Als der deutsche Erfinder Carl Benz am 29. Januar 1886 auf dem Patentamt seinen „Motorwagen Nummer 1“ anmeldete, war ihm mit Sicherheit bewusst, dass er nicht der Erste war. Antriebe mit Dampf oder Strom hatten schon Jahre vorher begonnen, die Pferdekutsche in den Ruhestand zu schicken. Und selbst im Jahre 1900 fuhren beispielsweise in den USA noch 40 Prozent der Automobile mit Dampf, 38 Prozent elektrisch, und nur 22 Prozent mit Benzin. Fünfzig Jahre später jedoch arbeitete weltweit in fast jedem Fahrzeug ein Verbrennungsmotor! Wie war das möglich? Wie konnte eine einzige Antriebsart einen derart beispiellosen Siegeszug antreten? Und warum wollen wir heute wieder zurück zum E-Motor?

 

Ein Benz Victoria aus dem Jahre 1893. Damals vor allem in Frankreich ein Kassenschlager.

 

Die Anfänge

Selbstverständlich könnte man an dieser Stelle weit ausholen und von der Erfindung des Rades um 4000 vor Christus anfangen. Man könnte vom daraus hervorgegangen Wagen in all seinen Ausprägungen berichten. Von Wagen, die in der frühen Landwirtschaft oder in der Kriegsführung verwendet wurden. Vom Ochsenkarren bis hin zum fahrbaren Belagerungsturm war alles mobil. Aber eben nicht automobil. Gefährte, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts unterwegs waren, wurden allesamt durch Muskelkraft bewegt. Ob das ein einzelner Bauer, ein Ochse, mehrere Pferde oder eine große Anzahl an Sklaven waren, hing ganz vom Gefährt ab. Der Prunkwagen, mit dem Kleopatra 46 v.Chr. ins frühlingshafte Rom einzog, konnte aufgrund seines Gewichts beispielsweise nur von Elefanten gezogen werden.

 

Die Anfänge, Teil 2

Nachdem der Schotte James Watt im Jahre 1768 den Wirkungsgrad der Dampfmaschine stark verbessern konnte, war es der Franzose Nikolas Cugnot, der 1769 im Auftrag des Französischen Militärs das erste mit Dampf betriebene Automobil und damit auch einen Vorläufer der Dampflok konstruierte. Das Gefährt beendete seine Jungfernfahrt mit einem lauten Rums an einer Kasernenmauer. Die Lenkung – und vieles Andere – war einfach noch nicht ausgereift. Eines konnte Herrn Cugnot aber schon damals niemand mehr nehmen: Er hatte das Auto erfunden! Und das Prinzip der Dampfmaschine trat zu dieser Zeit einen großen weltweiten Siegeszug an. Sowohl in Fabriken als auch mobil eingesetzt in Autos und Lokomotiven. Platz 1 in der Geschichte der Automobilen Antriebe geht also zweifelsohne an die Dampfmaschine.

 

Dampf-Auto von Jacquot aus dem Jahre 1878

 

Going electric!

1839 baute Robert Anderson in Aberdeen (schon wieder ein Schotte) das erste Elektroauto der Welt. Als erstes „offizielles“ elektrisches Straßenfahrzeug gilt aber das Trouvé Tricycle von M. Gustave Trouvé in Paris aus dem Jahr 1881. Fünf Jahre vor Carl Benz‘ Patent! Das E-Auto erreichte eine Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h, die Reichweite betrug max. 26 Kilometer. Das erste bekannte deutsche Elektroauto baute 1888 die Coburger Maschinenfabrik A. Flocken.

Vermutlich handelt es sich bei diesem vierrädrigen Elektroauto um den weltweit ersten elektrisch angetriebenen Personenkraftwagen. Die Definition eines PKW lautet nämlich folgendermaßen: Fahrzeuge zur Personenbeförderung mit mindestens vier Rädern. Und da der Flocken Elektrowagen als erster vier Räder hatte, steht er heute auch in den Geschichtsbüchern. 131 Jahre ist das her und es war erst der Anfang. 1939 gab es weltweit 565 Marken, die Elektroautos bauten. Alleine 29 davon in Deutschland.

 

Wo sind die denn alle hin?

Allerdings setzte bereits ab 1910 der langsame Niedergang des Elektroautos ein. Aber warum? Im Wesentlichen machen Historiker drei Faktoren dafür verantwortlich. Zum einen sorgte der Einfluss der Amerikanischen Standard Oil Company (Inhaber John D. Rockefeller) für eine massive Bevorzugung des Verbrennungsmotors. Die Firma beherrschte zuweilen bis zu 70 Prozent des Weltmarktes und konnte so die Preise für Erdölprodukte nach Gutdünken gestalten und damit massiven Einfluss auf andere Märkte nehmen.

Zum anderen begünstigte der 1. Weltkrieg diese Entwicklung, indem vom Militär Fahrzeuge mit hoher Reichweite und gut transportierbaren Kraftstoffreserven verlangt wurden. Stichwort Benzinkanister. Und da in Kriegszeiten viel Geld in Forschung und Entwicklung investiert wird und Produktionskapazitäten umgestellt werden, standen auch nach dem Krieg weiterhin alle Zeichen auf Verbrennungsmotor. Der dritte Faktor, der dem Elektroauto den Strom abstellte, war eher klein und unscheinbar. Er wurde 1911 in einem Cadillac getestet und für unheimlich praktisch befunden: Der elektrische Anlasser. Alle, die schon einmal einen störrischen Oldtimer mit der Hand angekurbelt haben, wissen, wie froh die Leute damals um diese Erfindung gewesen sein mussten.

 

Der Designer Paul Arzens entwarf 1942 das L’OEUF éléctrique (elektrisches Ei) als einen elektrischen Zweisitzer für den Pariser Stadtverkehr.

 

Und heute?

Als ich ein Jugendlicher war, gab es in meiner Heimatstadt genau ein Elektroauto. Ein Twike. Es sah aus wie ein großes Fieberzäpfchen und bot Platz für zwei Personen. Gefahren wurde es vom stadtbekannten „Öko“ und seiner jeweiligen Begleitung (oder einem Sack Bio-Kartoffeln, der passte auch prima auf den Beifahrersitz). Ähnlich individuell ging es mit dem Hotzenblitz zur Sache. Das E-Auto wurde zwischen 1993 und 1996 von einer Firma in Ibach konstruiert. Die Hotzenwälder Innovation hatte immerhin 70 Kilometer Reichweite und keine Fahrradpedale wie das Twike…

Eine Generation später sieht die Situation gänzlich anders aus. Über „Ökos“ wundert sich kein Mensch mehr, Bündnis 90 / Die Grünen erreichen in der aktuellen Sonntagsfrage 20 Prozent und meine Kinder saßen im zarten Alter von 3 Jahren bereits zum ersten Mal in einem Elektrofahrzeug, das in Serie produziert wird. In den vergangenen 25 Jahren scheint sich also Einiges bewegt zu haben. Aber was?

 

Alles Wichtige dabei: Batterie und eine Kiste Bier. Mit dem Hotzenblitz ließ sich prima ins Grüne fahren.

 

Zeitenwende

Unser Bewusstsein für Energie und deren sinnvolle Verwendung hat sich radikal verändert. Das liegt auch an einer immer größer werdenden Anzahl an glaubwürdigen Forschungsergebnissen, die nahelegen, dass der Mensch und dessen Nutzung fossiler Energieträger hauptverantwortlich für den Klimawandel ist. Abgesehen davon besteht auch bei Leugnern des vom Menschen verursachten Klimawandels Konsens darüber, dass fossile Brennstoffe endlich sind. Von daher haben beide Lager genügend Gründe, über Alternativen nachzudenken.

Zumal ein E-Fahrzeug die Energie nicht nur in Form einer Batterie mit sich tragen kann. Mit einer Brennstoffzelle ausgestattet kann ein Fahrzeug zügig mit Wasserstoff betankt werden und damit den E-Motor antreiben. Ein Konzept, das gerade im ÖPNV stark vorangetrieben wird. Und da Wasserstoff aus überschüssigem Ökostrom erzeugt werden kann, ist das Ganze auch ein wertvoller Baustein für eine stabile Energiewende.

 

Die Zukunft

Meine Kinder, spätestens meine Enkel, werden den Besitz eines Automobils lange nicht mehr als so wichtig erachten, wie unsere Generation das tut. Ein gut ausgebautes Carsharing-Netz kombiniert mit einer lückenlosen Ladeinfrastruktur wird in Zukunft einen Großteil unserer Mobilität ausmachen. Auch im ländlichen Raum. Reichweiten von 300 Kilometern sind auch heute schon mit batteriebetriebenen Fahrzeugen möglich.

Also keine Angst vor der Zukunft und auf zu einer Testfahrt! Unter www.my-e-car.de finden Sie alles, was Sie dazu brauchen.

 

Für die Zukunft gerüstet: Der Renault ZOE von my-e-car!

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