„Natürlich“ dachte ich, als Celina Geiger, Bereich Versicherungen, mich gefragt hatte, ob ich ihr bei der Planung der Risikobesichtigung helfe.

Aber was ist eine Risikobesichtigung? Ich habe zwar in meinen ersten Wochen in der Versicherungsabteilung viel über versicherbare Risiken gelernt. Was jetzt aber ein Feuer-/Sachversicherer bei uns im Haus wollte war mir nicht klar.

Ich lernte jetzt also, mit welchem Blickwinkel ein Versicherer das zu versichernde Risiko beurteilt. Und das kann eine ganz andere Sichtweise sein wie die unsere. Geht es uns zum Beispiel bei der Brandverhütung vor allem um Personenschutz, so sieht der Feuerversicherer eher das versicherte Gebäude und dessen Einrichtung als Risiko.

Eine meiner Aufgaben bei der Planung der Risikobesichtigung war die Abendgestaltung des ersten Tages. Eine spannende Herausforderung. Das passende Event zu finden, welches dann auch preislich im Budget liegt und allen Spaß bereitet … da brauchte es ganz schön Fantasie. Die Entscheidung fiel auf einen Kochkurs. Der Gedanke dahinter? In Teams kochen fördert die Zusammenarbeit.

Als Dank für die Hilfe an der Planung, durfte ich an beiden Tagen bei allen Besichtigungen dabei sein. Darüber habe ich mich sehr gefreut. Dass man als Azubi das Glück hat gerade dann im Versicherungsbereich zu sein, wenn die Besichtigungen anstehen (diese sind in der Regel alle drei Jahre) gibt es nicht so oft.

Genug der Planung, Ende Februar startete die Besichtigung. Zusammen mit Celina Geiger und Anna-Lisa Butowski, BWL-Studentin, starteten wir am Wasserkraftwerk in Rheinfelden.

Ebenfalls am Treffpunkt angekommen waren unser Versicherungsmakler und die Vertreter unseres Feuerversicherers, der Allianz Suisse. Für die fachlichen Auskünfte über das Kraftwerk waren Beat Karrer, Leiter des Kraftwerkbereiches, Patrick Obrist und Jochen Ulrich zuständig.

Bei Kaffee und leckeren Croissants war Zeit sich vorzustellen und die ersten offenen Fragen zu beantworten. Um Genaueres über den Brandschutz zu erfahren, ging es auf den Rundgang durch das Kraftwerk.

Klar, Energiedienst bietet für die Öffentlichkeit und auch Mitarbeiter spannende Führungen durch unsere Wasserkraftwerke. Aber so ein Feuerversicherer schaut genauer. Er schaut sogar in Räume und Anlagen, die aus Sicherheitsgründen für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind.

Für mich also, obwohl ich die Führung durch das Kraftwerk kenne, nochmal eine ganz andere Sicht auf diese technischen Anlagen. Unter den Turbinen durchlaufen … schon ein bisschen beängstigend, wenn man bedenkt, wieviel Wasser da über einem „durchschießt“.

Wieviel hochkomplexe Technik für die Brandmeldeanlagen und auch für die Steuerung des Kraftwerkes bei Hochwassersituationen vorhanden ist, macht einen echt sprachlos. Und da es die letzten Tage sehr geregnet hatte wurden wir auch just in diesem Monat Zeuge wie gut die Steuerung funktioniert.

Denn ein sprunghaft ansteigender Rheinpegel sorgte dafür, dass die entsprechende Stauwehranlage völlig automatisch öffnete. Test bestanden! Das fand auch unser Sachversicherer.

Perfektes Timing! Gerade als wir das Stauwehr ansahen, ging die erste Stauwehranlage auf.

Es ging zu einem weiteren Herzstück der Energiedienst-Gruppe. Das gesamte Areal in der Schildgasse in Rheinfelden stand nun auf dem Prüfstand.

Dazu zählt unser Logistikzentrum, die Lehrwerkstatt der technischen Azubis, die Netzleitstelle, der Werkhof, das Regionalcenter und das Umspannwerk. Hier stellte sich die Frage was passiert bei einem „Super Gau“?

Angenommen ein Flugzeug stürzt ab und zerschellt in der Schildgasse. Was passiert dann? Wie teuer ist der Neubau des Schildgassenareals? Stürzt die Netzversorgung ab, wenn das Umspannwerk außer Betrieb ist?

Alles Fragen, die beantwortet werden mussten. Dafür waren in jedem Bereich Fachkräfte dabei, die den Vertretern der Versicherung Rede und Antwort stehen mussten. Im Logistikzentrum war das Andreas Leonhardt.

Hier gingen wir durch das Lager, um zu sehen ob alles rund um den Brandschutz in Ordnung war. Damit sind die Brandmeldeanlagen, die Löschvorrichtungen, die Lagerung von Gefahrstoffen etc. gemeint.

Die Spezialisten bei der Netzleitstelle und beim Umspannwerk sind Peter Detterbeck und Markus Linder. Ganz wichtig hier: Was passiert, wenn der „Super Gau“, also das schlimmste anzunehmende Schadensszenario eintritt.

Kann die Stromversorgung gewährleistet werden und was passiert, wenn die Netzleitstelle außer Betrieb ist. Gut, dass unsere Fachkräfte sofort eine Antwort zur Stelle haben.

„Für den Fall dass die Netzleitstelle personell nicht besetzt werden kann, (zum Beispiel bei einem Brand) können wir in die Not-Leitstelle in Donaueschingen“,

versicherte Peter Detterbeck.

Zum Umspannwerk sagte Markus Linder:

„Auch wenn einzelne Betriebsmittel des Umspannwerks Rheinfelden ausfallen, beispielsweise ein Leistungstransformator, ist die Stromversorgung dennoch gewährleistet, da die Anlage redundant ausgeführt ist (b-1) -Kriterium.“

Auch im Regionalcenter und beim Werkhof schauten wir uns die Brandmeldeanlagen, Heizungsräume, Löschvorrichtungen an. Außerdem sind alle Serverräume und andere wichtige Anlagen in sauerstoffreduzierten Räumen.

Unsere Netzleitstelle am Standort der ED Netze in Rheinfelden ist rund um die Uhr besetzt.

Das Umspannwerk in Rheinfelden ist eins der größten Umspannwerke von Energiedienst.

Als letzten Punkt auf dem Tagesablaufplan war noch unser neues Verwaltungsgebäude in der Schönenbergerstraße. Dieses Gebäude ist nach den aktuellsten Brandschutzvorgaben gebaut. Und trotzdem gilt auch hier: Lieber einmal mehr geprüft und geschaut damit mögliche Risiken frühzeitig erkannt werden. Hier benötigten wir noch einen Rat zum Thema Brandschutz.

17:45 Uhr und viele technische und versicherungsrelevante Angaben schlauer war es dann auch Zeit den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen und ungezwungen das Erarbeitete noch einmal Revue passieren zu lassen.

Da die Energiedienst-Gruppe ja auf viele unterschiedliche Standorten verteilt ist, war es natürlich nicht damit getan, sich in Rheinfelden aufzuhalten.

Ein weiterer großer Unternehmensstandort ist der Standort der Energiedienst Holding AG in Laufenburg (CH). Auch dort steht ein grenzübergreifend gebautes Wasserkraftwerk. Zusammen mit dem Team vom Kraftwerk empfingen wir die Mitarbeiter der Versicherung und des Maklers in dem Besprechungszimmer im Kraftwerk in Laufenburg.

Das Besprechungszimmer, oberstes Stockwerk im Turm, bietet eine schöne Sicht auf den Rhein und unser Areal in Laufenburg. Und ein bisschen spürt man auch die Vibrationen, die durch den Kraftwerksbetrieb im gesamten Gebäude übertragen werden.

Viele Fragen ähnelten natürlich denen vom Wasserkraftwerk Rheinfelden. Und auch beim Rundgang kam mir vieles wieder bekannt vor. Zwar deutlich älter, aber trotzdem voll funktionsfähig. Für mich war es das erste Mal, dass ich das Kraftwerk in Laufenburg besichtigt habe.

Besonders interessierten sich die Versicherer für die aktuellen Baumaßnahmen am Wehr. Wieviel Aufwand der Ausbau, die Erneuerung, Reparaturmaßnahmen und Sanierungen eines solchen Bauwerkes braucht, kann man sich, wenn man einfach über das Wehr läuft, gar nicht vorstellen.

Neben dem Wasserkraftwerk Laufenburg befindet sich auf der Schweizer Seite das Verwaltungsgebäude mit einigen weiteren Bauten, wie dem Besucherhaus, der Tankstelle, den Garagen oder dem Werkhof. Auch hier schauten wir uns die Brandmeldeanlage, die Gefahrstofflagerung, die Löschvorrichtungen etc. an.

Mit Spannung erwarteten wir nun das Abschlussgespräch. Für Celina Geiger ein wichtiger Termin. Wie zufrieden ist der Versicherer? Welches Feedback muss Sie an die Fachbereiche weitergeben? Was kann / muss geändert werden? Das sind nur einige Fragen, die ihr so durch den Kopf gingen, meinte sie.

Und dann die Erleichterung:

„Wir sind absolut zufrieden mit Ihrem Unternehmen!“

So die Aussage des Versicherers.

Die ausführlichen Berichte erhalten wir in den nächsten Wochen. Aber wenn überhaupt sind es nur Kleinigkeiten wie zum Beispiel ein Feuerlöscher am falschen Platz. Das ist alles schnell zu beheben!

Ich fand es super dabei gewesen zu sein. Zwar habe ich an beiden Tagen meine Füße ordentlich gespürt, aber ich würde jederzeit wieder mit. Und ich hätte nicht gedacht, was für ein Aufwand und eine permanente Überwachung hinter dieser „Versicherungspolice“ steckt.

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