Auf der – alle zwei Jahre stattfindenden – Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt beschäftigt man sich traditionell mit der Mobilität der Zukunft. So auch in diesem Jahr. Bei einem Rundgang durch die Hallen fallen einem die tollsten Concept Cars ins Auge. Die aufregendsten Sportwagen und die klobigsten SUV.

Doch was ist mit der Neuen Mobilität? Wo sind die E-Autos, nach denen wir uns verzehren sollen? Es sind zwar ein paar spannende E-Autos vorgestellt worden. Doch dann fällt der Erscheinungszeitraum ins Auge: 2017 oder 2018. Das dauert ja noch ewig lang bis dahin!

Eine kleine Reise in die Zukunft der Mobilität

Dennoch: Die neue, intelligente, vernetzte Mobilität wird kommen. Ich beschäftige mich auch außerhalb der Messezeit mit diesen Zukunftsthemen. Durch Präsentationen bei unterschiedlichen Auto-Herstellern habe ich mir schon einige spannende Konzepte anschauen können. Daher möchte ich zu einer kleinen Reise in die Zukunft einladen: Wie wird die Neue Mobilität in Zukunft aussehen?

E-Autos sollten miteinander sprechen können

Die allgemeine Car2Car Communication sollte selbstverständlich zwischen allen Autos stattfinden können. Da unterscheidet man nicht nach der Antriebsart oder der Karosserieform. Warnung vor Staus, liegengebliebenen Autos oder Lkw auf Fahrspuren: All das findet man heutzutage schon in den Navigationssystemen oder Smartphone Apps wie Waze. Verkehrssicherheit steht an erster Stelle. Schon bald werden die Autos auch vor gefährlichem Wetter wie Blitzeis warnen und diese Information an die Autos hinter sich auf der Fahrstrecke weitergeben können.

Doch E-Autos haben einen erhöhten Gesprächsbedarf. Sie drängeln sich nämlich immer um die besten Ladesäulenplätze. Manches E-Auto findet es an der Ladesäule so schön, dass es gar nicht mehr weg möchte, obwohl es schon voll geladen ist. Die anderen drängelnden und stromdurstigen E-Autos haben indes keine Chance, an die Ladesäule zu kommen. Vielleicht wäre das vollgeladene E-Auto ja sogar so nett und würde zur Seite fahren und Platz machen? Aber es kann ja nicht. Dazu benötigt es den E-Auto-Fahrer, der das E-Auto bewegen muss. Der sitzt aber gerade im Straßencafé und amüsiert sich. Oder ist in einem ganztägigen Workshop beschäftigt. Keine Zeit!

Autonomes Fahren für E-Autos

Hier zeigt sich also ein wirklich sinnvoller Anwendungsbereich für das Autonome Fahren von E-Autos. Parkhäuser sind prädestiniert dafür, dieses Anwendungsszenario Wirklichkeit werden zu lassen.

Stellen wir uns vor, wir fahren mit einem E-Auto in die Einfahrt eines Parkhauses. Wir schalten in den Modus „Autonomes Fahren“ und steigen aus. Das E-Auto bekommt den Lageplan des Parkhauses mit einer Parkplatznummer in seine Systeme übertragen. Wir stellen über die App ein, wie lange wir wohl weg sind und wie viel Strom wir minimal nachtanken möchten, um unser nächstes Ziel zu erreichen. Klar, vollladen geht immer, aber wir wollen die E-Autos ein wenig sozialer „denken“ lassen. Jeder soll genügend Strom am Ladesäulen-Buffet bekommen.

Nun fährt das E-Auto also allein los, ins Parkhaus, um seine Ladesäule zu finden. Was passiert dann? Jetzt kommt meine Vision, von der ich anderweitig noch nicht gehört habe. Die ich mir wünschen würde, um die Elektromobilität einen großen Schritt machen zu lassen:

Meine Vision vom Ladevorgang mit Kommunikation in der Zukunft

Sofort bekommt das autonom fahrende E-Auto die Meldung, dass gerade alle Ladesäulen im Parkhaus belegt sind. Das E-Auto bekommt eine „Wartemarke“. Darin enthalten sind die Parameter Zeit und die gewünschte Stromlademenge. Diese Parameter sind wichtig, damit alle E-Autos rechtzeitig und ausreichend Strom bekommen. Nun heißt es also nicht mehr „First come, first serve“, sondern: Wer braucht am dringendsten wann den Strom und darf an der Ladesäule den Stromfluss genießen?

Dazu gehört ein intelligentes System, das über die Priorisierung entscheidet und den E-Autos den Impuls gibt, wohin sie wann autonom fahren sollen. Auf den Parkplatz oder an die Lademöglichkeit. Hier wäre es schön, wenn die Autos einen einheitlichen Standard zum Stromladen hätten. Haben sie aber noch nicht. Bei induktivem Laden über eine Bodenplatte wäre es einfacher, aber es waren ja auch schon Frontladeplatten angedacht. Hier muss ebenso ein Standard her. Bei den E-Autos mit Ladekabeln muss berücksichtigt werden, welche Stecker und welche Stromstärke. Auch sehr lästig. Aber Ladesäulen-Roboter sind schon entwickelt und könnten eingesetzt werden.


Der Ladesäulenroboter (Projekt e-smartConnect) öffnet also die Tankklappe und kümmert sich um den Stromanschluss mittels Stecker. Der Roboterarm hat eine ausgefeilte Sensorik. Falls Gegenstände im Weg sind, unterbricht er seine Bewegung, hält inne. Wenn dann – wie geplant – das E-Auto seine vorgegebene Ladung erreicht hat, beendet der Roboterarm den Ladevorgang in umgekehrter Reihenfolge. Sobald der Ladesäulenroboter an das E-Auto kommuniziert, dass es den Ladeplatz verlassen soll, rollt das E-Auto auf seinen Parkplatz. Das nächste E-Auto kann sich selbstständig in Bewegung setzen und zum Laden kommen.

Öffentliche Ladesäulen, die mehr erzählen

Etwas komplizierter wird es im öffentlichen Raum mit den Ladesäulen. Was schön organisiert im Parkhaus stattfindet, erfordert etwas mehr High-Tech im öffentlichen Straßenverkehr. Aber im Prinzip dürfte es genau so laufen wie oben beschrieben.

Öffentliche Ladesäulen sollten zu Plaudertaschen werden. Jedes Mal, wenn ein Auto (egal welches) vorbei kommt, könnte die Ladesäule erzählen, dass sie frei ist. Oder eben, dass sie besetzt ist. Oder auch, dass es sie überhaupt gibt, weil sie ganz neu ist. Wenn X Autos (zur Verifizierung der genauen GPS-Daten) diese Information bekommen haben, dann wird diese Ladesäule bei allen (!) Navigationssystemen und Apps eingetragen.

Autonome Carsharing E-Autos

Der Traum schlechthin: Ein Carsharing E-Auto, das mich abholt. Dabei könnte alles über eine App laufen, denn das E-Auto kann ja nicht mal eben unten an der Haustür klingeln. Es sagt Bescheid, wenn es parat steht. Die Reichweiten-Sorge wäre auch geklärt, denn Carsharing E-Autos suchen sich selbstverständlich auch immer gleich nach der Kurzzeit-Miete ihre Ladesäule. Genial. Zudem fahren sie eben einfach wieder näher ans Stadtzentrum, wenn sie weiter draußen waren und dort nicht mehr angefordert werden.

Carsharing E-Autos, die autonom fahren könnten, sind sehr entgegenkommend. Die Idee mag ich.

Fußgängererkennung für E-Autos

Das haben einige Hersteller schon im Portfolio, die Fußgängererkennung. Für das E-Auto wäre noch eine Spezialität hinzuzufügen. Wir haben schon oft über die Fahrgeräusche gehört, die dem E-Auto fehlen. Erst ab 30 km/h hört man ein E-Auto anhand des Abrollgeräuschs der Reifen. Der Motor tut ja keinen Mucks. Nur dieses total leise Sirren ist vorhanden.

Meine Vision: Das E-Auto erkennt also Fußgänger, Radfahrer, Rollstuhfahrer oder spielende Kinder. Diese sind gewohnt, dass sie vorsichtiger sind, wenn sie ein Geräusch wie einen fahrenden Verbrenner hören. Warum nicht das E-Auto diese Geräusche produzieren lassen, wenn Fußgänger in der Nähe sind? Das E-Auto warnt damit automatisch, damit die Fußgängererkennung das Auto nicht dauernd bremsen lässt. Denn die Fußgänger sollten nicht denken, dass sie nun ständig auf der Straße herumlaufen können, wie sie wollen, nur weil das Auto ständig bremst. Es sollte ein Miteinander sein – im Straßenverkehr.

E-Auto der Zukunft

EDAG Light Cocoon – eine Leichtbaustudie, die sich vorwiegend mit der Lichttechnik beschäftigt. Sieht ein bisschen so aus, wie man sich ein Auto aus der Zukunft vorstellt.

Ausblick in die Neue Mobilität

Das war mein Ausblick in die Zukunft. Ein paar genannte Szenarien gibt es schon, einige werden sich entwickeln, andere entspringen meiner Phantasie. Ich bin gespannt, wie es weiter geht. Ob es bezahlbare Nachrüstsätze geben wird, damit man „ältere Modelle“ in die Prozesse der Neuen Mobilität integrieren kann. Wünschenswert wäre es, wenn die E-Autos beim Kampf um die Ladesäulen endlich mal „sozial denken“ würden. Da hätten alle E-Auto-Fahrer etwas von. Soziale E-Autos – ein schöner Gedanke!

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