Ob Holzbahn oder Teddy: Von Kindern geliebt, kann Spielzeug zur Gefahr werden. Wir erklären dir, was den Kauf gesundheitlich unbedenklich und nachhaltig macht .

Spielzeug fördert die Entwicklung: Kinder lernen sprichwörtlich „spielend“ – aber nur mit der richtigen kreativen Ausstattung. Es ist schwer, den Überblick zu behalten. Denn Spielzeug ist zur eiligen Saisonware geworden. Die europäische Spielzeugindustrie hat in den vergangenen Jahren viele Produktionsstätten in Billiglohnländer verlagert – laut der Verbraucherzentrale aus einem stetig steigendem Kostendruck heraus. Inhaltsstoffe lassen sich oft nicht definieren. Die Produktions- und Arbeitsbedingungen sind mitunter fragwürdig, genauso die langen Transportwege. Die exakte Herkunft der Spielzeuge bleibt unklar. Du möchtest schadstofffreies Spielzeug kaufen, gern in Bio- und Öko-Qualität? Sie sollen nachhaltig und unter fairen Arbeitsbedingungen produziert sein? Hier sind unsere Tipps!

 

Tipp 1: Weniger ist mehr!

Sind wir ehrlich. Wegen Spielzeug gerät mancher Familienfrieden in Gefahr. Gibt’s zu viel davon, quellen die Zimmer über. Die Kinder verlieren den Überblick. Es fällt ihnen immer schwerer, Ordnung zu halten. Erste Regel: Nicht wahllos kaufen, sondern immer mit Plan! Stimmt Euch innerhalb der Familie vor einem Anlass wie Geburtstag oder Ostern ab. Wer schenkt was? Was schenkt Ihr gemeinsam? Ein einziges hochwertiges Geschenk aus gutem Material ist besser als unzählige Mini-Päckchen! Kinder überfordert eine „Spielzeug-Flut“ über alle Maßen. Weniger ist eindeutig mehr! Halte dich immer an die Altersempfehlungen. Lasse dich im Fachhandel beraten.

Reduzierung der Spielzeugflut für mehr Nachhaltigkeit im Kinderzimmer

Ein Problem in vielen Kinderzimmern: Spielzeug im Überfluss. Bild: Adobe Stock/Krakenimages.com

 

Tipp 2: Lesen bildet – vor dem Kauf!

Dein kleiner Sohn wünscht sich einen neuen Kuschelteddy? Du suchst schöne Bausteine aus Holz fürs Patenkind? Informiere Dich im Vorfeld auf geeigneten Plattformen wie Öko-Test, Stiftung Warentest oder den Verbraucherzentralen. Sie geben unabhängige Anhaltspunkte zur Qualität einzelner Produkte und wertvolle Tipps für die richtige Wahl. Gerade Babys erkunden ihre Welt nicht nur mit Augen, Ohren und Händen, sondern auch mit dem Mund. Für sie bietet sich Spielzeug in Bio- und Öko-Qualität an.

Schädliche Inhaltsstoffe wie Formaldehyd, gefährliche Lösungsmittel oder Weichmacher haben im Spielzeug nichts zu suchen. Unvorstellbar, wenn sich die Farbe eines Autos in Babys Mund durch den Speichel löst! Oder die Kugelbahn nach dem ersten Gebrauch zerbricht. Nachhaltiges Spielzeug besticht durch die Bio-Qualität der Materialien, aus denen es hergestellt wurde: Bio-Baumwolle oder Bio-Schafwolle für das Kuscheltier beispielsweise.

 

Tipp 3: Prüfsiegel helfen weiter!

Wenn Du das Richtige finden willst: Achte auf Prüfziegel und Zertifizierungen! Sie bieten beim Kauf eine gute Richtschnur. Das CE-Siegel kennzeichnet Spielzeug, das in der EU verkauft wird und deren gesetzliche Anforderungen erfüllt. CE steht dabei für „Communauté Européenne, die Europäische Gemeinschaft.

Das GS-Zeichen markiert als Abkürzung die „Geprüfte Sicherheit“. Dieses Zertifikat ist immer gekoppelt an die zuständige Prüfeinrichtung, zum Beispiel TÜV oder DEKRA. Der Verband der Elektrotechnik, Elektronik und Informationstechnik, kurz VDE, steht mit seinem Prüfzeichen für den sicheren Betrieb elektrotechnischer Geräte. Das „Spiel-gut-Siegel“ würdigt seit den 50er Jahren gutes und pädagogisch wertvolles Spielzeug in Deutschland. „OEKO-TEX“ gilt weltweit als Standard für geprüfte Textilien. Das Siegel kennzeichnet nicht nur schadstoffarme Produkte, sondern berücksichtigt auch die komplette textile Wertschöpfungskette und den Zustand der Betriebsstätten. Der „Blaue Engel“ stellt seit über 40 Jahren das Umweltzeichen der Bundesregierung dar für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen. Das Umweltbundesamt vergibt dieses Siegel. Der „Blaue Engel“ gilt für Spielzeuge aus Leder, Holz, Textilien, Papier, Kautschuk, Metall und Kunststoff. Die FSC-Kennzeichen zertifizieren Produkte, die das verantwortungsvolle Waldbewirtschaften fördern. Für Spielzeug gibt es ferner die zahlreichen Vorordnungen nach der europäischen Norm DIN EN 71 .

 

Tipp 4: Hab Vertrauen in deine eigenen Sinne!

Mit allen Sinnen – das gilt beim Spielzeugkauf! Nimm das Stück in die Hand. Rieche daran, ziehe vorsichtig an aufgenähten Augen oder angeklebten Ohren. Geht etwas ab? Wie fühlt es sich haptisch an? Riecht das Spielzeug nach Chemie? Dann schnell zurück! Gleiches gilt für zu laut brummende Bären oder unangenehm „sprechende“ Plastik-Puppen. Sind diese dir beim Einkaufen zu laut und zu penetrant, ist das Spielzeug erst recht nichts für empfindliche Kinderohren. Noch mehr Ratschläge für den Kauf gibt es bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.

 

Tipp 5: Natürlichkeit ist Trumpf!

Setze auf ökologisches Bio-Spielzeug und auf natürliche Materialien wie Holz, Leder oder Baumwolle. Wer Holzspielzeug mag, ist mit unlackiertem, gewachstem Material gut beraten. Weltläden und soziale Werkstätten haben häufig ein tolles Angebot. Wenn du auf Nummer sicher gehen willst, kaufe unbehandeltes Holz-Spielzeug und bestreiche es mit speziellen Spielzeuglacken aus dem Fachhandel. Diese müssen der Europäischen Norm 71 entsprechen. Sie sind speichel- und schweißecht.

Wenn es Kunststoffe sein müssen, achte auf deren Stabilität und vor allem auf die Hinweise „PVC-frei“ oder „Phthalat-frei“. Ein Hinweis: Spielzeug für Kinder unter drei Jahren darf keine ablösbaren Teile enthalten. Diese könnten so klein sein, dass die Kleinen sie einatmen oder verschlucken.

Ökologisches Spielzeug aus natürlichen Materialien

Stell dir beim Kauf von Spielzeug die Frage: muss es wirklich aus Plastik sein? Natürliche Materialien wie Holz, Leder oder Baumwolle sind oft eine gute Alternative. Bild: Adobe Stock/Sandra Thiele

 

Tipp 6: Secondhand – gerne eine zweite Runde!

Ihr habt noch die Eisenbahn von Eurem großen Sohn? Oder das hölzerne Puppenhaus der Tochter? Ideal! Sieh dich ruhig nach Secondhand-Artikeln um, auf Börsen oder in Shops. Oder Du tauschst mit Bekannten? Gerade hochwertige Sachen haben eine zweite Runde verdient! Das ist nachhaltig und schont Umwelt und Geldbeutel gleichermaßen. Wie bei gebrauchter Kleidung sind potenzielle Lösungsmittel oder Farbstoffe „ausgedampft“ und haben sich verflüchtigt. Achtung bei altem Plastikspielzeug. Erstens wird es mit den Jahren brüchig und porös. Zweitens enthält es häufig Weichmacher, die heute nicht mehr zulässig sind. Generell gilt: Es ist es besser, einen gebrauchten Markenartikel von guter Qualität zu kaufen als ein neues Billigteil.

 

Tipp 7: Lass Deiner Phantasie freien Lauf!

Erinnerst Du Dich? Vor vielen Jahren gab es eine TV-Werbung, die Spielen mit der Pappschachtel als „unbezahlbar“ beschrieb. Das stimmt! Kinder brauchen so wenig, um sich kreativ und phantasievoll zu beschäftigen. Sie bauen Häuschen aus ausrangierten Kartons. Sie basteln Ferngläser und Murmelbahnen aus Küchenpapier-Rollen oder Mobiles aus getrockneten Blättern und Stoffresten. Wer einen Vorrat an Wolle, Bastelpapier, Kartons, Steinen und Stoffresten hat, übersteht manchen Regenmittag – gemeinsam!

 

Bastelspaß mit leeren Klopapierrollen

Spielzeug muss nicht immer neu gekauft werden. Aus Stoffresten, Kartons, Steinen und Co. lassen sich tolle Spielzeuge basteln. Bild: Adobe Stock/foto.fritz

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