Abbildung: Intelligente Stromzähler geben detailliert Aufschluss über das Verbrauchsprofil – so lassen sich Stromfresser schnell identifizieren.

Intelligente Stromzähler geben detailliert Aufschluss über den Stromverbrauch im Haushalt. Aber was leisten diese intelligenten Zähler tatsächlich? Lohnt sich der Umstieg oder überwiegen noch die Kinderkrankheiten?

Die meisten von uns stellen sich unter einem Stromzähler einen schwarzen Kasten vor, in dem sich eine drehende Metallscheibe befindet. Man kennt das noch von früher: Kaum schaltet man den Herd an, dreht sich die kleine Scheibe sehr viel schneller.

Welche Vorteile bieten intelligente Stromzähler?

Smart Meters von Vattenfall, EnBw, Discovergy, Yello (Fotos: jeweiliger Anbieter)

Smart Meters von Vattenfall, EnBW, Discovergy, Yello (Fotos: jeweiliger Anbieter)

Bei intelligenten Stromzählern – auch „Smart Meters“ genannt – hat die Metallscheibe ausgedient. Ein Mikroprozessor erledigt ihren Job. Doch welche Vorteile hat das?

Was wirklich nützlich ist: Sie müssen Ihren Zähler nicht mehr selbst ablesen. Denn die Daten können direkt zum Energieversorger übertragen werden.

Auch die Kaffeemaschine ist ein potentieller Stromfresser. (Foto: pixabay Public Domain Licence)

Auch die Kaffeemaschine ist ein potentieller Stromfresser. (Foto: pixabay, Public Domain Licence)

Weil der intelligente Stromzähler alle Verbrauchsdaten automatisch übermittelt, können auch die üblichen Abschlagszahlen entfallen. Es wird dann nur das berechnet, was bis zum Monatsende verbraucht wurde.

Übertragen werden die Daten über den hauseigenen Internetanschluss, über Mobilfunk oder auch über die Stromleitung.

Vorteil 2 ist das Verbrauchsprofil. Viele Anbieter intelligenter Stromzähler lassen den Kunden auf einer Internet-Seite den Stromverbrauch zu beliebigen Zeitpunkten anzeigen. Mit separater Software vom Anbieter ist dies sogar in Echtzeit möglich. Schaltet man dann die Kaffeemaschine an, so sieht man live, wie der Energieverbrauch steigt.

Was bringt’s? Stromfresser können so einfach und schnell identifiziert werden. Hätten Sie gewusst, dass so eine handelsübliche Kaffeemaschine durchaus 1000 Watt verbraucht – auch wenn sie den Kaffee nur noch warmhält? Oder wie groß das Einsparpotential bei LED-Beleuchtung ist? Mit einem intelligenten Stromzähler finden Sie das viel leichter heraus. So können Sie Ihr Verhalten anpassen, alte Geräte austauschen und letztlich gehörig Strom sparen.

Wattcher-Sensor-am-Stromzähler

Über das Stromsparen mit intelligenter Verbrauchsmessung hatten wir im Energiedienst Blog bereits berichtet: Mithilfe von Zusatzprodukten lassen sich gewöhnliche Stromzähler auch „aufrüsten“.

Welche Nachteile haben intelligente Stromzähler?

Der größte Nachteil beim intelligenten Stromzähler ist wohl der Preis. Ein Großteil der Energieversorger lässt es sich fürstlich bezahlen, ihrem Kunden ein Smart Meter in den Keller zu schrauben. Entweder die Jahresgebühr für den Zähler selbst ist recht hoch, oder es gibt nur entsprechend teure Tarife in Verbindung mit diesem. Seien Sie also vorsichtig bei Formulierungen wie „Sparstrom“.

Als weiteren Nachteil empfinden viele Kunden die Möglichkeit, dass der Energieversorger eben auch Zugriff auf das Verbrauchsverhalten des Kunden hat. Es ist anhand der genauen Verbrauchsprofile problemlos möglich, einzelne Haushaltsgeräte wie Waschmaschine, Trockner oder Fernseher zu identifizieren.

Wenn pünktlich zur Tagesschau der Stromverbrauch steigt, dann dürfte klar sein: Der Kunde hat seinen Fernseher eingeschaltet. Daten, die in die Privatsphäre des Kunden gehören. Weiteres Beispiel: Nicht jeder Kunde möchte beispielsweise, dass der Versorger live mitkriegt, dass man im Urlaub ist. Denn das macht sich das natürlich durch geringeren Stromverbrauch bemerkbar – den der intelligente Stromzähler sofort an den Energieversorger meldet.

Wie steht es beim intelligenten Stromzähler um den Datenschutz?

Derzeit ist es kaum realistisch, dass die Energieversorger diese persönlichen Daten auswerten, da aktuell noch viel zu wenige von den intelligenten Stromzählern installiert sind. Doch Datenschützer kritisieren bereits jetzt, dass diese Möglichkeiten bestehen. Andererseits zeigen Forscher aus, dass durchaus möglich ist, Smart Metering datenschutzgerecht zu nutzen. Die Messdaten werden dabei über mehrere Haushalte hinweg zusammengefasst.

Allerdings werden Kunden sich mit den Smart Meters so oder so anfreunden müssen: Bereits jetzt ist der Einsatz eines intelligenten Stromzählers bei Neubauten und nach Komplettsanierungen gesetzlich vorgeschrieben.

Die Zukunft der Smart Meters

Intelligente Stromzähler helfen den Energieversorgern beim besseren Planen (Foto: pixabay, Public Domain Licence)

Intelligente Stromzähler helfen den Energieversorgern beim besseren Planen (Foto: pixabay, Public Domain Licence)

Smart Meter sind natürlich nicht allein für die Kunden erfunden worden. Im Gegenteil. Eigentlich für die Energieversorger, damit diese genau diese Verbrauchsprofile erstellen können. Hier geht es um Lastprofile und Prognosen. Damit lässt sich für den Versorger vorhersagen, wann denn im Normalfall ein erhöhter Energiebedarf besteht. So kann der Versorger besser planen.

Smart Meter sind somit in Zukunft für ein stabiles Netz unverzichtbar. Sowohl auf der Erzeuger- als auch auf der Verbraucherseite müssen gerade bei einer dezentralen Stromerzeugung Daten zur Planung erfasst werden.

Damit wären dann auch die Szenarien Smart Home – die intelligente Steuerung des gesamten Haushaltes – und Smart Grid – das intelligente Stromnetz – in der Realität angekommen. Die Umsetzung wird allerdings noch ein paar Jahre dauern.

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