Eine Staubwand steht über dem Schotterplatz, die Sonne brennt erbarmungslos auf das hochbeinige Gefährt. Drinnen schwitzt der Fahrer, über dem heißen Blech flirrt die Luft. Der Instruktor gibt letzte Anweisungen. Das Fahrzeug neigt sich deutlich zur Seite. Mensch und Maschine sind gleichermaßen gefordert.

Nach der extremen Schrägfahrt-Passage stellt die anschließende grobe Schotterpiste das Fahrwerk und die Wirbelsäulen der Besatzung auf eine harte Probe. Dann verschwindet das Gefährt jäh hinter einer Kuppe, nur um kurz darauf auf der gegenüberliegenden Seite wieder steil empor zu kraxeln.

Das Fahren auf der Schotterpiste stellt hohe Anforderungen an Mensch und Maschine.

Hier in rund 900 Metern Höhe auf dem Hochplateau der Baar ist die Aussicht fantastisch, doch der Fahrer hat für die Schönheit der Natur jetzt keinen Sinn. Er konzentriert sich auf seine nächste Aufgabe.

Unten im Tal sonnt sich derweil das Städtchen Geisingen. Oben im Offroadpark im Steinbruch sorgt der Unimog, das Universal-Motor-Gerät der Daimler AG, an diesem heißen Sommertag für mächtig viel Staub. Die Runde mit all ihren Schikanen ist gemeistert, Mensch und Maschine sind heil am Ziel angekommen. Hier wartet in der prallen Sonne schon der nächste Fahrer auf den anspruchsvollen Parcours.

Sieht aus der Ferne leicht aus, ist es aber nicht. Das Fahren mit dem Unimog will gelernt sein.

15 Mitarbeiter der ED Netze haben sich hoch oben im Geisinger Steinbruch eingefunden, um am ersten Energiedienst-Fahrsicherheitstraining auf dem Unimog teilzunehmen.

Hochspannungsleitungen stehen selten direkt am Straßenrand. Meist müssen die Monteure der ED Netze für Wartungs- und Reparaturarbeiten teils unwegsames Gelände durchqueren. Steile Hänge, Felsen und Bachläufe erschweren die Anfahrt. Viele Masten lassen sich nur mit geländegängigen Fahrzeugen erreichen.

Doch das Fahren im Gelände will gelernt sein, deshalb legt Energiedienst großen Wert auf regelmäßige Schulungen. Erstmals durften nun Mitarbeiter der ED Netze ein speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmtes Fahrsicherheitstraining absolvieren.

In drei Gruppen zu je fünf Fahrern absolvieren sie im Wechsel unterschiedliche Aufgaben. Doch bevor es an das praktische Arbeiten mit und an den Fahrzeugen geht, gibt es eine theoretische Einweisung durch Michel Dicke, Regionalleiter Vertrieb Unimog.

Auch ein starkes Gefälle ist für den Unimog kein Problem.

In knapp einer Stunde fasst er alles Wichtige zum Fahren im Gelände zusammen und versucht vorhandenes Wissen zu vertiefen. „Jedes Fahrzeug ist anders“, mahnt er die Zuhörer zur Vorsicht.

Vor jeder Fahrt ins Gelände müsse als erstes die Kabine aufgeräumt werden. Insbesondere lose Gegenstände seien zu sichern. Im Gelände sind die Scheiben geschlossen zu halten, sagt Dicke. Zu leicht könne man sich sonst am Rand der Scheibe verletzen. Grundlagen eben – oft gehört, schnell vergessen. Dass die Daumen während der Geländefahrt auf und nicht im Lenkrad liegen, daran erinnern sich alle Teilnehmer.

Dann geht es ans Eingemachte: Wann werden die Differenzialsperren eingesetzt und welchen Luftdruck sollten die Reifen im Gelände haben? „Im Zweifel immer besser langsamer fahren“, gibt Dicke seinen Zuhörern mit auf den Weg. Manchmal müsse man auch aussteigen und das Gelände vor der Fahrt begehen, weiß der Fachmann. „Und Fuß weg von der Kupplung, nicht mit schleifender Kupplung durchs Gelände fahren!“

Die Mitarbeiter der ED Netze sind gleich mit mehreren eigenen Fahrzeugen zum Sicherheitsfahrtraining im Steinbruch angerückt.

Zum Fuhrpark der ED Netze zählen hochmoderne neue Unimog. Mit ihrem permanenten Allradantrieb, einer großen Bodenfreiheit und einer hohen Steigfähigkeit sind sie die idealen Geländegänger.

Der richtige Umgang mit den Unimogs abseits der befestigten Wege setzt einiges an Wissen und Übung voraus. Aber auch der korrekte Umgang mit dem Arbeitskorb sowie das Aufziehen von Gleitschutzketten müssen immer wieder geübt werden.

Beim Einsatz des Arbeitskorbes gibt es einiges zu beachten. Die Schulungsteilnehmer sind ganz Ohr.

Das praktische Arbeiten mit Kran und Arbeitskorb erfordert die volle Aufmerksamkeit aller Beteiligten. Vieles kann man falsch machen, weiß Instruktor Willi Heberle von der Firma Werner. Die Sicherheit beginnt bereits beim Tragen der richtigen Kleidung, deshalb ist beim Arbeiten das Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung erforderlich, dazu zählt insbesondere der Schutzhelm.

Hydraulische Stützen sorgen für ausreichende Standsicherheit beim Arbeiten mit dem Kran und dem Arbeitskorb.

Bevor jedoch der Arbeitskorb zum Einsatz kommt, muss das Fahrzeug einen sicheren Stand haben. Dazu werden die hydraulischen Stützen ausgefahren. Auch hierbei gibt es einiges zu beachten. Doch die Mitarbeiter der ED Netze sind alte Hasen, ihr Fahrzeug steht schnell.

Wenn der Unimog sicher steht, kann der Kran ausgefahren werden.

Jetzt kommt auch der Arbeitskorb zum Einsatz.

Zum Aufziehen der Gleitschutzketten, von allen nur Schneeketten genannt, haben sich die Instruktoren mit ihren Schülern in ein kleines Wäldchen verzogen. Hier im Schatten zeigt Paulo Pinto von der Firma RUD, worauf es beim Anlegen der Ketten ankommt und wie diese möglichst schnell montiert werden.

„Wir haben heute alle viel gelernt, insbesondere unsere jungen Fahrer“, sagt Energiedienst-Fuhrparkleiter Meik Römer. „Der Unimog kann viel, aber man muss ihn auch bedienen können. Daher legen wir großen Wert auf regelmäßige Schulungen. Das erste speziell auf die Bedürfnisse unserer Fahrer abgestimmte Fahrsicherheitstraining war ein voller Erfolg. Ich denke, es hat allen großen Spaß gemacht, freut sich Römer. „Wir haben lange nach einem geeigneten Trainingsgelände gesucht. Bei unserem Vorhaben wurden wir von der Unimog Generalvertretung Knoblauch unterstützt.“

Ein anstrengender Tag liegt hinter den Instruktoren und den Mitarbeitern der ED Netze.

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