Das Frühjahr bricht mit den ersten Sonnenstrahlen herein. Aber spätestens das morgendliche Autoscheiben-Freikratzen erinnert uns daran, dass wir die Heizungen zuhause noch lange nicht in die Sommerpause verabschieden können. Auch Martin Stehle aus dem Landkreis Waldshut ist froh über die behagliche Wärme seiner Infrarotheizung und feuert noch täglich seinen Holzofen an.

 

In Deutschland sind sie beliebt und sehr verbreitet: Holz- und vor allem Gasheizungen. Doch wie schneidet die Infrarotheizung ab?

 

Die perfekte Kombination?

Mit seiner Familie wohnt Martin Stehle in einem älteren Bauernhaus in einer kleinen Gemeinde im Vorderen Hotzenwald. 80 Zentimeter dicke Außenwände isolieren das Gebäude und schützen es vor Kälte, Wind und Wetter. Zuhause heizt er hauptsächlich mit Holz. Praktisch für ihn, denn er ist Waldbesitzer, macht sein eigenes Brennholz und ist damit unabhängig von der Gasversorgung.

Zusammen mit den Solarkollektoren auf dem eigenen Dach, die das Wasser zum Kochen und Duschen aufheizen, eigentlich die perfekte Kombination. Das dachte er zumindest. Doch nach einem Wasserschaden musste er den gesamten Boden in Küche und Bad bis auf den Estrich erneuern und die Heizkörper herausnehmen lassen.

Das war vor einem Jahr. Da beschloss Martin Stehle: Für die Räume muss ein einfaches, zusätzliches Heizungssystem her, das die Wände warm und trocken hält. In der Übergangszeit soll es für eine angenehme Raumtemperatur sorgen und gerade nach dem Duschen soll sich keine Nässe im Bad sammeln. Die Lösung: Eine Infrarotheizung.

 

Und so funktioniert die Infrarotheizung

„Im Gegensatz zu herkömmlichen Heizkörpern erwärmen Infrarotheizungen nicht die Luft im Wohnraum, sondern strahlen zum Beispiel Möbel oder Wände an. Die aufgeheizten Körper bewirken so ein angenehmes Raumklima“, erklärt Martin Stehle. „Ohne lange Vorlaufzeit entsteht auch im Winter eine gleichmäßige Raumwärme, die sich auf dem eigenen Körper so angenehm wie die Wärme von Sonnenstrahlen anfühlt.“

Für ihn punktet die Infrarotheiztechnologie vor allem mit der simplen Installation und mit dem wartungsfreien Betrieb. Konkret bedeutet das: Wohnungsinnenraum vermessen, Heizungspaneele kaufen und an Decken oder Wänden vom Fachmann anbringen lassen, Stecker in die 230-Volt-Steckdose einstecken, mit dem funkgesteuerten Thermostat und dem Schaltkasten verbinden, Wunschtemperatur einstellen. Fertig.

 

Individuell regulierbar: Über Funk sind die Steuerungseinheit, der Thermostat und die
Heizungselemente miteinander verbunden.

 

Wohlige Wärme im Vereinsheim

Neben seiner Tätigkeit als Schlosser beim südbadischen Netzbetreiber ED Netze in Rheinfelden ist Martin Stehle Waldbesitzer und Jäger aus Leidenschaft. Für ihn ist das Jagen mehr als nur eine Freizeitbeschäftigung nebenher: „Als Jäger muss man sehr viel über den Wald, die Natur und die Tiere wissen. Für mich bedeutet das, verantwortungsbewusst und achtsam mit meiner Umwelt umzugehen und nachhaltig zu handeln. Das versuche ich auch auf andere Lebensbereiche zu übertragen.“

Als Schießstandbeauftragter des Kreisjägervereins (KJV) Waldshut sorgt Martin Stehle dafür, dass rund um den Schießstand in Wehr alles glatt läuft. Die Jäger des KJV Waldshut und Lörrach trainieren hier regelmäßig das Schießen in unterschiedlichen Disziplinen – von Schrotschießen auf Kipphasen und Wildschwein-Attrappen bis hin zum zielgenauen Treffen auf 50 und 100 Meter Entfernung.

Nach dem Training oder zu besonderen Anlässen sitzen die Jäger gerne in der Gaststube des Vereinsheims direkt am Schießstand beisammen. Frieren möchte auch hier niemand. Bis vor rund zwei Jahren sorgte im Aufenthaltsraum eine Gasheizung für Wärme. Das Heizungssystem war allerdings in die Jahre gekommen und funktionierte wie Nachtspeicheröfen, die man erst anzünden musste, bevor sie wärmen.

 

Wer findet sie zuerst? Fast unscheinbar zwischen den dunklen Holzbalken hängen die
Infrarotheizungspanelen in der Gaststube des Kreisjägervereins.

 

Ein neues Heizsystem für die Jäger

2017 ließ der Kreisjägerverein dann die Küche im Gastraum umbauen, die alte Gasheizung ausbauen und individuell regulierbare Infrarotheizungspaneelen anbringen: Jeweils vier Module mit der Größe von 60 auf 120 Zentimetern strahlen seither an den Decken der Gaststube und im Warteraum vor den einzelnen Schützenständen. Für das warme Wasser sorgen Durchlauferhitzer.

Selbst wenn ein Gebäude, wie das Vereinsheim, nicht rund um die Uhr genutzt wird, sollte die Raumtemperatur besonders im Winter stabil gehalten werden. „So kann man Schäden am Haus selbst und an der Inneneinrichtung vermeiden“, weiß Martin Stehle. „Wir hatten vor allem Probleme mit Feuchtigkeit, sich immer alles klamm anfühlte.“ Das ist jetzt nicht mehr so.

Dank der Infrarotheizung kann er die Temperatur im Vereinsheim des KJV jetzt auf 14 bis 16 Grad festlegen. Mithilfe von Thermostat und Steuerungseinheit lässt sich sogar tagesgenau regulieren, wann die Infrarotheizung den Raum mit welcher Temperatur erwärmen soll.

 

Zwischen den Lampenmodulen fügen sich die rund zwei Zentimeter flachen Heizelemente nahtlos ins Gesamtbild des Schießstands ein.

 

Lang lebe die Infrarotheizung

„Vorher haben wir vor den Schießständen immer gefroren, da war es wirklich ungemütlich. Mittlerweile kommen die Jäger-Kollegen gerne im Warteraum zusammen – einfach, weil die leichte Wärme von oben so angenehm ist“, erzählt Martin Stehle.

Über die Lebensdauer der Infrarotheizungen kann er bisher nicht viel sagen. Schließlich nutzt er das System erst seit gut einem Jahr. Zuversichtlich ist er trotzdem: „Unsere Infrarotheizungsmodule bestehen aus Metall. Das ist dauerhaft hitze- und kältebeständig und selbst nach mehreren Stunden in Betrieb werden die Elemente nicht so heiß, dass man sich verbrennen könnte – zumal sie ja außer Reichweite oben an der Decke angebracht sind.“

Rückblickend ist Martin Stehle sehr zufrieden mit der Entscheidung, die Infrarotheizungsmodule eingebaut zu haben: „Für mich ist die Infrarotheizung eine echte Alternative zu den herkömmlichen Heizsystemen, denn sie ist individuell einsetzbar und leicht zu bedienen.“

 

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