Bei Umfragen sprechen sich regelmäßig mehr als 90 Prozent der Deutschen für einen Ausbau der erneuerbaren Energien aus.

Tatsächlich steigt ihr Anteil kontinuierlich. Im letzten Jahr trugen sie bereits knapp 26 Prozent zur Bruttostromerzeugung bei. Damit stammt heute jede vierte Kilowattstunde aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse.

Eigentlich müssten damit alle zufrieden sein. Doch die Energiewende ist nicht umsonst zu haben. Mit der EEG-Umlage wird die Stromerzeugung aus regenerativen Energien gefördert.

2016 müssen die Bürger für diese Förderung so tief in die Tasche greifen wie nie zuvor. Während die Verbraucher über die Höhe der EEG-Umlage klagen, warnt die Industrie vor dem Verlust von Arbeitsplätzen.

Entwicklung der EEG-Umlage 2010-2016
Infografik „Entwicklung der EEG-Umlage 2010-2016“ von Strom-Report.de

Ab kommendem Januar steigt die EEG-Umlage um 3 Prozent auf 6,35 Cent je Kilowattstunde. Doch warum ist das so?

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hat den regenerativen Energien zum Durchbruch verholfen. Es regelt seit April 2000 die bevorzugte Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Quellen ins Stromnetz und garantiert deren Erzeugern feste Einspeisevergütungen.

Seit Bestehen des Gesetzes gab es vier große Novellen, zuletzt im August 2014. Bis dahin erhielten die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen 20 Jahre lang für jede erzeugte Kilowattstunde eine feste Vergütung von den Übertragungsnetzbetreibern.

Mit dem EEG 2014 wurde das Fördersystem umgestellt. Seither erhalten nur noch Betreiber älterer Anlagen oder Betreiber kleiner Neuanlagen eine feste Vergütung.

Größere Neuanlagen müssen ihren Strom jetzt selbst vermarkten und erhalten dafür eine Marktprämie. Sie gleicht die Differenz zwischen der festen Einspeisevergütung und dem durchschnittlichen Börsenstrompreis aus.

Die Differenz zwischen Ausgaben für Vergütungs- und Prämienzahlungen und Einnahmen aus Vermarktungserlösen bezahlt der Stromkunde als EEG-Umlage.

Die Höhe der EEG-Umlage errechnet sich aus einer Prognose der Einnahmen und Ausgaben für das betreffende Jahr. Der aktuelle Stand des EEG-Kontos wird dabei berücksichtigt.

Ende September 2015 wies das Konto ein Guthaben von mehr als 2,5 Milliarden Euro aus. Die EEG-Umlage wird jeweils spätestens bis zum 15. Oktober für das Folgejahr veröffentlicht. 2016 ist die EEG-Umlage 33-mal höher als bei deren Einführung im Jahr 2000.

Mit ein paar Photovoltaikmodulen kann heute jeder Stromerzeuger werden. Das lohnt sich trotz sinkender Vergütungen noch immer.

Und so gehen Jahr für Jahr mehr Anlagen ans Netz und erzeugen immer mehr Strom, den der Verbraucher mit immer höheren Summen subventionieren muss. Denn durch das wachsende Stromangebot sinken die Preise an der Strombörse, weshalb die EEG-Umlage im Gegenzug steigt.

Ein weiterer Grund für die steigende EEG-Umlage sind die in diesem Jahr neu ans Netz gegangenen Offshore-Windparks sowie die Windparks, die voraussichtlich 2016 ans Netz gehen. Sie erhalten eine höhere Förderung als Anlagen an Land.

EEG-Umlage: Wer bezahlt wie viel?
Infografik „EEG-Umlage: Wer bezahlt wie viel?“ von Strom-Report.de

Auch die Ausweitung der Befreiung energieintensiver Betriebe von der EEG-Umlage trägt zur Erhöhung der Öko-Umlage bei.

Die Befreiung soll die betroffenen Unternehmen im internationalen Wettbewerb stärken, etwa Aluminiumproduzenten.

Was allerdings die inzwischen weit mehr als 2.150 Unternehmen sparen, müssen die nichtprivilegierten Verbraucher bezahlen. Immerhin summieren sich die Rabatte in diesem Jahr auf rund 4,8 Milliarden Euro.

Ein Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 5.000 Kilowattstunden muss wegen der gestiegenen EEG-Umlage pro Jahr rund elf Euro mehr bezahlen. Dies hat das Internetportal Check24.de ausgerechnet. Alleine die EEG-Umlage kostet den Haushalt dann brutto 378 Euro im Jahr.

Die Zusammensetzung des Strompreises 2015
Infografik „Die Zusammensetzung des Strompreises 2015“ von Strom-Report.de

Das bedeutet allerdings nicht, dass damit zwangsläufig auch der Strompreis steigt, denn dieser setzt sich aus mehreren Komponenten wie Einkaufspreis, Umlagen, Abgaben, Steuern und Netznutzungsentgelten zusammen.

Die Stromanbieter können niedrigere Einkaufspreise weitergeben und so die Mehrausgaben für die EEG-Umlage teilweise kompensieren. Da allerdings Umlagen, Abgaben und Steuern mehr als die Hälfte des Strompreises ausmachen, ist der Spielraum für die Stromanbieter begrenzt.

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