Bio und Öko – Begriffe, die uns jeden Tag begegnen. Überall. Es hat mich also nicht wirklich überrascht, als ich neulich zum ersten Mal von etwas ganz Neuem las: Die Öko-Küche soll jetzt der letzte Schrei sein.

Doch was ist das überhaupt, eine Öko-Küche? Kochen unter freiem Himmel am offen Feuer? Natürlich nicht. Dennoch: Im Freundes- und Bekanntenkreis konnte mir niemand helfen. Öko-Küche? Schulterzucken. Daher habe ich mich selbst auf die Suche nach Antworten gemacht.

Heraus kam dabei: Eine Öko-Küche wird unter ökologischen Gesichtspunkten umweltverträglich hergestellt. Dazu gehören die gesamten Küchenmöbel, die Elektrogeräte und auch die Wandverkleidung (Fliesen, Tapete, …) sowie die Bodenbeläge.

Menschen, die auf eine gesunde Ernährung achten, legen ja oft auch Wert darauf, dass der Ort, an dem die Bio-Lebensmittel zubereitet werden, dazu passt. Doch auch diejenigen, die nicht zu den Bioladen-Käufern zählen, achten immer mehr darauf, dass die Möbel und Geräte um sie herum den Umweltstandards entsprechen.

Tropenholz und Kunststoff passen nicht zur Öko-Küche

Der Weg zur Öko-Küche beginnt bei der Materialauswahl. Tropenholz mag schön aussehen, ist aber tabu. Und Kunststoffe? Naja, man kann man nicht immer zu einhundert Prozent auf Plastik verzichten. Aber in vielen Fällen eben doch. Das fängt bei dem Montagematerial für die Küchenschränke an. Ecken und Winkel sowie Verbindungen können aus Holz oder Metall sein – statt aus Kunststoff. Für die Arbeitsplatte können Holz oder Marmor aus der Region verwendet werden.

Und was ist mit den ganzen Behältnissen aus Kunststoff, die wir alle benutzen? Ich finde, man sollte Gegenstände, die aus Kunststoff sind, auf jeden Fall nicht gleich wegwerfen. Wer vorschnell Sachen entsorgt, hilft der Umwelt auch nicht. Erst dann, wenn die Küchenutensilien kaputt sind, sollte man sie dem Recycling zuführen. Aber man kann ab heute darauf achten, dass das nächste Nudelsieb nicht aus Kunststoff ist, sondern zum Beispiel aus Edelstahl. Und die ganzen Frischhaltedosen, die wir im Schrank haben, können wir peu à peu – wo sinnvoll – durch Glasbehältnisse ersetzen. Weitere Info zur eigenen Meinungsbildung findet man im Artikel „Leben ohne Plastik„. Und das Umweltbundesamt bietet eine Informationsschrift (PDF) über biologisch abbaubare Kunststoffe.

Öko-Küchen einrichten

Öko-Küche von annex - Singleküche

Öko-Küche aus Vollholz von annex – hier eine Singleküche

Aus Kostengründen bestehen viele günstige Küchenmöbel aus Holzspan- und Faserplatten, die Formaldehyd enthalten können. Schleimhautreizungen, Augenentzündungen, Asthma und Allergien werden dadurch verursacht und krebsbegünstigende Umstände geschaffen.

Wenn Sie das nicht möchten, können Sie einzelne Schränke zusammenstellen und mit Herd und Spüle ergänzen. Dieses Prinzip verfolgen meist auch Lieferanten hochwertiger Öko-Küchen (siehe Foto). Klar, hier greifen Sie zunächst etwas tiefer in die Tasche. Doch das lohnt sich in der Regel: Vollholz-Küchenmöbel halten länger und können viel besser mit umziehen.

Gütesiegel für die Öko-Küche

Hier ist eine Liste mit vielen Gütesiegeln aus unterschiedlichen Bereichen. Kennen Sie weitere verlässliche Gütesiegel? Schreiben Sie diese gern in die Kommentare!

Küchenmöbel mit dem freiwilligen Gütezeichen Goldenes M der Möbelindustrie dürfen nur die Hälfte der zugelassenen Menge Formaldehyd enthalten (0,05 ppm). Es gibt beispielsweise den Blauen Engel, das ÖkoControl-Label des Europäischen Verbands ökologischer Einrichtungshäuser, das RAL-Gütezeichen sowie das EU-Energielabel. Und damit sind wir beim zweiten wichtigen Teil der Kücheneinrichtung, den Elektrogeräten.

Energiesparen mit Küchengeräten

Mit energiesparenden Elektrogeräten in Küche und der gesamten Wohnung können Sie bares Geld sparen. Doch so richtig „Öko“ wird es natürlich erst, wenn auch Ökostrom aus der Steckdose kommt.

Weitere Lesetipps zum Thema:

Kühlschrank ohne Strom?

Ein Kühlschrank, der keinen Strom verbraucht? Na, das wird ja immer besser. Ein Tiefkühlfach oder Tiefkühltruhe ist – laut Kommentar von Coolar unter dem Video bei YouTube – (noch) nicht vorgesehen. Aber mit einem anderen Kühlmittel (als bisher eingesetzt) würde es auch funktionieren.

Da wünscht man sich doch mehr Geräte im Haushalt, die so gut wie keinen oder überhaupt keinen Strom mehr verbrauchen. Lesen Sie dazu auch den Artikel: Neuartiger Kühlschrank benötigt keinen Strom 

Was zeichnet die Öko-Küche aus?

  • Der sparsame Einsatz von Wasser und Energie in der Produktion.
  • Es werden giftfreie und nachwachsende oder schon recycelte Materialien für die Herstellung eingesetzt.
  • Transport: Kurze Strecken für die Materialien zum Produktionsstandort und weiterhin kurze Wege zum Endverbraucher.
  • Eine sinnvoll schützende, jedoch sparsam eingesetzte Verpackung, die wiederum recycelbar ist, gehört dazu.
  • Nicht zu vergessen der soziale Aspekt bei Arbeitsbedingungen und gerechter Bezahlung.
  • Elektrische Küchengeräte, die bei der Herstellung viel Energie verbrauchen, müssen im Betrieb sparsam und eine lange Haltbarkeit aufweisen, damit die Ökobilanz stimmt.

Also – auch wenn „Bio“ und „Öko“ oft als Hype kritisiert werden: Wenn sich meine Küche abgewohnt hat und ich eine neue brauche, dann werde ich mehr auf Materialien und Langlebigkeit achten. Nicht nur der Umwelt zuliebe, auch, weil eine Küche aus richtigem Holz einfach gemütlicher aussieht.

Titelbild: pexels CC0 License, Küche: annex (Pressefoto)

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