiert wird, dass dieses Manko verschwindet. Nachlesen kann man das sehr schön auf der Website Umbrella: Projektergebnisse/Gesamtbilanzen batterielektrische Pkw.

Im laufenden Betrieb jedoch tragen E-Autos zur Lärmvermeidung bei und emittieren keine Schadstoffen und kein CO2. Der größte klimawirksame Faktor ist bei einem E-Auto die Stromaufnahme. Es kommt darauf an, ob das Auto mit Ökostrom geladen wird. Deshalb sollte man darauf achten, möglichst ausschließlich Strom aus regenerativen Energien (Wasserkraft, Solarstrom, Windenergie) zu tanken. An einem E-Auto gefällt mir außerdem am besten, dass es nicht stinkt wie ein Verbrenner, sondern völlig geruchsneutral durch die Gegend fahren kann.

Habe ich Sie neugierig auf eine Probefahrt  mit einem E-Auto gemacht? Das hoffe ich doch sehr, melden Sie sich gern wieder hier und berichten von Ihren Erlebnissen. Wenn Sie hingegen schon E-Auto Know-How haben, lese ich gern Ihren Kommentar.

 

Fotos: Nicole Y. Männl (Auto-Diva.de)

Nicole Y. Jodeleit ist Gastautorin im Energiedienst-Blog. Sie ist Freiberuflerin (Beratung und Kommunikation) sowie Bloggerin auf https://Auto-Diva.de, sie fährt am liebsten E-Auto und interessiert sich für technische Innovationen und Zukunftstechnologien.

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