Eine kühle Wohnung im Sommer geht auch ohne Klimaanlage. Wir geben Dir Tipps, wie Du Deine Wohnräume nachhaltig kühl hältst.

 

Klimaanlagen belasten die Umwelt

Konventionelle Klimaanlagen sind meist teuer, müssen aufwändig installiert werden und haben eine schlechte Umweltbilanz.Grund hierfür ist zum einen der unverhältnismäßig hohe Stromverbrauch, zum anderen ist aber auch das Funktionsprinzip selbst nicht nachhaltig. Eine Klimaanlage tut im Prinzip nichts anderes, als warme Luft vom Innen- in den Außenbereich zu verschieben, was die Atmosphäre weiter aufheizt und somit in einen Teufelskreis führt. Nicht zuletzt wirken sich auch die in Kühlungsanlagen verwendeten Kältemittel klimaschädlich aus, sobald die Substanzen durch kleine Lecks oder eine ungenaue Montage in die Atmosphäre gelangen.

Für die Umwelt ist es besser, die Wohnung ohne Klimaanlage zu kühlen.

Bei Klimaanlagen tragen der hohe Stromverbrauch, das Funktionsprinzip und die verwendeten Kältemittel zur schlechten Umweltbilanz bei. Bild: Unsplash/Kira Porotikova

 

Optimale Temperaturen für den Innenraum

Die idealen Umgebungstemperaturen für eine Wohlfühl-Atmosphäre mit größtmöglicher Produktivität sind gut erforscht. So kann sich unser Kreislauf innerhalb der Temperaturspanne von 20 bis 25 °C bestmöglich regulieren und die Körpertemperatur konstant auf 37 °C halten. Im Innenraum unterscheiden sich die Empfehlungs- und Erfahrungswerte zur optimalen Temperatur hinsichtlich der Raumfunktion und der Art Deiner Tätigkeit. Während das Schlafzimmer mit 16 bis 18 °C im Sommer den größten Kühlungsbedarf aufweist, empfinden wir im Badezimmer Temperaturen von 22 bis 24 °C als angenehm. Im Vergleich zur klassischen Bürotätigkeit sind bei körperlich anstrengenden Arbeiten niedrigere Temperaturen angemessen.

Der Bedarf an umweltverträglichen, günstigen und einfachen Methoden der Kühlung ist besonders unter dem Gesichtspunkt der globalen Erwärmung groß, um Lebensqualität und Produktivität weiterhin gewährleisten zu können. In den folgenden Abschnitten findest Du daher sowohl kurzfristige, spontane und kostengünstige als auch langfristig effektive Tipps, um die Wohnung zu kühlen.

Tipps für ein kühles Schlafzimmer im Sommer

Bild: Im Sommer sind Tipps für ein kühles Schlafzimmer besonders gefragt. Bild: Unsplash/Erick Palacio

 

Richtig lüften – das solltest Du beachten

Im Bezug auf den richtigen Zeitraum und die perfekte Dauer des Lüftens gibt es einige einfach umzusetzende Tipps, die Wohnung zu kühlen. Sind Sonneneinstrahlung und Außentemperatur hoch, solltest Du auf das Öffnen oder Kippen von Fenstern verzichten, schließlich willst Du die Wohnung nicht zusätzlich von außen aufheizen. Sinnvoller ist es, jeden Raum am frühen Morgen oder abends nach Sonnenuntergang ausgiebig zu lüften, um von der natürlichen Abkühlung zu profitieren. Auch nachts ist das Öffnen aller Fenster empfehlenswert, um einen kühlenden Durchzug zu erzielen. Dabei solltest Du jedoch einem unkontrollierten Auf- und Zuschlagen der Fensterflügel  entgegenwirken, indem Du sie vorher sicher befestigst.

Im Sommer ist das richtige Lüften wichtig für eine kühle Wohnung.

Besser morgens und abends ausgiebig lüften als die Fenster gekippt zu lassen. Bild: Adobe Stock/lily

 

Von Ventilatoren bis zu feuchten Handtüchern – schnelle Tipps zum Wohnung kühlen

Ventilatoren überzeugen als nachhaltige, mobile und kostengünstige Alternative zur Klimaanlage. Es ist wichtig, den Ventilator sparsam und vernünftig einzusetzen und ausreichend Abstand zu halten, da ein direkter und dauerhafter Kontakt mit der Zugluft zu trockenen Augen, Muskelverspannungen und Allergieanfällen führen kann.

Wärmequellen ausschalten zählt ebenfalls zu den schnell realisierbaren Tipps, eine Wohnung zu kühlen. Elektrogeräte, die sich im Betrieb oder im Standby-Modus befinden, sowie Küchenherde und Leuchtkörper geben im vollständig ausgeschalteten Zustand keine Wärme mehr ab. Außerdem sorgen Teppiche dafür, dass der Fußboden Wärme aufnimmt, weshalb Du eine temporäre Entfernung über die Sommermonate in Erwägung ziehen kannst.

Für die Umsetzung eines Geheimtipps zum klimaschonenden Kühlen benötigst Du Handtücher oder Bettlaken aus Baumwolle, welche Du mit kaltem Wasser tränkst und anschließend leicht auswringst. Auf einem Wäscheständer im Raum aufgehängt, entzieht der Stoff der Umgebungsluft während des Trocknungsvorgangs einen Großteil ihrer Wärme, wodurch sich der Raum effektiv abkühlt. In Wohnungen, die zu schneller Schimmelbildung neigen, ist bei diesem Tipp jedoch Vorsicht geboten, da sich durch das Trocknen der Handtücher auch die Luftfeuchtigkeit erhöht.

Ventilatoren sind eine umweltfreundliche Alternative zu Klimaanlagen.

Ventilatoren sind eine nachhaltige, mobile und kostengünstige Alternative zur Klimaanlage. Bild: Adobe Stock/maryviolet

 

Sonnenstrahlen tagsüber aussperren

Die direkte Sonneneinstrahlung heizt eine Wohnung in kürzester Zeit auf. Um dem entgegenzuwirken, kannst Du die Vorhänge tagsüber vollständig zuziehen oder auf helle und blickdichte Gardinen setzen. Rollläden, Jalousien, Sonnensegel und Klappläden, die an der Außenwand montiert sind, stellen ebenfalls eine erstaunlich gute Hitzebarriere dar. Sind diese Vorrichtungen an den Sonnenseiten nicht vorhanden, lässt sich mit einer Teleskopstange für Duschvorhänge und einigen Handtüchern eine improvisierte Lösung finden. Für ein optimales Ergebnis ist es entscheidend, dass sich der Sonnenschutz außerhalb des Fensters befindet. Alternativ kannst Du auch Innenjalousien mit einer hochwertigen wärmeabweisenden Beschichtung verwenden, um den Innenbereich Deiner Wohnung angenehm kühl zu halten.

Nicht zuletzt ist auch der Einsatz einer speziellen Sonnenschutzverglasung von Vorteil, wenn Du Deine Wohnung langfristig vor unerwünschter Hitze schützen möchtest. Die beschichteten Scheiben unterscheiden sich optisch nicht vom herkömmlichen Fensterglas, reflektieren jedoch die einfallenden Infrarotstrahlen und bewahren auf diese Weise die Temperatur des Innenraums.

Jalousien sind ein guter Hitzeschutz.

Rollläden, Jalousien, Sonnensegel und Klappläden sind eine gute Barriere gegen die Hitze. Bild: Adobe Stock/Jürgen Fälchle

 

Fassaden begrünen und Dachgeschosse dämmen

Grüne Kletterpflanzen wie Efeu und wilder Wein, aber auch Bäume aller Art fungieren als funktionale, ästhetische und ökologische Isolationsschicht. Während Laubbäume die unangenehme Wärme im Sommer abschirmen, sorgen sie im kahlen Winterzustand für eine optimale Durchlässigkeit in den seltenen Sonnenstunden.

Auch eine gute Gebäudedämmung hilft, die Innentemperatur Deiner Wohnung besser steuern zu können. Sie hält einerseits die Außenwärme in den Sommermonaten ab, bei kalten Temperaturen sorgt sie hingegen dafür, dass die Heizungswärme nicht aus dem Gebäude austreten kann. Insbesondere in Dachgeschosswohnungen älterer Häuser macht sich eine suboptimale Isolierung durch hohe Innentemperaturen während des Sommers bemerkbar. Zählen ausgereifte Isolierungskonzepte bei Neubauten zum verbreiteten Standard, so lassen sich doch viele Altbauten auch nachträglich mit einer zuverlässigen Dämmung ausstatten.

Begrünte Fassaden helfen einen Wohnung im Sommer kühl zu halten.

Begrünte Fassaden schirmen die Hitze ab. Bild: Unsplash/Victor Garcia

 

Vor dem Schlafengehen Bettwäsche, Körper und Wohnung herunterkühlen

Im Hochsommer kühlt sich die Luft abends nur langsam ab, was vielen Menschen Probleme beim Einschlafen bereitet. Mit einigen Tipps kannst Du das Schlafengehen bei Hitze jedoch angenehmer gestalten. Ein großer Faktor ist dabei das Material der Bettwäsche, wobei reine Seide und Leinen großartige Kühleigenschaften besitzen. Das kreppartige Seersucker-Gewebe aus Baumwolle bringt ebenfalls einen kühlenden Effekt mit. Geheimtipps sind außerdem, die Nachtwäsche sowie die Decke kurz vor dem Einschlafen in der Gefriertruhe abzukühlen oder eine Wärmflasche mit eiskaltem Wasser aufzufüllen. Auf eine kalte Dusche solltest Du an heißen Sommerabenden hingegen verzichten, schließlich kurbelt diese den Kreislauf an und verhindert eine Abgabe der Körperwärme an die Umgebung.

 

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