Wenn der Kundendienstmeister im Turbo umweltschonend durch Lörrach düst, fliegen die Köpfe der Passanten. Das grün-weiße Lastenrad des ED Netze Mitarbeiters bietet noch mehr: Ein Parkplatz ist immer frei.

„Von allen Energiedienst Mitarbeitern bin ich am ökologischsten unterwegs“, begrüßt mich Christian Arnold. Er trägt, das graue ED Netze T-Shirt, eine blaue Brille und ein Lächeln. Ich besuche ihn im technischen Standort der ED Netze im Lörracher Gewerbegebiet in der Schlachthofstraße. Seit 2015 arbeitet Christian Arnold als Kundendienstmeister im Raum Lörrach. Hier betreut der Stettener alles, was mit der Strommessung zusammenhängt. Zum Beispiel wartet und wechselt er Zähler und liest Strom ab für die Kommune. Bei der Jahresablesung klappert er 300 bis 400 Stellen ab vor allem in der Stadtmitte.

Lastenrad in Lörrachs Innenstadt

Das Elektro-Lastenrad steht beim technischen Standort der ED Netze in der Schlachthofstraße. Von hier aus betreut Christian Arnold seine Lörracher Kunden.

 

Fahrradlust statt Parkplatzfrust

Die Idee für das Elektro-Fahrrad kam ihm bei einem Kundentermin in der Innenstadt. Der Kundendienstmeister fuhr damals noch mit seinem Dienstauto hin, das mit Biogas fährt. „Die Arbeit dauerte etwa 15 Minuten, während ich eine Stunde mit dem Auto dafür unterwegs war. Parkplätze sind in der Innenstadt einfach rar. Das hat mich frustriert. Mir wurde klar: Ich brauche ein Fahrrad“, erzählt Christian Arnold. Markus Nägele, Leiter der ED Netze, fand die Idee gut und unterstützte das Projekt. Die Wahl fiel auf ein Lastenrad mit Elektromotor. Damit kann der Kundendienstmeister rund um die Uhr in die Innenstadt bis zur Türe seiner Kunden fahren.

Akku für Elektro-Lastenrad

Der Lithium-Ionen-Akku hat je nach Beladung des Lastenrads eine Reichweite von 70 bis 100 Kilometern.

Retro-Chic mit Akku

Mit etwas Phantasie ähnelt sein Lastenrad einem Eiswagen. Überall, wo er hinkommt, ist er schnell umringt von Interessierten. Das Elektromobil hat drei Räder sowie eine große und eine kleine Transportkiste. „In der großen Kiste verstaue ich alles, was ich für eine Tour brauche: Den 10 Kilo schweren Werkzeugkoffer, Kunststoffboxen mit Messgeräten und Zubehör“, erklärt Christian Arnold. Hier passen auch Getränkekisten rein. Markus Nägele probierte es aus, als er den Energiedienst-Läufern beim Stadtlauf Lörrach kühle Getränke brachte.

Der Kundendienstmeister tramsportiert Werkzeuge.

Statt Eis und Sonnenschirm hat der Kundendienstmeister Werkzeugkoffer und Zähler in der Transportkiste.

 

Radfahren neu erleben

Ich setze mich auf den Sattel. Das Rad ist startklar, denn der Akku steckt bereits in der Halterung im Rahmen. Das Display zeigt 170 Kilometer, die Christian Arnold von Mitte Mai bis August 2018 gefahren ist. Vier Gänge mit unterschiedlich großer Elektrounterstützung stehen zur Auswahl. Für meine erste Runde wählt er einen geringeren Tretwiderstand. Ich radle auf den Vorplatz, den ich ganz für mich alleine habe. Da das vordere Rad und die hinteren Räder fast zwei Meter auseinanderstehen, ist es nicht so leicht das Gefährt zu lenken. Ich muss mich ganz schön in die Kurven hängen, um auch tatsächlich einen Bogen zu fahren. Doch das stabile Rad wirft nichts aus der Bahn. Mein zweiter gefahrener Kreis läuft schon runder.

Christian Arnold fuhr 170 Kilometer mit dem Lastenrad.

Bereits 170 Kilometer legte Christian Arnold mit dem Elektro-Lastenrad in den ersten vier Monaten zurück.

 

Ein Rad für den Alltag

Das Elektromobil hat der gelernte Elektriker und Betriebswirt des Handwerks schon ausgiebig getestet. Er ist damit auch schon längere Strecken gefahren zum Beispiel bis nach Hauingen. „Da ist eine Elektrounterstützung schon komfortabel“, grinst Christian Arnold. Auch ohne Akku-Power ist der 53-Jährige fit. Drei Mal die Woche geht er Laufen und macht als Coach seinen Schützlingen Tempo. Je nach den Aufträgen reicht ein Akku schon mal für eine ganze Woche, den er an einer normalen Steckdose auflädt. Und was ist bei schlechtem Wetter? „So lange es trocken ist, werde ich mit dem Lastenrad fahren. Die Arbeiten kann ich mir je nach Wetter flexibel einplanen“, antwortet der Kundendienstmeister.

Der Elektriker benötigt Stromzähler.

Für seine Kundentour braucht der Elektromeister und Betriebswirt vor allem Stromzähler.

 

Elektromobilität: Mit kleinen Schritten ans Ziel

Für Christian Arnold hat sich das Elektro-Lastenrad bewährt. Vielleicht macht das Model in Gebieten mit enger Bebauung und schwieriger Parksituation noch Schule und weitere Standorte werden mit E-Bikes beziehungsweise Lastenräder für Termine und Arbeiten angeschafft. Der überzeugte Radfahrer freut sich, über das große Interesse, dass das Elektro-Lastenrad weckt. „Bei der Elektromobilität ist es wie beim Laufen, man muss ein großes Ziel vorgeben und viele kleine Schritte gehen, um es zu erreichen.“

 

Technische Daten Elektro-Lastenrad „ProCargo CT1“

Akku500 Wattstunden
Ladezeitca. 4,5 Stunden
Reichweite70-100 Kilometer
Max. GeschwindigkeitMotorunterstützung bis 25 km/h, führerscheinfrei
Gewicht48 Kilo
Zuladung240 kg (Fahrer + Zuladung)

Mehr Infos unter www.sortimo.de

 

Das Land Baden-Württemberg fördert Elektro-Lastenräder mehr Infos unter https://vm.baden-wuerttemberg.de/de/verkehrspolitik/elektromobilitaet/foerderung-elektromobilitaet/foerderung-e-lastenraeder/

 

Ingrid Mardo

Ingrid Mardo arbeitet in der Unternehmenskommunikation: „Als Mitarbeiterin in der Unternehmenskommunikation vermittle ich der Öffentlichkeit, was Energiedienst tut. Dafür muss ich geländegängig sein: bin mal Schreiberling, Pressebetreuer, Aufnahmeleiterin oder Twitterfee. Schwerpunkte meiner Arbeit sind Pressearbeit, Publikationen und Social Media.“

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