Christian-Bersier

Christian Bersier

Ehrlich, mir ging es nicht anders als vielen anderen Menschen, die mit der Anschaffung eines Elektroautos liebäugeln. Ich lebe in der Schweiz und lege im Jahr rund 30.000 Kilometer auf meinem Weg zur Arbeit und für Geschäftsfahrten zurück. Klappt das überhaupt mit einem E-Auto? Bleibe ich irgendwann liegen, weil die Batterie „keinen Saft“ mehr hat und sich die nächste Ladesäule Kilometer entfernt befindet? Wie fährt sich so ein Elektroauto überhaupt und darf ich es mit meinem „Diesel“ vergleichen?

Fragen über Fragen. So startete mein Test: Zwei Wochen geräuschlos und ohne stinkende Auspuffgase unterwegs. Mein treuer Partner: der ZOE von Renault. Die Werbung verspricht: 100 Prozent alltagstauglich. Was zu beweisen wäre…

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Der Renault ZOE.

Schlüssel nicht für die Hosentasche

Um es gleich zu sagen: Der ZOE ist ein tolles Auto! Tolle Beschleunigung, gute Straßenlage. Der Schlüssel in Kartenform gefällt mir nicht so und passt nicht so recht in die Hosentasche… Ist aber sicherlich in der Handtasche gut zu finden…

Wirklich gut funktioniert die Anzeige der erwarteten Restkilometer… Auch bei meinem Arbeitsweg über die Staffelegg , dem kleinen Pass im Schweizer Aargau, passt es, manchmal sind sogar noch weitere Kilometer machbar.

Bei der Ausstattung vergebe ich einige Minuspunkte: Die Freisprecheinrichtung erwies sich als unbrauchbar, die Klimaanlage „pustet“ im automatischen Modus eher schwach. Bei 30°C und wenn das Fahrzeug in der Sonne stand, musste ich kurz manuell nachsteuern. Aber dann ging’s.

Der Touchscreen hat eine gute Führung, aber relativ langsame Reaktionszeiten, und die Radioempfangsqualität ohne Digitalradio ist eher unterdurchschnittlich. Gelegenheit, selbst zu singen!

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Ein Blick nach innen.

Batterie „tankt“ unterschiedlich auf

Kommt das Fahrzeug an die Ladesäule, dann gibt der ZOE ziemlich genau an, wie lange der Aufladevorgang dauern wird. Ladung über den Schuko-Stecker zu Hause erscheint mir wegen der Belastung der Steckdose in der Hausinstallation und der langen Ladezeit nicht realistisch.

An vielen öffentlichen Standorten mit 2,3 kW dauert das ebenso alles zu lange. Mit der neuen Energiedienst-Ladesäule mit 22 kW erfolgt die Ladung in einer Stunde von 20 Prozent auf 100 Prozent. So was wäre dann auch zu Hause wünschenswert.

Rückfahrt manchmal in Gefahr

Bei den Ladesäulen habe ich schon ab und an „kalte Füße“ bekommen: Das Netz mit 22 kW in der Schweiz ist ungenügend, Ladesäulen oft außer Betrieb (Cham, Zug), was ab und an meine Rückfahrt gefährdete.

Die meisten Parkhäuser haben bei den Ladesäulen inzwischen Typ 2 Stecker, aber mit einer Leistung von nur 2,3 kW, was „ungenügend“ bedeutet.

Viele Renault-Händler in der Schweiz bieten Ladesäulen mit 22 kW an, jedoch nur mit einer Kundenkarte (wird scheinbar Schweizer Kunden geschenkt). Die Freigabe übers Handy hat bei mir nie funktioniert und auch das Callcenter war überfordert.

Ladesäulen sind leider oft nicht „barrierefrei“, das heißt mit Schlüssel oder Karte für einen geschlossenen Benutzerkreis oder auf Voranmeldung.

In der badischen Ecke konnte ich auf die „neuen“ Säulen mit 22 kW zurückgreifen. Selbst eine Tour in den Hochschwarzwald war dann ohne größere Probleme möglich.

Die Rückgewinnung bei Fahrten bergab ist übrigens beeindruckend. Hoffnung kommt auf für alle „Elektro‘s“, dass Energiedienst bis Ende 2014 rund 50 Ladesäulen installieren wird, an denen mit Kreditkarten bezahlt werden kann.

Alles in allem: Ein Bijou, fünf  Plätze, handlich, dynamisch, umweltfreundlich, ein Meilenstein im Bereich von E-Autos und ehrlich gesagt 140 km reichen, denn für mehr ist man in der Regel mit den öffentlichen Verkehrsmittel schneller.

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