Mit Sonnen- und Windenergie kann jeder seine eigene Anlage zur Stromerzeugung erwerben oder sich daran beteiligen. Besonders beliebt ist die Photovoltaik.

Hausbesitzer haben hier alle Möglichkeiten. Doch was ist mit Mietern oder Besitzern einer Eigentumswohnung? Diese können sich zwar in einer Energiegenossenschaft an Solar-, Wind- oder Bioenergie-Anlagen beteiligen, aber den Strom aus diesen Anlagen können sie nicht direkt beziehen.

Mini-Photovoltaik als Kraftwerk für jeden

Wer kein eigenes Dach hat, das sich für die Installation einer Photovoltaik-Anlage eignet, für den gibt es noch eine weitere Möglichkeit, sich mit eigenem Ökostrom zu versorgen. Zahlreiche Anbieter von Mini-Photovoltaik-Anlagen werben heute für den Einsatz dieser kleinen Kraftwerke, die beispielsweise am oder auf dem Balkon installiert werden. Man findet sie auch mit der Bezeichnung Mikro-PV-Anlage, Balkonkraftwerk oder Guerilla-Anlage.

Diese Anlagen können ohne großen Aufwand aufgestellt und angeschlossen werden über einen Anschluss an die Steckdose – so die Theorie. Sie bestehen aus einem Solarmodul, vielleicht auch aus mehreren Modulen, einem passenden Wechselrichter, einem Anschlusskabel und vielleicht aus einem Montagerahmen. Die Preise dafür liegen zwischen 400 und 650 Euro, je nach Modulleistung.

Funktionsweise und Aufbau der Mini PV-Anlagen

Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom aus dem Solarmodul in Wechselstrom um, wie er auch in der Stromleitung vorkommt und genutzt wird. Durch den Anschluss an das Stromnetz im Haus kann der Solarstrom gleich genutzt werden und verringert somit den Bezug von Strom aus dem Netz.

Die Leistung der kleinen Kraftwerke liegt, je nach Modul, zwischen 190 und 250 Wp. Damit soll, so die Werbeaussagen, die Stromrechnung um rund 50 Euro im Jahr reduziert werden, je nach Einbausituation und Einstrahlung. Von manchen Anbietern liest man auch, dass mit diesem Modul die gesamte Grundlast im Haus abgedeckt werden kann.

Wichtige Hinweise zum Anschluss der Mini PV-Anlagen

Klingt eigentlich ganz einfach und verlockend. Nur: So einfach ist es in der Praxis auch wieder nicht. Es gibt ein paar technische und rechtliche Hürden, die überwunden werden. In Deutschland gibt es zahlreiche Normen und Sicherheitsvorschriften, die beachtet werden müssen. Es geht dabei nicht um Schikane, wie oft vermutet wird, vielmehr sind es Sicherheitsvorschriften und rechtliche Regelungen. Bei der Erstellung dieser Vorschriften wurde diese Art der Anlagen jedoch noch nicht berücksichtigt.

Mini-PV-Anlage

Mini-PV-Anlage

Das Problem der Mini-PV-Anlagen ist, dass sie auf der Seite der Verbraucher angeschlossen werden, also nach dem Sicherungskasten, im Gegensatz zu den Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach, die auf der Versorgungsseite angeschlossen werden. Daher ist es wichtig, um eine Überlastung des Stromkreises zu vermeiden, einen eigenen Stromkreis mit einer eigenen Sicherung zu verwenden. Sollte dies nicht möglich sein, wird von einigen Herstellern geraten die, 16-Ampere-Sicherung gegen eine 10-A-Sicherung auszutauschen. Diese Variante ist jedoch nicht entsprechend den Vorschriften der DIN VDE 0100-551 für die Errichtung von Niederspannungsanlagen.

Beim Kauf der Mini Photovoltaikanlage sollte zudem darauf geachtet werden, dass sie einen Netz- und Anlagenschutz (NA-Schutz) enthält, der die Anlage bei unzulässiger Spannung oder Frequenz abschaltet. Zusätzlich müssen weitere technische Anschlussbedingungen eingehalten werden, u.a. aus der VDE-AR-N 4105, die sich mit Erzeugungsanlagen am Niederspannungsnetz befasst.

Anschluss durch Elektro-Fachbetrieb und Anmeldung beim Netzbetreiber

Jetzt fehlt nur noch die Anmeldung zum Netzanschluss der Erzeugungsanlage beim zuständigen Netzbetreiber. Dieser Schritt wird in der Netzanschlussverordnung und der bereits genannten VDE-AR-N 4105 geregelt.

Zur Sicherheit sollte der Anschluss durch einen Elektro-Fachbetrieb vorgenommen werden. Wir haben ja schon festgestellt, es handelt sich nicht um einen Toaster oder einen Fernseher, der nur angeschlossen werden muss. Daher sollte ein Fachmann beauftragt werden, die Anlage anzuschließen und zu bestätigen, dass dieser normengerecht erfolgt ist. Somit hat man die Sicherheit, dass alle Normen und Standards zur elektrischen Sicherheit, zum Brandschutz sowie die bauaufsichtlichen Vorgaben eingehalten wurden.

Sind alle Klarheiten zu Mini Photovoltaik-Anlagen beseitigt?

Photovoltaik auf dem Garagendach

Photovoltaik auf dem Garagendach

Der Betrieb dieser kleinen Solaranlagen klingt auf den ersten Blick recht einfach. Daher werden sie auch immer häufiger gekauft und eingebaut. Bei der Inbetriebnahme gibt es jedoch viel Unsicherheit, die auch mit diesem Überblick nicht ganz ausgeräumt werden kann.

Fotos: privat

Energiedienst Blog per Mail:

Verpassen Sie keinen neuen Beitrag im Energiedienst-Blog. Wir senden Ihnen neue Beiträge gern per E-Mail. Abbestellung jederzeit möglich. Ihre Adresse wird zu keinem anderen Zweck genutzt.