6:30 Uhr, der Wecker klingelt, ein weiterer Tag beim Energiedienst beginnt. Über einem Monat bin ich jetzt hier, aber heute steht etwas Besonderes an: Das Einführungsseminar für neue Mitarbeiter.

Ich arbeite im Bereich Innovation und Entwicklung. Durch die vielen Schnittstellen habe ich täglich mit Kollegen aus anderen Bereichen zu tun. Deshalb bin ich neugierig darauf zu erfahren, was in den weiteren Bereichen des Unternehmens so passiert. Außerdem bin ich neu in der Region und hoffe von den Kollegen viel über das Leben am Hochrhein zu erfahren.

Vor Beginn des Seminars habe ich noch Zeit in unser Büro zu gehen. Dort treffe ich auf meinen Abteilungsleiter Christian Bersier mit der neuen Praktikantin. Pamina heißt sie. Es ist erst ihr zweiter Tag und sie soll uns bei der Prozessstrukturierung helfen. Christian erzählt ihr begeistert von der Arbeit unserer Abteilung. Dieser Enthusiasmus ist es auch, der mich schon im Bewerbungsgespräch überzeugt hat.

Das Seminar beginnt mit einer Präsentation des Unternehmens durch Martin Steiger, dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung. Er nimmt sich die Zeit und begrüßt jeden von uns persönlich mit Handschlag. Das passt zu seinem Vortrag über die regionale und ökologische Kultur der Energiedienst-Gruppe und schafft gleich eine angenehme Atmosphäre. Spätestens bei der Unternehmensstrategie, mit Fokus auf neuen Technologien und Geschäftsfeldern weiß ich, hier bin ich richtig.

Bei der Vorstellungsrunde komme ich mit meinem Kollegen aus dem Bereich Mobility ins Schwärmen über den Renault ZOE. Unser Fuhrpark für Mitarbeiter ist komplett auf dieses Elektrofahrzeug umgestellt. Das macht es mir extrem einfach zu Geschäftsterminen zu fahren, ohne dass ich ein eigenes Fahrzeug besitzen muss.

Ich hatte im Laufe meines Studiums bereits die Möglichkeit verschiedene Elektrofahrzeuge zu testen, aber der ZOE übertrifft sie alle. Und wenn ich den Eco-Modus ausschalte, habe ich auch auf der Autobahn keine Probleme mitzuhalten.

Der Renault ZOE von my-e-car.

Claudia Frenzel vom Umweltmanagement ermahnt uns Papier beidseitig zu bedrucken und den Müll zu trennen. Claudia erzählt von gesetzlich vorgeschriebenen und freiwilligen Umweltschutzmaßnahmen.

Von den Fischtreppen habe ich schon gehört und Insektenhotels habe ich auf einer Radtour schon gesehen, aber dass die Wiesen auf dem Betriebsgelände nie alle auf einmal abgemäht werden, damit die Insekten umziehen können, ist neu für mich.

Insektenhotel am Umspannwerk in Rheinfelden.

Blumenwiese am Wasserkraftwerk Laufenburg.

Die Abteilung Marketing informiert über unsere Produkte. Arnold Marx als Vertreter für Marketing und Vertrieb gibt uns einen Überblick über den Strommarkt mit unseren Mitbewerbern und wie sich der Strompreis zusammensetzt, bevor er von erfolgreichen Kampagnen berichtet.

Die Straßenbahn mit der „Mein Haus. Mein Auto. Meine Energie. Statussymbole ändern sich.“ – Werbung habe ich erst am Wochenende in Freiburg gesehen. Im Anschluss diskutieren wir über Elektrofahrzeuge und die Auswirkungen der größeren Batterien in der neuen Generation des ZOE.

Alexander Lennemann vom Bereich Kommunikation berichtet von den vielen Magazinen, die ich im Eingangsbereich gesehen habe: für Mitarbeiter gibt es die „PostED“, für Privatkunden die „Naturkunde“  und die „BusinessNews“ für Geschäftskunden. Für Grundschüler gibt es das Kindermagazin „EDI“, das sogar schon den Fox Award gewonnen hat.

Das ist spannend für mich, da ich auch in den verschiedenen Redaktionssitzungen dabei sein werde und einfließen lassen kann, was es neues aus dem Bereich Innovation gibt. Alle diese Broschüren werden von regionalen Druckereien auf einem Papiermix aus recycelten und frischen, FSC-zertifizierten Fasern gedruckt und von uns CO2 -neutral gestellt.

Zusätzlich zu den Magazinen liegt auch die Kraftwerksbesichtigungen, Schulinformationen, wie Lernposter oder Energie für Ideen (EFI) im Bereich Kommunikation.

Eine solche Besichtigung des Kraftwerkes machen wir wie rund 11.000 Gäste jährlich auch. Bei der Fischtreppe geht es los, erst über und dann unter dem Kraftwerk durch.

Der Kran auf dem Kraftwerk kann bis zu 100 Tonnen heben. Das klingt für mich erst mal überdimensioniert, so einen Baumstamm aus dem Wasser zu fischen, kann doch nicht so schwer sein. Kurz darauf stehen wir vor einer Dammtafel: mit 27 Tonnen Eigengewicht ragt sie empor. Wenn sie gegen den Druck des Wassers hochgezogen wird, entspricht die benötigte Kraft fast dem doppelten Gewicht. Auf den Kran wirken zusätzlich Hebelkräfte… vielleicht sind 100 Tonnen doch nicht so viel.

Zehn Turbinen gibt es hier in Laufenburg, mit den Dammtafeln kann man sie vom Wasser abschotten. Zum Abschluss der Führung gehen wir unter dem Rhein an den Turbinen vorbei und sind beeindruckt von den gewaltigen Maschinen.

Wasserkraftwerk Laufenburg

Beim Weg über den Parkplatz erzählt mir Pamina von ihrer Idee einer internen Mitfahrer-Plattform. Viele Kennzeichen scheinen aus derselben Ecke zukommen, also würde sich eine Absprache sicher lohnen.

Ich habe das Glück meinen Weg zur Arbeit bequem zu Fuß zurücklegen zu können, aber die Idee finde ich trotzdem gut, mal sehen was sie in den nächsten Wochen umsetzen kann.

Peter Krüger gibt uns eine Einführung in Arbeitssicherheit und erzählt uns freudestrahlend vom Stromnetz. Als gleichdenkender Elektrotechniker merke ich wie sich das Lächeln auch auf mein Gesicht überträgt. Er zeigt uns Bilder von Traktoren, die Strommasten umgefahren haben und riesige Fahrzeuge zur Verlegung von Kabeltrassen.

Wir lernen, dass das Kraftwerk in Laufenburg doppelt so viel Strom produziert, wie zum Beispiel Bad Krozingen braucht. Dass Laufenburg einer der größten Knoten im europäischen Verbundnetz ist, weiß ich aus dem Studium, aber der Begriff „Stern von Laufenburg“ ist mir neu, passt aber sehr gut.

Zum Abschluss der Schulungen teilt uns eine Kollegin aus der Personalabteilung einen Feedbackbogen aus. Er besteht aus zwei Blättern, auf dem zweiten stehen sogar nur zwei Zeilen. Pamina schaut kritisch und ich stelle fest, dass ich nicht der einzige bin, der sich bei der Umstellung schwertun wird.

Zum Thema Papiersparen stoße ich im Intranet auf eine Diskussion im Ideenforum. Einige Firmen würden sogar weißes Papier mit einem Ökoeffekt bedrucken, heißt es da. Die Kunden entscheiden, nur „leider viel zu oft für Schein statt Sein [..], da sie sich zu wenig mit den Fakten auseinandersetzen“.

Bequem sind wir alle, keine Frage. Wenn man das mit dem Papiersparen wirklich ernst meint, müsste man die Druckeinstellungen so ändern, dass automatisch beidseitig gedruckt würde. Und schwarzweiß. Und zwei Seiten pro Blatt.

Ich schaue mir das Thema mit Pamina zusammen an, als sparsame Studentin ist sie darin geübt. Als wir die Klicks zählen wollen, die man mehr braucht um das alles einzustellen, fällt auf, dass der Drucker gar nicht beidseitig drucken kann. Eine Kollegin schafft schnell Abhilfe: auf dem ausgeliehenen Laptop war der Drucker nicht richtig eingerichtet. Jetzt sind es noch zwei Klicks pro Einstellung. Ob das nur uns so geht? Wir werden mal in der IT-Abteilung nachfragen, ob man das den Kollegen leichter machen könnte.

Auf dem Heimweg sehe ich in meiner Straße ein Auto mit unserem Firmenlogo. Die Elektromobilität breitet sich weiter aus und ich bin froh ein Teil dieser Bewegung sein zu können.

 

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