Begabungsförderung bedeutet mehr, als sein Kind in einen Sportverein zu schicken oder es möglichst früh ein Instrument erlernen zu lassen. Jeder Mensch hat eine Vielzahl von Begabungen. Aber wie kann ich nun die speziellen Begabungen meines Kindes herausfinden? Begabungen, die es in der Schule und vielleicht auch später im Beruf gut nutzen kann?

Eigentlich ist die Antwort einfach und fast banal. Doch kostet sie uns ein gutes Maß an Einfühlungsvermögen und Geduld:

„Beobachte Dein Kind und gib ihm möglichst oft zur rechten Zeit die richtige Anregung!“

Für mich als Mutter ist das nicht immer leicht. Schließlich habe ich neben der „Begabungsförderung“ meines Kindes noch andere nicht unwesentliche Pflichten im Alltag zu erledigen. Letzte Woche zum Beispiel kam ich nach Hause und unser Sohn hatte etwa 20 Papierflieger im Wohnzimmer verstreut.

Aha, dachte ich. Gut. Mein Sohn hat also ein Fliegerbastel-Talent!

– Und was mache ich jetzt?
– Gebe ich ihm jetzt Anerkennung für seine Bastel- und Flugversuche? Oder sage ich ihm lieber, er soll mit der nutzlosen Spielerei aufhören und stattdessen Klavier üben?
– Was ist denn gut am Flieger basteln?

Was ich zugeben musste: Mein Sohn war hoch motiviert. Und das ist für eine Aufgabe, bei der wir uns verbessern wollen, die wichtigste Grundlage.

Aber – kann er bei dieser Bastelei auch etwas Sinnvolles lernen?

Oh, ja! So schwer ist das gar nicht herauszufinden: Denn in diesem Fall ist klar, nur wer exakt faltet, erhält dadurch auch gute Flugresultate. Und eine geübte Feinmotorik bei unseren Kindern erfreut ja bekanntlich die Lehrerinnen und Lehrer beim nächsten Diktat…

Was lernt er noch? – Nur wer immer von neuem ausprobiert, kann seine Ergebnisse verbessern.

Bleibt das Kind bei der Sache, lernt es, sich zu konzentrieren. Was wollen wir als Elternteil mehr?

Leon experimentierte wie verrückt mit immer neuen Formen von Tragflächen und ausgeschnittenen Quer- und Höhenrudern. Meine Geduld war gefragt, als er mir genau erklärte, warum der 16. Flieger in dieser Ausführung besser fliege, wenn man ihn ganz schnell geradeaus wirft anstatt ihm nur leicht Schwung zu geben.

Gut. Begabungsförderung heißt hier also: Ich beschaffe Leon genug Papier. Und wir suchen gemeinsam einen Ort, an dem er seine Flieger ungestört fliegen lassen kann. Vielleicht geht heute Abend ja sein Papa mit ihm auf die große Wiese vor dem Haus?
Das also ist Talentförderung? – Wenn ich mein Kind darin unterstütze das zu tun, was es gerne macht?

Ja – und noch einiges mehr!

Sie können Ihr Kind auch animieren, Variationen von dem, was ihm gerade Spaß macht, auszuprobieren. Zum Beispiel, ob man auch aus Zeitungspapier einen Flieger falten kann. Wie groß darf der Flieger werden, dass er noch fliegt? Wie klein kann er werden?
Kann ich auch einen mit starker Pappe selber basteln?

Cartoon von Punch

„Aus Dir wird nie etwas, Boeing!“

Dabei ist es wunderbar zu beobachten: Kinder haben von sich aus schon viele Ideen. Wir müssen uns nur auf sie einlassen.

Ein paar Tage später fiel mir im Schreibwarenladen ein Bastelbuch mit Origami-Figuren auf. Da Leons Fliegerbastelwut etwas abgeklungen war, nahm ich es mit, um zu sehen, ob ihn auch diese Papierbastelei reizen würde.

Tatsächlich. Nachmittage lang bastelte er Sterne, Vögel, Blumen…

Ein paar besonders gelungene Stücke stellten wir auf das Fenstersims, den Rest bewahrten wir in einer Schuhschachtel auf…

Begabtenförderung bedeutet also nicht einfach, unser Kind irgendetwas zusätzlich zu der Schule lernen zu lassen. Es bedeutet vielmehr, aufmerksam zu verfolgen, was dem Kind Freude bereitet, ihm dazu positive Aufmerksamkeit zu schenken und es zu ermutigen, sich und seine Fähigkeiten immer wieder erneut zu erkunden.

Tagtäglich kann ich mein Kind fördern, indem ich es in seinem Tun wertschätze und indem ich es ermuntere, Neues auszuprobieren.
Denn nur wer etwas gerne tut, kann es auch wirklich erfolgreich tun.

Stella Walter

Stella Walter

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