Heute erschien der Geschäftsbericht der Energiedienst-Gruppe für das Geschäftsjahr 2014.

Wer den neuen Geschäftsbericht mit dem aus dem Vorjahr vergleicht, wird sofort einen großen Unterschied feststellen: Er ist etwa um die Hälfte schlanker als sein Vorgänger. Ein Blick in das Inhaltsverzeichnis zeigt, dass dies mehrheitlich am Finanzbericht liegt.

Aktuell sind es nur 49 Seiten, während er sich im Vorjahr noch über 80 Seiten erstreckte. Dies liegt an der Umstellung auf eine andere Rechnungslegung, die den Geschäftsbericht in neuer Form erstrahlen lässt.

Begleiten Sie mich bei meiner Langlauf-Auszeit im Schwarzwald, um zu erfahren was der Grund für diese Entwicklung ist.

Schwarzwald_1

Der Schwarzwald präsentiert sich von seiner schönsten Seite. Dem perfekten Tag auf der frisch gespurten Langlauf-Loipe in der traumhaften Schneelandschaft steht nichts mehr im Weg.

Die Zeit ist reif

Wenn ein Projekt erfolgreich umgesetzt wurde, ist es immer gut, sich im Nachhinein die Zeit zu nehmen, um den Ablauf des Projekts nochmals zu reflektieren.

Und so ist es an der Zeit, dass ich mich auf die Stübenwasen-Loipe am Notschrei im Schwarzwald wage. Mit rund 20 Kilometer, einigen kräftigen Anstiegen und rasanten Abfahrten stellt die Loipe eine richtige Herausforderung für mich dar.

Eine richtige Herausforderung war auch die Umstellung der Rechnungslegung der Energiedienst-Gruppe im Geschäftsjahr 2014. Die Energiedienst-Gruppe hatte noch bis zum Abschluss 2013 ihren konsolidierten Börsenabschluss nach den international anerkennten Rechnungslegungsstandard IFRS (International Financial Reporting Standards) aufgestellt.

Neben dem True und Fair View Ansatz verfolgt IFRS unter anderem das Ziel, internationale Abschlüsse vergleichbar zu machen. Aufgrund von nationalen und politischen Einflüssen ist das IFRS-Regelwerk allerdings deutlich komplexer geworden, was sich auch in umfangreichen Erläuterungen im Anhang des Geschäftsberichts auswirkte.

Dies führte in den vergangenen Jahren zu einer deutlichen Zunahme der Seitenzahlen im Finanzbericht. Viele Fragen unserer Aktionäre und Analysten bezogen sich jedoch gar nicht auf diese mit viel Aufwand erstellten Erläuterungen im Anhang, sondern auf ganz andere Themen.

Natürlich hätten wir über einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess die Erstellung des Anhangs perfektionieren und noch verbessern können. Doch die Zeit war reif für eine Innovation.

Von der Idee zur Innovation

Vor ein paar Tagen hätte ich mir es nicht vorstellen können, heute bei Sonnenschein auf der Langlauf-Loipe zu stehen. Wie immer ist man vom Tagesgeschäft im Büro gefesselt und dann gibt es noch den inneren Schweinehund, den es zu überwinden gilt.

Schwarzwald_2

Der erste Schritt ist getan. Vom Büro raus in den Schwarzwald, rauf auf die Bretter und ab auf die Piste.

Die Idee die Rechnungslegung der Energiedienst-Gruppe auf Swiss GAAP FER umzustellen, war zunächst auch nur ein „zartes Pflänzchen“.

Bei Swiss GAAP FER handelt es sich um Fachempfehlungen zur Rechnungslegung, die in der Regel von kleinen und mittelgroßen Unternehmen in der Schweiz angewendet werden. Diese Fachempfehlungen sind im Vergleich zur komplexen IFRS-Welt deutlich einfacher und pragmatischer formuliert, ohne dass der True und Fair View Ansatz darunter leidet.

Das heißt auch mit der Rechnungslegung nach Swiss GAAP FER wird ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage vermittelt.

Mittlerweile bin ich auf meiner Langlauf-Tour an der heftigen Steigung zum Stübenwasen angekommen und muss ganz schön kämpfen.

Damit aus einer Idee eine Innovation wird, ist auch viel Einsatz erforderlich. Bei neuen Ideen gibt es in der Regel sofort ganz viele Bedenkenträger, die ganz viele Gründe vortragen, die gegen eine Umsetzung der Idee sprechen.

Viele Fragen können zu Beginn einer Innovation auch gar nicht beziehungsweise nur teilweise beantwortet werden. Und so braucht es Hartnäckigkeit und Ausdauer, um aus einer Idee eine Innovation werden zu lassen, die dann umgesetzt wird.

Und was ist der Lohn der Ausdauer: Begeisterung.

Ein Ausblick mit Begeisterung

Schwarzwald_3

Ja, ich hab es geschafft. Der Anstieg zum Stübenwasen ist gemeistert und jetzt werde ich mit einem tollen Blick auf die Schweizer Alpen belohnt.

Als im Juli 2014 unser Halbjahresabschluss publiziert wurde, der zum ersten Mal nach Swiss GAAP FER erstellt war, waren wir ebenfalls begeistert.

Unsere Idee hatte sich durchgesetzt. Sämtliche Entscheidungsträger konnten wir bereits Ende 2013 von unserem Vorhaben überzeugen, so dass im Dezember 2013 die Öffentlichkeit mittels einer ad hoc-Mitteilung über die Umstellung informiert wurde.

Nun standen wir vor der Herausforderung, in kurzer Zeit bis zum Halbjahresabschluss die ganze Rechnungslegung im Finanzbereich auch tatsächlich auf Swiss GAAP FER umzustellen.

Als Projektleiter habe ich diese Umsetzung mit viel Einsatz vorangetrieben. Alleine hätte ich es jedoch nicht geschafft. Daher war es wichtig, die Aufgaben aufzuteilen.

Marc Schmidt und Sabine Kern vom Team Kunden und Konzepte übernahmen das Thema der Personalvorsorge beziehungsweise der Quotenkonsolidierung und Roland Hunn vom Controlling beschäftigte sich mit dem Thema der Wertbeeinträchtigungen und der Energiestatistik.

Ein wichtiger Coach war mein Chef Christian Bersier, der mir den entsprechenden Freiraum gewährt hat und ein wichtiger Feedback-Geber war.

Es ist klar, dass beim Umsetzen Themen auftreten, die bei den ersten Projektabklärungen nicht immer genau absehbar sind.

Aber auch bei diesen Themen konnten Lösungen gefunden werden, so dass wir den Halbjahresabschluss 2014 termintreu und in guter Qualität erstellen konnten.

Den Schwung bis zum Ziel mitnehmen

Noch bin ich bei meiner Langlauf-Tour nicht am Ziel angekommen. Vom Stübenwasen gibt es eine steile Abfahrt, die auch Mut erfordert, vor allem wenn die Spur vereist ist. Es gilt auch den Schwung mitzunehmen, denn bis zum Ziel ist es noch ein weiter Weg.

Auch der Halbjahresabschluss war nur ein Zwischenschritt, denn das Endprodukt ist der Finanzbericht zum Ende des Geschäftsjahres.

Swiss GAAP FER ermöglicht es, die Angaben im Anhang des Finanzberichts deutlich schlanker zu halten, als es dies unter IFRS der Fall ist. Schnell war jedoch klar, dass wir uns nicht nur auf die Mindestangaben beschränken wollten.

So gibt es zum Beispiel in unserem Finanzbericht als freiwillige Angabe eine komplette Überleitungsrechnung zum Steuersatz der Energiedienst-Gruppe und eine freiwillige Darstellung des Segmentvermögens.

Zu Beginn des Finanzberichts gibt es außerdem eine aussagefähige Kommentierung des Geschäftsverlaufs mit der Darstellung von wesentlichen Kennzahlen. Bis zur Fertigstellung der Endversion war es dann noch ein langer Weg.

Zusammen mit Carina Gersbacher, die seit Mitte 2014 in der Assistenz im Finanzbereich tätig ist, konnte auch dieser letzte Abschnitt bewältigt werden. Carina hatte übrigens im Sommer 2014 Ihre Bachelor-Arbeit zum Thema Geschäftsbericht nach Swiss GAAP FER geschrieben.

Und so sieht es am Ziel aus

Mit dem Geschäftsbericht 2014 halten Sie das Ergebnis des Geschäftsverlaufs 2014 nach Swiss GAAP FER in den Händen.

Der lokale Rechnungslegungsstandard passt viel besser zur regional ausgerichteten Energiedienst-Gruppe als das komplexe IFRS-Regelwerk, das sich an internationalen Anforderungen orientiert.

Mit Swiss GAAP FER können wir die Geschäfte, die wir gemeinsam mit unseren kommunalen Partnern durchführen, im Rahmen der Quotenkonsolidierung besser darstellen.

Die Angaben im Anhang sind unter Swiss GAAP FER auf die wesentlichen Sachverhalte fokussiert. Dadurch ist der Finanzteil nicht nur dünner, sondern auch verständlicher geworden.

Die Erstellung des Finanzteils ist für uns deutlich einfacher geworden. Dadurch haben wir im Finanzbereich Freiräume gewonnen, die wir für andere Themen nutzen können. Zurzeit führen wir zum Beispiel das SAP-FI-System bei einem wichtigen Weiterverteiler ein. Doch dazu vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt mehr hier im Blog.

 

Den aktuellen Geschäftsbericht der Energiedienst-Gruppe finden Sie hier: www.energiedienst.de
Klaus Müller

Klaus Müller ist Leiter des Rechnungswesens der Energiedienst-Gruppe. Im Rechnungswesen werden der Energiedienst-Gruppe 18 Buchhaltungsmandate nach unterschiedlichen Rechnungslegungsstandards geführt. Dies macht die Arbeit im Finanzbereich bei Energiedienst sehr abwechslungsreich und spannend.

Blogbeiträge per E-Mail

Sie interessiern sich für Themen rund um regenerative Energie? Gern senden wir Ihnen neue Beiträge im Energiedienst Blog per E-Mail. Selbstverständlich ist das kostenlos und unverbindlich. Ihre Daten werden zu keinem anderen Zweck verwendet. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen, wenn Sie es sich anders überlegen sollten.

Ich möchte Blogbeiträge per E-Mail abonnieren und habe die Datenschutzhinweise (Abschnitt "Newsletter") gelesen. Den Newsletter kann ich jederzeit wieder abbestellen, entweder direkt im Newsletter oder per Brief, Telefon, Fax oder E-Mail.

Erhalten Sie neue Blogbeiträge per E-Mail! Hier geht es zum Bestellformular.