Baden-Württemberg im Jahr 2030: Menschen regeln mit ihrer Energiewende-Box ihre Photovoltaik-Anlage. Sie verwenden den Strom vom Dach für Gefriertruhe, E-Auto und Kaffeemaschine. Brauchen sie keinen Strom vom Dach, speichern oder verkaufen sie ihn. Ganz einfach. Und preisgekrönt: Der Jurypreis im „BEO – Wettbewerb für Berufliche Schulen“ der Baden-Württemberg Stiftung ging nach Villingen-Schwenningen. Zwei aus dem Siegerteam der dortigen Gewerbeschule: unsere Azubis Philip Merz und Dominik Zeller.

Ein BEO im Lehrerzimmer

BEO steht nun im Büro von Bernhard Fetscher. Anfang Mai brachten der Lehrer der Gewerbeschule und seine sieben Schüler die Trophäe von Stuttgart nach Villingen-Schwenningen. Dominik Zeller erinnert sich an die Siegerehrung im Wizemann-Areal: „Das war ein wahnsinniges Gefühl, als wir gewonnen haben und auf der Bühne die Besten waren“. Der 19-Jährige und sein Azubi-Kollege Philip Merz (ebenfalls 19) lernen beim Energiedienst-Tochterunternehmen ED Netze GmbH im dritten Lehrjahr Elektroniker für Betriebstechnik.

Bei der Preisverleihung: Die stolzen Gewinner mit ihrer Energiewende-Box.

 

„Ich würd‘ es wieder tun“

Die Idee, am landesweiten Wettbewerb teilzunehmen, hatte Gewerbeschullehrer Bernhard Fetscher. Das Thema für alle Teams: „Baden-Württemberg 2030: Wie wollen wir leben und was müssen wir dafür tun?“. Viel Arbeit wartete auf die Schüler der Gewerbeschule. Im Wettbewerb schafften es schließlich sechs Teams mit ihrem Projekt ins Finale. Der gesamte Prozess von der Idee, der Durchführung bis zur Dokumentation musste ab da fit für die letzte Wettbewerbsrunde gemacht werden. „Das war schon eine anstrengende Zeit, in der wir auch in unserer Freizeit viel realisiert haben. Aber wir würden es immer wieder tun“, so Philip Merz.

Kreativ in die Zukunft

Ausbilder Andreas Waldner (ED Netze) gibt den beiden jungen Männern Recht und fühlt sich in seiner Philosophie bestätigt: „Klar, so ein Preis ist eine tolle Sache, aber nebenbei haben sie unglaublich viel gelernt und gezeigt, dass sie echte Talente sind hier in Baden-Württemberg, die mit ihrer fundierten Ausbildung Großartiges bewirken können“. Genau darum geht es bei BEO: „Herausfordernde Fragestellungen, die kreative Lösungsansätze erfordern und beitragen, die Zukunftsfähigkeit Baden-Württembergs zu erhalten“, heißt es in der Beschreibung.

Box für Energiewende

Das Team der Gewerbeschule Villingen-Schwenningen mit Philip und Dominik nahm die Herausforderung an. Die jungen Männer, allesamt Auszubildenden des dritten Lehrjahres zum Elektroniker für Betriebstechnik bzw. Energie und Gebäudetechnik, schufen die „Energiewende-Box“. Ein kleines, dezentrales System, das Eigentümern einer Photovoltaik-Anlage hilft, seine Anlage effizienter zu nutzen. Dabei handelt es sich um eine kleine steckbare Box, mit intelligenter Siemens Simatic IOT 2020 Steuerung. Sie wird an kleinen Energiespeichern im Haushalt oder in der Industrie angeschlossen, zum Beispiel an Kompressoren oder Gefriertruhen.

So funktioniert die Energiewende-Box…

 

Die Box steuert z.B. bei Energieüberschuss die Gefriertruhe über ihre Nenntemperatur hinaus, sodass sie den restlichen Tag keine Energie mehr beziehen muss. Dadurch verhindert sie, dass der eigenproduzierte Strom billig verkauft und zum späteren Zeitpunkt wieder teuer eingekauft werden muss. Eine Grundidee, die eine Photovoltaikanlage für Privathaushalte attraktiver und rentabel macht.

Durch Sponsoren und finanzielle Unterstützung der BW-Stiftung konnten die Azubis aus Villingen-Schwenningen die alte schuleigene PV-Anlage demontieren und eine neue bzw. effizientere montieren. Erst dadurch wurde eine Umsetzung des Projektes möglich. Das Gestell der PV-Anlage erwarb das Team bei der TRITEC AG, ebenfalls eine Energiedienst-Tochter.

 

Wahre Geschäftsidee macht stolz

Die Energiewende-Box, ein Siegerprojekt, befand die Jury: „Es setzt sich mit einer komplexen Fragestellung auseinander, ist innovativ und präsentiert im Ergebnis eine wahre Geschäftsidee“. Lob für die Gruppe gab es zudem: „Sie band selbstständig externe Partner ein und gemeinsam haben die Schüler etwas erschaffen, auf das sie stolz sein können, und eine Erfahrung gemacht, auf die sie immer wieder zurückgreifen können“.

Ein Gewinn für Gemeinschaft

Neben der „BEO“-Trophäe fürs Zimmer von Lehrer Fetscher durften sich die Schüler über ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro freuen. Das teilen sie, aber nicht unter den sieben Preisträgern. Dominik Zeller: „Wir haben uns überlegt, dass wir mit der ganzen Klasse zusammen eine Exkursion machen. Dann haben alle etwas von dem Sieg und wir können das gemeinsam feiern“. Auch dazu bleibt nur eins zu sagen: Herzlichen Glückwunsch!

 

Hintere Reihe v.l: Philip Merz (ED Netze), Benedikt Gut, Marcel Schwinge, Joshua Dornfeld, Projektbetreuender Lehrer Bernhard Fetscher. Untere Reihe v.l: Marco Maier, Dominik Zeller (ED Netze), Dejan Micanovic. Lehrer Bernhard Fetscher absolvierte übrigens Anfang der 90-er Jahre seine Ausbildung bei KWL (heute Energiedienst).

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