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Der Frühling steht vor der Tür und in uns regen sich uralte Triebe: Der Putzteufel ist erwacht! Allerorten werden die Hochdruckreiniger aus dem Winterschlaf gerissen und der Absatz an Putzmitteln erreicht Rekordwerte.

Jetzt geht es dem Schmutz an den Kragen. Fenster werden geschrubbt, Gardinen gewaschen und Autos poliert.

Schon bald blinken die Hofeinfahrten und die Keller sind entrümpelt. Die Sonne dringt wieder durch die Scheiben. Das traditionelle Großreinemachen hat begonnen.

Es ist Frühling, jetzt darf der Hochdruckreiniger zeigen, was er kann.
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Doch was ist mit den Solarmodulen auf dem Dach? Die strahlen doch auch nicht mehr so frisch wie am ersten Tag. Könnten die nicht ebenfalls eine kleine Massage mit Bürste und Lappen vertragen?

Gibt es da nicht ein passendes Mittelchen im Baumarkt um die Ecke? Oder vielleicht doch einfach mal schauen, was die Rumpelkammer an Reinigungsmitteln so hergibt?

Obacht, jetzt nicht gleich den Kärcher aufs Dach wuchten, besser erst einmal die Betriebsanleitung der Anlage studieren. Solarmodule sind keine Bodenfliesen. Scheuermilch mögen sie übrigens ebenfalls nicht. Es sind eben eher Sensibelchen.

Aber, aber, wer wird denn gleich aufs Dach gehen?
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Photovoltaik-Anlagen sind wartungsarm, so liest man immer wieder. Herbst und Winter setzen aber auch den Solarmodulen zu. Eine regelmäßige Kontrolle des eigenen Kraftwerks sollte also schon sein.

Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr. Glück gehabt! Wer früher putzt, freut sich länger an hohen Erträgen.

Von März bis Oktober fahren die Anlagen rund 80 Prozent ihrer Jahresernte ein. Also, nichts wie ran an die Bürste!

Es werde Licht – der Sommer rückt näher.
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Die Sonnenstunden nehmen langsam wieder zu, ebenso die Erträge der PV-Anlage. Damit die Freude nicht getrübt wird, sollte die Anlage in einem einwandfreien Zustand sein.

Haben Schnee, Eis und Hagel in den letzten trüben Monaten vielleicht einige Module beschädigt? Gerade bei Dachanlagen sind Beschädigungen allerdings nicht so einfach aus der Ferne mit dem bloßen Auge zu erkennen.

Doch wer ein echter Heimwerker ist, hat selbstredend eine lange Leiter in der Garage.

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, vom Dach schon eher.
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Spätestens jetzt sollte auf die Unfallgefahren hingewiesen werden. Es ist eben nicht jeder ein begnadeter Kraxelkünstler. Zudem besteht die Gefahr, mit ungeschickten Klettereinlagen die Module zu beschädigen.

Der erste Akt des Frühjahrs-Checks der PV-Anlage sollte daher ein genauer Blick auf die Daten sein. Vergleichen Sie die aktuelle Stromproduktion mit den Werten aus den Vorjahren.

Ist der Anlageertrag ähnlich oder gibt es Leistungseinbußen? Die Maßnahme scheint simpel, ist erfahrungsgemäß aber äußerst effektiv.

Erster Schritt: Werte vergleichen!
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Moderne Wechselrichter zeichnen Stromproduktionsdaten auf, manchmal sind entsprechende Zusatzgeräte notwendig. Schauen Sie sich die gespeicherten Daten an und analysieren Sie diese, eventuell mit einer speziellen Software.

Viele Anlagen bieten heute auch die Möglichkeit der Fernüberwachung per Internet oder Smartphone-App. Nachdem die Werte kontrolliert sind, müssen jetzt doch irgendwie die Module inspiziert werden.

Beeinträchtigen Herbstlaub und Blütenpollen die Ausbeute der Solarmodule? Oder haben vielleicht ungebetene Gäste aus der Tierwelt ihre Spuren hinterlassen?

Wer schon einmal von der Sonne festgebackenen Vogelkot von der Motorhaube polieren musste, weiß wie hartnäckig solche Hinterlassenschaften sein können. Marderschäden sind auch keine Seltenheit und in manchen Regionen vergnügen sich gelegentlich Waschbären auf dem Dach.

Regen und Schnee waschen einiges an Schmutz von den Modulen, sofern die Dachneigung nicht zu gering ist. Wer keine rahmenlosen Module verbaut hat, wird häufig schon von weitem insbesondere an den Übergängen zwischen den Rahmen und den Gläsern Schmutzränder entdecken.

Es führt also kein Weg an einer genaueren Inspektion der Solarmodule vorbei. Jetzt aber nicht gleich wieder die Leiter holen. Mit einem kleinen Trick lassen sich erste Erkenntnisse auch vom Boden aus gewinnen.

Fotografien der PV-Anlage können Defekte entlarven.
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Fotografieren sie mit einer Digitalkamera die Anlage und Anlagedetails aus verschiedenen Perspektiven. Ein Stativ sorgt für scharfe Fotos. Nun können Sie die Bilder in aller Ruhe bei einer Tasse Kaffee am Bildschirm betrachten, nach Belieben vergrößern und die Gläser auf Schmutz und Beschädigungen untersuchen.

Jetzt sind wir mit unseren Tipps für eine Ferndiagnose allerdings am Ende, nun muss tatsächlich jemand rauf aufs Dach.

Endlich die Leiter holen oder besser den Fachbetrieb anrufen? Ihre Entscheidung! Aber lassen sie um Himmels Willen den Hochdruckreiniger, die scharfen Putzmittel und die Scheuerbürste im Keller.

Alles was sie benötigen, ist destilliertes Wasser, ein sanftes Reinigungsmittel und eine besonders weiche Bürste, dabei unbedingt die Anweisungen der Betriebsanleitung der Anlage beachten.

Steigen sie in den kühlen Morgen- oder Abendstunden auf das Dach, dann sind die Module abgekühlt. Spritzen sie kein kaltes Wasser auf heiße Module, die thermischen Spannungen könnten die Gläser zerstören.

Scharfe Haushaltsreiniger sind bei Solarmodulen tabu.
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Auf dem Dach angekommen, sehen sie mehr: Müssen Module getauscht werden? Sind alle Schrauben fest, halten die Steckverbindungen? Was ist mit den Kabeln? Liegen sie ordentlich geführt oder scheuern sie bei jedem Lufthauch aneinander? Achten Sie auch auf mögliche Verschattungen.

Zur Inspektion gehört ebenfalls ein Blick auf den Wechselrichter und die eventuell vorhandene Solarbatterie im Keller.

Es spricht viel dafür, mit der jährlichen Inspektion einen Fachbetrieb zu beauftragen. Neben einem Sturz vom Dach riskieren sie auch den Verlust der Gewährleistung bzw. Garantie, wenn sie selbst Hand anlegen.

Der Profi verwendet spezielle Lösungsmittel, die keine Rückstände auf den Modulen hinterlassen. Ein Wartungsvertrag garantiert, dass die Reinigung der Module und die Kontrolle der Anlage regelmäßig durchgeführt werden.

Erfahrungsgemäß steigen die Erträge der Anlage nach der Inspektion und zwei bis sieben Prozent, so dass sich die Arbeiten durch die höhere Ausbeute im Lauf des Jahres amortisieren. Zudem können Sie die Wartungs- und Reinigungskosten steuerlich absetzen.

Alle sind zufrieden, die Arbeit ist geschafft.
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Etwa alle vier Jahre sollte die Anlage zudem von einem Fachmann durchgemessen werden. Anhand von Strom-Spannungs-Kennlinien kann er Defekte erkennen. Schließlich sollten alle Maßnahmen sauber dokumentiert werden. So lassen sich wiederkehrende Probleme oder minderwertige Komponenten einfach identifizieren.

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