Normalerweise wäre ich ja höchst irritiert, wenn zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge auf das Gelände des Wasserkraftwerks in Wyhlen fahren und furchtbar viele Feuerwehrleute mit Atemschutz und einem Schlauch versuchen, in einen brennenden Container auf unserem Gelände zu gelangen.

Feuer im Kraftwerk?

Nein, Gott sei Dank nicht. Also keine Sorgen, Blutdruck wieder runterfahren, keine Krisenkommunikation in Gang setzen, sondern einfach nur beobachten.

Aber was macht dann die Feuerwehr im Kraftwerk? Einfache Antwort: Die Feuerwehrleute üben das Löschen von Bränden. Klar, das ist jetzt nichts Neues und eigentlich keinen Blogbeitrag wert. Aber diesmal geht es um besondere Brände, nämlich um Brände, bei denen Strom und Gas dabei sind. Und nun kommt auch Energiedienst in Spiel.

Selten haben nämlich die Feuerwehren die Gelegenheit so etwas ungefährdet in einem realistischen Umfeld zu trainieren. Und für dieses realistische Umfeld sorgt der blaue Brandübungscontainer, den uns die EnBW zur Verfügung gestellt hat. Energiedienst wiederum ermöglicht nun den Feuerwehren im Landkreis Lörrach damit zu üben und stellt ihn im Herbst auch für die Feuerwehren im Landkreis Waldshut bereit.

Eigentlich hatte ich mir den Container größer vorgestellt, da bin ich ganz ehrlich. Was soll man da alles trainieren können? Zimmerbrand, Flashover, Feuer bei einer Gasleitung, Einstieg durchs Dach, Brand in einem Sicherungskasten. Aha, und das in dem kleinen Raum? Genau das ist das Realistische, werde ich von den Feuerwehrleuten aufgeklärt. Ein normales Zimmer ist schließlich auch nicht größer und man muss üben, mit Schlauch, Atemschutz und Ausrüstung zu zweit darin zurechtzukommen. Verstehe.

Feuerwehrübung

Blick in den Container: rechts Bett mit Bücherregal, links Gasleitung. Gemütlich ist anders.

 

Die ersten beiden Männer machen sich bereit. Sie knien vor der schmalen Tür. Einer hat einen Schlauch in der Hand. Im Innern des Containers brennt es, Flammen und Rauch schlagen aus dem Fenster. Vorsichtig tastet einer der Feuerwehrleute mit dem Handrücken die Tür ab. Temperatur okay? Wenn ja, Tür öffnen, kurzen Wasserstrahl in den Raum abgeben, Tür schnell wieder schließen und etwas warten.

Feuerwehrübung

Attacke!

Dann dringen die beiden in den Container ein, führen den Schlauch nach und schließen die Tür. Von außen sind nur noch Kommandos und Anweisungen über Funk zu hören. Der Rest spielt sich nun unbeobachtet im Innern des Containers ab und kann nur noch über das Fenster im Leitstand, der sich im vorderen Teil des Containers befindet, oder Video überwacht werden.

Feuerwehrübung

Da brennt ein Bett.

Nach wenigen Minuten kommen die beiden wieder aus dem engen Container heraus. Der Schlauch tropft, der Brand ist gelöscht, keine Verletzten.

Feuerwehrübung

Nach wenigen Minuten ist der Brand gelöscht.

Realistisch ist aber nicht nur die Enge im Raum. Im Leitstand kann das Szenario variiert werden. Wie viel Grad sollen es werden? Zwischen 300 und 600 Grad sind möglich. Da wird es in den orangefarbenen Jacken ganz schön heiß. Was soll brennen? Das Bücherregal, das Bett oder soll doch gleich ein Flashover (wenn das Feuer unter der Decke steht) simuliert werden? Alles kann mittels Gaszufuhr genau geregelt werden. Damit der Zimmerbrand noch etwas echter wirkt, können auch noch Hilferufe von Kindern eingespielt werden. Kein Problem, alles möglich, ganz nach Wunsch.

Feuerwehrübung

Alles im Griff. Von hier aus wird das Feuer gesteuert.

Mir reicht schon das Zuschauen von Außen. Heute üben Feuerwehrleute aus Rheinfelden. Dem einen oder anderen sieht man schon eine gewisse Anspannung an. Auch wenn sie solche Szenarios schon sehr oft „trocken“ geübt haben, ist es bestimmt mit echten Flammen etwas anderes. Insgesamt werden rund 300 Feuerwehrleute in den zwei Wochen, in denen der Container auf dem Gelände des Energiedienst-Kraftwerks in Wyhlen steht, üben und ihre Fähigkeiten testen. Da jeder Feuerwehrtrupp aus zwei Männern besteht und jeder Trupp zwei Szenarien übt, wird es also rund 300 Mal brennen. Nicht schlecht.

Als Energieversorger sehen wir es Teil unserer Verantwortung an, die Feuerwehren dabei zu unterstützen, sich so gut wie möglich auf derartige Brände vorzubereiten. Regelmäßig unterweisen wir deshalb die Feuerwehren und lassen das Löschen von Bränden in Umspannwerken üben. Dann natürlich ohne echte Flammen.

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