Umzugskartons voll mit Steckverbindungen und Schaltern. Wäschekörbe mit Modellen, Maschinen und Messgeräten. Plakate und Pappaufsteller. Und Currywurst. Ja, selbst Currywurst bringen die Nachwuchsforscher mit zum jährlichen Treffen bei Energiedienst, dem EFI-Forschertag. Auch für die mit Soße bedeckte Grillwurst als Forschungsobjekt gilt: Sie kostet Geld. Energiedienst unterstützt die Jungforscher mit einem Zuschuss für ihr Material. Die Kosten reißen nämlich oft ein Riesenloch in die Kasse oder ersticken manchmal ein Projekt schon im Keim.

EFI Forschertag 2018

Schüler der Rudolf-Graber-Schule Bad Säckingen beim EFi-Forschertag

„Für unsere Schüler ist jede finanzielle Unterstützung wichtig, da sie Projekte wie zum Beispiel die Pelletpressmaschine selbst finanzieren müssen. Manche Projekte können wir nicht weiterverfolgen, weil sie sich einfach nicht finanzieren lassen“, bedauert Peter Emmerich von den Gewerblichen Schulen Waldshut.

EFI-Forschertag 2018

In der Pelletpressmaschine vom Seminarkurs TG Waldshut steckt einiges an Material drin

Mit dem Schulförderprogramm „Energie für Ideen“ www.energiedienst.de/efi kann jedes innovative Projekt aus naturwissenschaftlichen Fachbereichen wie Biologie, Technik, Physik, Chemie oder Geographie einen Zuschuss bis zu 300 Euro beantragen. Teilnehmen können Schülerinnen und Schüler aller Haupt-, Förder-, Werkreal- und Realschulen, Gemeinschaftsschulen sowie Gymnasien und berufliche Schulen im südbadischen Heimatmarkt von Energiedienst. Schüler können einzeln, aber auch in Teams oder mit der ganzen Klasse arbeiten. Immer mehr Tüftler machen mit und treffen sich einmal im Jahr zum Abschluss beim großen EFI-Forschertag.

Lehrer und Dozenten wissen die Finanzspritze zu schätzen: Manche Anlagen oder Versuchsaufbauten können nur realisiert werden, weil Firmen wie Energiedienst sie unterstützen oder Teile zur Verfügung stellen. „Steuerungen zum Beispiel oder Hydraulikschläuche schlagen mächtig zu Buche, sind sehr teuer und sprengen das Budget, das wir für die Klasse haben“, weiß Lehrer Felix Bing von den Gewerblichen Schulen Waldshut. Da leiste das Förderprogramm „EFI – Energie für Ideen“ wertvolle Unterstützung, „über die wir uns sehr freuen“, ergänzt sein Kollege Peter Emmerich.

EFI Forschertag 2018

Peter Emmerich (links) und Felix Bing von den Gewerblichen Schulen Waldshut sind von den Projekten begeistert.

Neben dem schnöden Mammon zähle aber noch ein weiterer Aspekt: „Der Kontakt zu den Firmen. Schließlich will der Umgang auf dem beruflichen Parkett geübt werden. Das geht besonders gut, wenn die jungen Leute für ihr persönliches Projekt einstehen und es erklären müssen“. Oft gehen einem Zuschuss oder einem Sponsoring viele Anrufe, E-Mails und persönliche Gespräche voraus. So mancher Kontakt fürs spätere Berufsleben kam so schon zustande. „Hinterher zu zeigen, was aus Zuschuss und Sachspenden geworden ist, gehört sich schließlich auch, deshalb halten wir alle Schüler an, nach Fertigstellung das Ergebnis zu zeigen“, erläutert Peter Emmerich.

Klar, dass sich Projektleiterin Monika Kiefer von Energiedienst besonders freut, „ihre“ EFI-Projekte dazu in Rheinfelden begrüßen zu dürfen: „Das ist schon toll, wenn man sieht, was aus den Beschreibungen auf Papier schließlich geworden ist“, freute sie sich in 2018 über 25 Aussteller beim EFI-Forschertag. Neben dem Blick über den Tellerrand und das Fachsimpeln mit anderen Nachwuchsforschern gehört die Präsentation vor einer Jury dazu – eine wertvolle Erfahrung, besonders dann, wenn mal nicht alles so klappt wie gewohnt. Blöd, aber keine Katastrophe, denn am Ende zählen Idee und Umsetzung.

„Nicht eins für alle, sondern eins für jeden – das ist nicht immer möglich, wenn zum Beispiel Antrieb für Fahrzeuge oder in diesem Fall für sechs Solarboote gekauft werden müssen“, wie Lehrerin Bettina Laurer vom Friedrich-Wöhler-Gymnasium Singen erzählt.

EFI Forschertag 2018

Sechs Solarboote konnte Klasse 10 vom Friedrich-Wöhler-Gymnasium Singen mit Hilfe von „Energie für Ideen“ bauen.

Durch den Zuschuss aus dem EFI-Forschertopf war es möglich, dass ihre Schützlinge Boote unterschiedlichster Art konstruierten. Die fuhren am Ende so gut, dass es einige beim Konstruktionswettbewerb für Solarboote „Korona Mini“ der HTWG in Konstanz auf einen der vorderen Plätze schafften. „So weit wären wir ohne die Unterstützung nicht gekommen“, gibt sie zu und freut sich dabei sichtlich.

EFI Forschertag 2018

Energiedienst-Mitarbeiterin Anke Roggenkamp interviewt Bettina Laurer, Lehrerin im FWG Singen.

„Ohne EFI gäbe es die Arbeit in kleinen Projektteams bei uns nicht“, formuliert es auch Henrike Seidinger, akademische Mitarbeiterin im Studiengang Bio- und Prozess-Technologie. Natürlich gäbe es auch an der Hochschule Furtwangen Mittel für Versuche und Projekte, aber eben nur begrenzt. Ohne EFI könnten nur wenige Studenten in größeren Gruppen Versuche durchführen. Dank EFI geht es in kleinen Teams mit unterschiedlichen Aspekten voran, und das bringt unterschiedliche Lösungswege hervor und gestattet Fehler, die für den Lernerfolg sehr wichtig sind“, erklärt die Biologin. Einige Studenten nutzten ihr Projekt dazu, sich auf eine ungewöhnliche Fragestellung zu konzentrieren. „Das ist dann vielleicht für das weitere Projekt nicht so wichtig, fördert aber die Bereitschaft, sich in einen Teilaspekt tief einzuarbeiten. Das macht den Studenten besonders viel Spaß und bringt oft außergewöhnliche Lernerfolge hervor“, berichtet die wissenschaftliche Mitarbeiterin.

EFI Forschertag 2018

Henrike Seidinger von der HFU Furtwangen (links) und Projektleiterin Monika Kiefer im Gespräch

An der Hochschule gibt es noch eine weitere EFI-Besonderheit: Die Besuchstage von Schulen. „Wir laden Schüler von Gymnasien zu einem Workshoptag ein und die Studenten geben ihr Wissen weiter. Dafür machen sie sich vorher ein Konzept und bauen spannende Versuche auf, das spornt enorm an“, weiß Frau Seidinger. „Die Schüler bekommen einen Einblick in die Arbeit an der Hochschule. Klar wissen wir, dass nicht alle studieren, aber das mal erlebt zu haben, hilft den Jugendlichen bei der Berufswahl. Man darf nicht vergessen, dass falsch getroffenen Entscheidungen für einen Studiengang die Hochschulen sehr viel Geld kosten und den Aufbau des Studiums beeinflussen. Es ist also für uns als Hochschule sehr wichtig, Fehlentscheidungen der Abiturienten möglichst zu vermeiden“, berichtet Henrike Seidinger. Diesen Aspekt hatten wir vom EFI-Projekt so noch gar nicht gesehen, freuen uns aber, dass die Unterstützung der Jungforscher für Schüler, Lehrer und Schulen so weit reicht.

EFI Forschertag 2018

Martin Steiger, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei Energiedienst, begutachtet ein Projekt der Hochschule Furtwangen.

Wir machen also begeistert weiter mit EFI – Energie für Ideen. Bewerben können sich alle Jungforscher oder Lehrer mit tollen Ideen hier:  www.energiedienst.de/efi

Anke Roggenkamp

Anke Roggenkamp arbeitet in der Unternehmenskommunikation: „Beruf aus und mit Leidenschaft: So gestaltet sich mein Job in der Unternehmenskommunikation. Mal bin ich „Blattmacher“ der Kundenzeitschrift Naturkunde, Texter für das Mitarbeitermagazin PostED, Informant für die Presse, Blogger, „Twitterfee“ und noch mehr. Klingt spannend – und ist es auch.“

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