Vom Studium der Geowissenschaften zur Realität – diesen Sinn und Zweck sollte mein zweimonatiges Berufspraktikum im Energiedienst-Wasserkraftwerk Laufenburg erfüllen.

Nach vier Semestern Büffeln und vagen Vorstellungen eines passenden Berufes kam mir das Praktikum gerade recht, und ich fieberte dem ersten Tag entgegen. Alle Prüfungen waren schließlich endlich vorbei. Dann Tag eins.

Kraft der Turbinen allgegenwärtig

Ein wenig nervös betrat ich am ersten Juli den Turm am Wasserkraftwerk Laufenburg – mein neuer Arbeitsplatz für die nächsten Wochen. Den ersten Tag nutze ich hauptsächlich zum Kennenlernen meiner Kollegen. Viele neue Gesichter, Namen und Eindrücke galt es die erste Woche zu verarbeiten.

Den typischen (All-)Tag sollte es nicht geben. Einzig das besondere unterschwellige Vibrieren, ausgelöst durch die Turbinen, im Gebäude und der tolle Ausblick auf den Rhein begleitete mich während der gesamten Zeit im Turm. Vielfältige Aufgaben und Termine erwarteten mich unter der Leitung von Jochen Ulrich, dem Leiter Ökologie und Werkdienst.

Schreibtischstuhl und Rasenmäher

Auf der einen Seite waren die typischen Büroarbeiten vertreten: Arbeiten mit Excel im Bereich Uferpflegepläne oder Recherchen zu Dienstleistern, Pläne falten und Anlegen von Dokumentationen. Arbeiten, die besonders durch die hilfsbereiten und aufgeschlossenen Kollegen in einer sehr angenehmen Atmosphäre zu bewerkstelligen waren. Auf der anderen, Seite die Termine außerhalb des Büros: Bootsfahrten, Bausitzungen, Umweltaudits, Uferbegehungen oder Rasenmähen gestalteten meinen Tag sehr abwechslungsreich.

„Feierabend“ fürs Berufskraut

Besonderes Highlight war Aktionen wie die Neophyten- Bekämpfung. Gemeinsam durchgeführt mit dem Werkdienst, Vertretern der EnBW, Naturenergie+ und mir. Mit vereinter Power rückten wir einen Nachmittag lang den Pflanzen zu Leibe, die bei uns nicht heimisch sind und durch ihre üppige Wuchskraft einheimische Vertreter verdrängen.

Fleißige Helfer rückten dem „Berufskraut“ zu Leibe. Es ist nicht heimisch am Hochrhein und verdrängt einheimische Pflanzen. Die Beseitigung: echte Handarbeit!

Fleißige Helfer rückten dem „Berufskraut“ zu Leibe. Es ist nicht heimisch am Hochrhein und verdrängt einheimische Pflanzen. Die Beseitigung: echte Handarbeit!

Besonders das sogenannte Berufskraut am Kleinkraftwerk Steinen musste großflächig entfernt werden. Am Ende des Tages konnte man buchstäblich den Vorher-Nachher Vergleich ziehen. Etwas erschöpft, aber hochzufrieden ging der Tag mit einem gemeinsamen Picknick zu Ende.

Mit Kamera und Boot auf dem Rhein

Die Wochen verflogen und bald galt es schon auf Wiedersehen zu sagen. Allerdings standen noch ein paar To-Dos auf meiner Liste. Mein Großprojekt war erledigt. Somit konnte ich mich einem weiteren wichtigen Vorhaben widmen. Einem sehr angenehmen zugegebenermaßen. Ich durfte mehrere Tage mit den Arbeitern vom Werkdienst aufs Boot.

Meine Fahrten auf dem Rhein entlang der Konzessionstrecken der Kraftwerke Whylen, Rheinfelden und Laufenburg hatten den Zweck, eine Fotodokumentation der Rheinschifffahrtsbeschilderung anzulegen. Dazu knipste ich jedes Schild entlang der Uferzonen um anschließend die Dokumentation am Computer anzulegen. Das fertige Dokument wurde dann an die Behörden weitergeleitet. Es war jedes Mal ein gutes Gefühl, den Sinn hinter den einzelnen mit aufgetragenen Tätigkeiten zu sehen.

Abschied mit neuen Erfahrungen

Meine Zeit bei Energiedienst war geprägt durch sehr hilfsbereite und offene Kollegen, lehrreiche Erfahrungen und fundiertes Wissen über ökologische und technische Aspekte eines Wasserkraftwerks beziehungsweise über ein ökologisch ausgerichtetes Unternehmen. Nicht zuletzt bereichert durch meinen zweiwöchigen Ausflug nach Rheinfelden zu Claudia Frenzel, Umwelt- und Krisenmanagement.

Alexandra Diesslin ist Gastautorin im Energiedienst-Blog und war Praktikantin im Bereich Kraftwerke.

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