Im Supermarkt gibt es eine riesige Obst- und Gemüseauswahl. Warum saisonal einkaufen sinnvoll ist und wann welches Obst und Gemüse Saison hat, erfahrt ihr hier!

Himbeeren im Winter, Trauben im Frühjahr, Tomaten das ganze Jahr über – wovon unsere Vorfahren nur träumen konnten, ist für uns längst Alltag geworden. Beim Blick in die Obst- und Gemüseabteilung bleiben keine Wünsche offen, wir haben uns daran gewöhnt, dass alles immer verfügbar ist. So kommt es, dass in Deutschland rund 74 Kilogramm Obst und 97 Kilogramm Gemüse pro Jahr und Kopf gegessen werden. Mengen, die nicht allein durch heimischen Anbau gewonnen werden können – obwohl durch neue Sorten, ausgeklügelte Anbausysteme und verbesserte Lagermöglichkeiten die Erntezeiten stärker ausgedehnt werden. Auch aus klimatischen Gründen sind wir auf den Import aus dem Ausland angewiesen.

Aber muss es wirklich immer das volle Angebot sein? Hat es vielleicht sogar Vorteile, bei unserer persönlichen Obst- und Gemüseauswahl stärker den saisonalen Aspekt zu berücksichtigen? Wir haben für euch fünf Gründe für mehr Saisonalität beim Einkauf zusammengetragen inklusive Saisonkalender – los geht’s!

 

1. Gute Qualität ist eine Frage der Saison

Reif geerntetes Obst und Gemüse verliert bereits unmittelbar nach der Ernte kontinuierlich Wasser. Gleichzeitig werden Vitamine, sekundäre Pflanzenstoffe und Aromen durch zu starke Wärme-/ Licht- oder Sauerstoffeinwirkungen abgebaut. Das heißt, viele Waren, die in optimalem Zustand geerntet werden, verlieren ihre Qualität im Laufe der Zeit. Wer saisonal und damit meist automatisch auch regional kauft, darf eine bessere Qualität erwarten – weil weniger Zeit zwischen Ernte und Einkauf liegt. Ideal ist daher bei Erdbeeren, Himbeeren, Kirschen oder Tafeltrauben der Kauf direkt beim Erzeuger, etwa im Hofladen oder auf dem Wochenmarkt. Längst haben aber auch viele Supermärkte regionale Lieferanten in ihr Programm aufgenommen.

Frische allein ist allerdings nicht der einzige Garant für gute Qualität, auch der Reifegrad ist wichtig. Nachreifend sind beispielsweise Äpfel, Birnen, Nektarinen, Pflaumen oder Tomaten. Werden sie zu früh und unreif geerntet, wirkt sich das auf den Geschmack und die Nährstoffe aus. Allgemein lässt sich festhalten, dass Verbraucher bei Waren, die außerhalb der eigentlichen Saison angeboten werden, mit Einschränkungen rechnen müssen.

Tipp: Achte beim Einkaufen neben der Herkunft auch auf Bio-Siegel wie z.B. Demeter.

 

2. Bessere Ökobilanz dank kürzerer Wege

Nur 20 Prozent des hier verzehrten Obsts stammt aus heimischem Anbau, bei Gemüse liegt der Selbstversorgungsgrad bei 36 Prozent. Deutschland muss also Obst und Gemüse importieren, um den Bedarf decken zu können. Ein Großteil der importieren Waren stammt aus der EU und wird per Lastwagen transportiert, deutlich weniger stammt aus Mittel- und Südamerika bzw. aus Afrika und Asien. Diese Waren werden meist per Schiff oder per Flugzeug transportiert. Bei jedem Transport wird CO2 ausgestoßen. Je länger der Weg, desto höher der Ausstoß. Wer saisonal einkauft und damit auf regionale Produkte setzt, trägt aktiv zu einer besseren Ökobilanz und zum Klimaschutz bei.

Saisonkalender nach Jahreszeit ermöglicht saisonales Einkaufen

Auch in Deutschland wachsen das ganze Jahr über verschiedene Gemüse- und Obstsorten

Natürlich können bestimmte Obst- und Gemüsesorten aufgrund der klimatischen Verhältnisse nicht oder nur kurzzeitig in Deutschland angebaut werden. Wer nicht auf Ananas oder Zitronen verzichten möchte, kann aber trotzdem einen ökologischen Beitrag leisten, indem er darauf achtet, dass das Obst zumindest nicht per Flugzeug, sondern per Schiff transportiert wird. Und: Auch exotisches Obst hat Saisonzeiten, z. B. Mandarinen oder Feigen.

Tipp: Das Herkunftsland muss auf dem Etikett angegeben sein. Vielleicht ist die Honigmelone aus Spanien genauso lecker, wie die Alternative aus Südamerika. Eine bessere Klimabilanz hat sie auf jeden Fall. Klimafreundliche Ernährung ist hier das Stichwort.

 

3. Stärkung der regionalen Landwirtschaft

Gerade weil wir in Deutschland zu einem großen Teil auf den Import von Obst und Gemüse angewiesen sind, ist die Stärkung der regionalen Höfe und Betriebe sehr wichtig. Nur so können wir auch in Krisenzeiten eine gewisse Unabhängigkeit von Importen und langen Lieferketten sicherstellen. Wer saisonal einkauft, unterstützt die Landwirtschaft aktiv dabei, vielfältiger zu werden und mehr regionale Produkte zu vermarkten. Weitere Vorteile: Der heimische Anbau setzt häufig auf lokale und alte Sorten und sichert damit die Vielfalt. Wir alle können durch den Kauf saisonaler Produkte die eigene Kulturlandschaft stärken und Arbeitsplätze in der Region sichern.

 

4. Wer saisonal kauft, kauft günstiger

Weil bestimmte Gemüse- oder Obstsorten nur für kurze Zeit, dann aber in großen Mengen verfügbar sind, kosten sie zu Saisonzeiten relativ wenig Geld. Kurze Wege vom Erzeuger zum Markt sorgen ebenfalls für niedrige Preise. Es lohnt sich also, zuzugreifen und zu genießen. Wer möchte, kann einen Teil der Ware haltbar machen, etwa durch Einkochen oder Einfrieren. So muss auch im Winter niemand auf Beerenobst für den Smoothie verzichten. Um einen Überblick zu bekommen, wann welches Obst und Gemüse Saison hat, hilft ein Blick in unseren Saisonkalender.

Saisonales Einkaufen schont den Geldbeutel

Saisonales Einkaufen ist gut für die Umwelt aber auch für den Geldbeutel. Bild: Adobe Stock/sebra

 

5. Mehr Abwechslung, mehr Nährstoffe

Wer damit leben kann, Erdbeeren nur im Frühsommer oder Kürbis nur im Herbst zu verzehren, der isst bewusster und automatisch auch abwechslungsreicher. Gerade saisonales Obst und Gemüse birgt durch die Abwechslung ein großes Potenzial: Denn damit unser Körper mit allen nötigten Nährstoffen versorgt wird, ist Abwechslung wichtig. Die Natur weist uns den Weg – es ist kein Zufall, dass im Sommer besonders Früchte und Gemüse mit hohem Wassergehalt reifen, während im Winter vor allem vitaminreiches Gemüse reift. So gedeihen verschiedene Kohlsorten und Wurzeln bis weit in den Winter hinein, oft auch noch nach kalten Frostnächten. Grünkohl schmeckt nach einer Frostnacht sogar noch besser. Frisch geerntet und zubereitet, wird Wintergemüse zur wahren Vitaminbombe für unser Immunsystem. Rote Bete enthält zum Beispiel sehr viel Vitamin B, Kalium, Eisen und Folsäure, Rosenkohl enthält viel Vitamin C und Wirsing liefert neben Carotinen auch viele B-Vitamine.

 

Nix verpassen mit dem Saisonkalender für Gemüse!

Frisches Gemüse das ganze Jahr über? Aber ja! Unser Saisonkalender Gemüse zeigt, dass selbst im Dezember, Januar und Februar eine ganze Reihe an Kohlsorten und Wurzeln verfügbar ist. Den Extra-Vitaminkick gibt es gratis dazu! Wusstet ihr, dass sich viele Gemüsesorten auch ohne großen Nährstoff- und Qualitätsverlust sehr lange lagern lassen? Auch Lagerware ist im Saisonkalender aufgeführt, der übrigens ausschließlich Sorten enthält, die in Deutschland gedeihen!

 

Frisch auf den Tisch mit dem Saisonkalender für Obst

Bald beginnt sie wieder, die Zeit, in der es täglich frisches Obst aus der Region im Überfluss gibt. Ab März geht es los mit Rhabarber, im Mai beginnt die sehnlichst erwartete Erdbeersaison. Welche Obstsorten und Nüsse sogar bis in den Winter hinein frisch geerntet werden und was sich gut lagern lässt, zeigt euch unser Saisonkalender Obst.

 

Das ganze Jahr frischer Salat mit dem Saisonkalender für Salat

Auch im Winter können verschiedene Salate und Kräuter geerntet werden – man muss nur wissen, was gerade Saison hat. Unser Saisonkalender für Salat und Kräuter zeigt auf einen Blick, was in Deutschland im Freiland gedeiht – von Januar bis Dezember.

Unseren kompletten Saisonkalender für Gemüse, Obst und Salat kannst du dir hier herunterladen: Saisonkalender

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