Bauabschnitt 1: Ein robuster Rahmen für ein brillantes Projekt

Ein Hotel im Umspannwerk. Nein, Energiedienst plant keinen Einstieg in die Hotellerie-Branche. Das Hotel, das Ende August Eröffnung feiert, ist speziell für die Wünsche sechsbeiniger Gäste konstruiert.

Der Bau von Insektenhotels ist das neue Umweltprojekt von Energiedienst, das in Zusammenarbeit mit der Umweltschutzorganisation BUND umgesetzt wird. Auf der Gästeliste des Hotels ganz oben stehen dabei die bedrohten Wildbienen.

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Wildbienen, wie unser Maskottchen, finden eine Unterkunft am Umspannwerk.

Wertvolle Handarbeit in der Werkstatt

Doch wie bei jedem Bauwerk, ist auch die Entstehung des Insektenhotels in mehrere Bauphasen gegliedert. Zuerst entsteht der Rohbau.

Bei unserem besonderen Bauauftrag entspricht dieser Bauabschnitt dem hölzernen Grundgerüst. Gebaut haben es die Mitarbeiter der Schreinerei-Werkstatt „W07“ des Sankt Josefshaus in Herten, die ich kurz vor der Fertigstellung besucht habe.

Die Werkstatt mit großen Fensterscheiben ist gen Westen gerichtet, mit Blick in die Natur. Die helle, freundliche Schreinerei ist Arbeitsplatz von 23 Menschen mit Behinderung. Unter der Leitung von Rainer Wenzelmann und Lars Rünzi fertigen die Beschäftigten hochwertige Dinge aus Holz wie auch unser erstes Insektenhotel.

Bei meinem Besuch in der Werkstatt darf ich den Handwerkern über die Schulter schauen und erhalte einen Einblick in ihren Arbeitstag.

„Sind Sie Frau Senft?“, fragt mich eine Mitarbeiterin neugierig, als ich die Werkstatt betrete. In der Morgenrunde, so wird im Sankt Josefshaus die tägliche Besprechung genannt, hat der Werkstattleiter den Mitarbeitern erzählt, dass ich heute wegen des Insektenhotels vorbei schauen werde. Einige Handwerker begrüßen mich mit Handschlag und großem Interesse für die Kamera, die ich dabei habe.

Rainer Wenzelmann führt mich durch die Werkstatt, stellt mir die Beschäftigten vor und erklärt mir die einzelnen Arbeitsabläufe und Handgriffe, die jeder übernimmt. „Die Aufträge müssen in Serie produziert werden können. Denn dadurch können wir die Arbeit in einzelne Arbeitsschritte zergliedern und den Beschäftigten unterschiedliche Kenntnisse und Fertigkeiten im Rahmen der beruflichen Bildung vermitteln“, erklärt mir Rainer Wenzelmann.

Gleichzeitig wird die Produktion rentabel, um damit die Löhne der Menschen mit Behinderung refinanzieren zu können. Und zu Recht können die die Beschäftigten stolz auf ihr selbstverdientes Einkommen sein.

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Rainer Wenzelmann zeigt, welche Produkte in der Werkstatt gebaut werden.

„Hauptsächlich kommen Firmen auf uns zu, denen es wichtig ist, dass sie mit der Herstellung der Ware auch eine soziale Einrichtung unterstützen“, sagt Rainer Wenzelmann.

Und genau aus diesem Grund möchten auch wir unser Insektenhotel von der Werkstatt „W07“ bauen lassen. Die Schreinerei stellt Bienenkästen her, lustige Windräder und neu im Sortiment sind Besteckkörbe aus robustem Bambus.

Neben diesen Großaufträgen fertigen die Mitarbeiter auch Gebrauchsgegenstände wie Topfuntersetzer, Eierbecher, Schneidebrettchen oder Schubladenfächer.

Diese und weitere zauberhafte Dekoartikel und Geschenke aus Holz wie Blumenvasen oder eine Ritterburg kann man im Werkstattladen und Café Grenzenlos http://www.grenzenlos-cafe-laden.de/ kaufen.

Der Grundstein ist gelegt, der Rahmen gesetzt

Nach dem kleinen Rundgang kommen Rainer Wenzelmann und ich schließlich beim Rahmen des ersten Energiedienst-Insektenhotels an.

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Das imposante Bauwerk steht geschützt im hinteren Teil der Werkstatt

Ich staune. So groß habe ich es mir nicht vorgestellt. Aber es ist prächtig! Da ich gerne mit den Händen schaue, streichle ich einmal über den Dachbalken des rötlichen Douglasienholz. Entzückt vom weichen Holz, dem schönen Farbton und natürlich von der Handwerkskunst füllt sich vor meinem Auge jedes der 8 Fächer.

Jetzt ist der Rahmen für das Projekt gesetzt und der Grundstein gelegt.

Neben mir steht aufgeregt ein junger Mitarbeiter, der mich vom Umspannwerk, wo das prall gefüllte Insektenhotel bald stehen wird, in die Werkstatt in Herten zurückholt.

Der junge Mann heißt Alexander Bengard und möchte mir so gerne zeigen, was sein Beitrag an unserem Hotel war und welche Schraube er in das Holz gebohrt hat. Ich freue mich darüber, zu sehen, wie viel Herzblut auch er in das Insektenhotel steckt.

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Alexander Bengard befestigt die Rückwand an unserem Insektenhotel.

Rainer Wenzelmann hat das Insektenhotel geplant und je nach Geschick der Handwerker die Arbeitsabläufe verteilt. Jeder der Beschäftigten war an der Entstehung unseres Häuschens beteiligt.

Ungefähr vier Wochen haben sie immer im Wechsel am Insektenhotel gesägt, geschliffen, gebohrt, verdübelt, geleimt und geölt.

Dabei war das nicht der einzige Auftrag: „Denn kurz vor den großen Ferien geht es noch einmal rund bei uns“, sagt Rainer Wenzelmann.

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Vier Wochen haben Alexander Bengard und Rainer Wenzelmann zusammen mit Kollegen am Insektenhotel gebaut.

Am letzten Werkstatttag vor den dreiwöchigen Betriebsferien holen Claudia Frenzel, Projektleiterin und Umweltmanagementbeauftragte, und ich zusammen mit Urs Lattmann und André Schlienger vom Werkdienst das Insektenhotel ab. Es bricht leichte Unruhe und Gewusel in der Werkstatt aus, als es darum geht, das rund 120kg schwere Holzgerüst aus der Schreinerei auf den Pritschenwagen zu befördern und es mit vereinten Kräften aus der Werkstatt einmal über den Hof zu schieben.

Alle zusammen packen wir mit an, um das 1,80 mal 1,40 Meter große Gestell auf dem Fahrzeug zu platzieren.

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Geschafft! Das große Gestell ist auf dem Wagen.

Bereit für Bauabschnitt 2

Bauabschnitt 2, den Innenausbau des Insektenhotels übernehmen die Kinder vom Rheinfelder Kinderferienprogramm. Einrichtung und Mobiliar bestehen aus Schilf, Totholz, Brombeerstängeln und weiterem wohnlichen Füllmaterial. Ein wahrer Wohntraum für Wildbienen!

Und das Hotel am Umspannwerk bleibt nicht das einzige. Energiedienst verfügt über viele weitere geeignete Bauplätze im gesamten Versorgungsgebiet: Von Donaueschingen und Blumberg über das Markgräflerland bis runter an den Hochrhein, eine perfekte Ferienregion, auch für Wildbienen.

Die nächsten Rahmen für unsere Insektenhotels bauen dann natürlich auch Alexander Bengard und seine Arbeitskollegen von der Werkstatt „W07“ in Herten. Das ist schon beschlossen!

Die Bauanleitung für ein Insektenhotel im kleinen Stil gibt es hier http://www.energiedienst.de/insektenhotel als Download.

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