Vom flachen Norden in den bergigen Süden. Das ist ein Umzug mit extremer landschaftlicher Umstellung, den ich hinter mir habe. In meiner alten Heimat habe ich kaum Steigungen auf Radwegen sowie Straßen gehabt. Das Steilste war die in einem Bogen über die Autobahn geführte Brücke gewesen. Hier im Süden geht es hinauf und hinab. Ständig und immer wieder. Für mich sind Hügel schon Berge, wenn ich auf dem Fahrrad sitze.

Ich liebe das Fahrradfahren, doch die Steigungen im Süden Deutschlands sind mir manchmal zu „heftig“, um eine längere Radtour zu machen. Also überlege ich, wie ich mit meinem mountainbike-affinen Mann mithalten kann. Damit ich bei der nächsten Radtour nicht wieder einen „roten Schlips“ trage  – mir nämlich hechelnderweise die Zunge raushängt. Schließlich will ich mithalten können und dennoch sportlich unterwegs sein. Ein E-Roller kommt also nicht in Frage. Was kann ich tun?

Ein Mountain Bike habe ich. Meine erste Überlegung ist: Noch ein zweites Rad mit Elektromotor kaufen? Ein Pedelec ist gar nicht mal so preiswert. Zu den Kosten von einem „normalen Fahrrad“ kommt ja der elektrische Antrieb hinzu. Wenn man nun um die 800 bis 900 Euro für ein gutes Fahrrad annimmt, dann kann man für den elektrischen Antrieb mit nochmal den gleichen Kosten rechnen. In vielen Berichten, die ich bisher las, gibt es die Daumenregel, dass man um die 1.700 Euro als Minimum rechnen sollte. Wenn man auf Qualität achtet. Wie ich mich und meinen guten Geschmack kenne, komme ich unter 2.500 Euro nicht aus einem Fachgeschäft. Der Markt ist recht unübersichtlich, aber ein Billig-Pedelec kommt mir nicht ins Haus, beschließe ich. Doch was ist die Lösung für mich?

Alternativen zu einem Pedelec

So schaue ich mich um und finde einen Anbieter für den nachträglichen Einbau eines Elektroantriebs mit Akku. Die Firma heißt Z Institute AG und kommt aus der Schweiz, aus Baar. Der Umbausatz heißt Bimoz und wird „Beimoss“ ausgesprochen. Die erste Voraussetzung ist ein handelsübliches Fahrrad. Das habe ich. Doch was bietet mir der nachträgliche Umbausatz zum E-Mountain-Bike?

Die Reichweite scheint fast überdimensioniert für mich, denn es werden 40 bis zu 150 Kilometer versprochen. Je nach Akkupack. Wobei klar ist, dass es kein Antrieb wie bei einem E-Roller ist, sondern ich auf jeden Fall noch in die Pedale treten muss. „Füße hoch“ und laufen lassen ist nicht möglich.

Wie schwer wird mein Fahrrad sein, wenn ich es umgebaut habe? Ich erinnere mich mit Grausen daran, dass ich ein Pedelec bei einer Probefahrt über einen hohen Bordstein heben musste. Das war mir deutlich zu schwer. Beim Bimoz sollen nur knapp zwei Kilogramm Gewicht dazu kommen – inklusive des Akkupacks. Damit könnte ich gut zurecht kommen.

Smart unterwegs mit einem E-Mountain-Bike

„Gibt es dafür eine App?“ – Die Standardfrage einer Technikbegeisterten wie mir. Ich bin überrascht, dass man nach dem Umbau nicht nur ein E-Fahrrad hat. Ich hätte dann ein Smart-E-Mountain-Bike. Die App nimmt die Route auf, die man immer wieder abrufen und auch mit Freunden teilen kann. Eine Trainerfunktion ist ebenfalls dabei. Wie bei einem Ergometer hält diese verschiedene Schwierigkeitsgrade und Trainingsprogramme bereit. Dabei wird auch der Elektromotor entsprechend gesteuert. Denn je nach Level wird mehr oder weniger elektrisch unterstützt. Mit einem zusätzlichen Messgerät wird die Pulsmessung in die App übertragen. Mein Puls wird gerade schneller, denn ich denke an die Kosten. Das muss doch sehr teuer sein, oder?

Was müsste ich investieren, wenn ich mein (vorhandenes) Mountain Bike nicht mitrechne? Zunächst die Anschaffungskosten des Bimoz und dann noch der Fahrradwerkstattbesuch? Ich lese, dass – mit ein wenig Geschick – der Umbau in 20 Minuten erledigt sein kann. Do it yourself, keine Werkstatt! Doch was kostet der Umbausatz Bimoz? Ich bekäme einen 250 Watt Mittel-Motor mit einem Standard-Akku (Kapazität: 80 Watt-Stunden), der bei 50 Prozent Leistung 1,5 Stunden hält, und die Bedieneinheit für den Lenker.

Regulär kostet ein solches Einsteigerpaket 1.669 USD, das sind um die 1.500 Euro. Als günstigeres Crowdfunding-Produkt ist Bimoz zurzeit ausverkauft, da wären es nur 899 USD gewesen. Zu spät gekommen! Aber nun habe ich erstmal Zeit, mir zu überlegen, was ich wirklich möchte. Einen Umbau oder ein neues Pedelec?

Es gibt noch viele weitere Nachrüstsätze, die ich in den Weiten des Webs gefunden habe. Aber bei 6,5 Kilogramm Zuladung zum ähnlichen Preis war ich nicht so begeistert. Auch möchte ich mir keinen Gepäckträger auf mein Mountain Bike montieren, um die Batterie zu transportieren.

Kommt die steuerliche Förderung für E-Bikes und Pedelecs?

Bevor ich mich entscheide, sollte ein Beschluss vorliegen! Ich warte nämlich noch darauf, was die Bundesregierung zum Vorschlag des Bundesrats sagt. In einer Pressemeldung wird über den Entwurf eines Gesetzes zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität hingewiesen. Einerseits geht es um die Förderung bei der Anschaffung der Elektrozweiräder als Kaufanreiz. Andererseits sollte auch die „Dienstwagenregelung“ um Pedelecs und E-Bikes erweitert werden, was sich steuerlich positiv auf Unternehmerseite/Nutzerseite auswirken sollte. Wäre eine Förderung in dieser Form sinnvoll? Ich freue mich auf Ihre Kommentare dazu.

Mehr über das Thema Pedelec

Die Energiedienst-Autoren Marco Albrecht und Dirk Baranek haben jeweils sehr schöne Artikel über Pedelecs verfasst. Meine klare Leseempfehlung für Sie, wenn es um Tipps, Informationen und interessante Erfahrungsberichte geht!

Pedelecs: Fahrrad fahren mit Sieben-Meilen-Stiefeln

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