Helm, Sicherheitsschuhe, neongelbe Warnweste – alles parat. Ein Außentermin mit den Netze-Kollegen steht an. Endlich mal wieder. Es ist kalt und neblig an diesem Freitagmorgen als ich mich auf den Weg nach Steinen mache.

Dort wird heute mitten zwischen den Häusern eine Mittelspannungs-Schaltstation eingehoben. „Zentimeterarbeit, das wird spannend“ hatte mich Rainer Beck, Teamleiter Anlagen, Sekundärtechnik und Kabelfehlerortung bereits informiert.

 

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Glattgezogen und vorbereitet: es kann losgehen.

Punkt 8 Uhr: Kranführer und Anwohner sind parat

Die neue Schaltstation, ein Betongebäude in Form einer Fertiggarage, ist bereit und hängt an den Haken. Vier dicke Seile haben die Fachmänner am frühen Morgen befestigt.

Punkt 8 Uhr: „Es kann losgehen“, Rainer Beck gibt dem Kranführer im blauen Autokran das Startsignal. Die Anwohner stehen am Zaun und beobachten gespannt, wie sich das tonnenschwere Leergebäude langsam vom Lastwagen hebt.

 

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Gesichert schwebt sie ein – die neue Schaltstation.

470.000 Euro für die neue Schaltstation

Es ist sehr eng. An einem kleinen Bachlauf findet die neue Schaltstation ihren Platz. Die Anlage ersetzt an gleicher Stelle die ehemalige Station Birkenweg in der Häfnetstraße. Sie musste aus Altersgründen ausgetauscht werden.

Mehr als 470.000 Euro kostet die Baumaßnahme. ED Netze investiert damit auch in die Versorgungssicherheit von Hauingen, Endenburg, Hüsingen, Hägelberg, Höllstein und Sallneck und gewährleistet eine sichere Stromversorgung für die nächsten 40 Jahre.

 

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Inmitten der Wohnbebauung zum Einsatzort manövrieren.

 

Rückbau im laufenden Betrieb

Die Baumaßnahme ist für ED Netze und die beteiligten Fachfirmen eine logistische Herausforderung. ED Netze baute die alte Station in Form eines Turms im laufenden Betrieb ab und legte die Stromversorgung auf eine provisorische Ersatzstation um.

„Wir konnten hier die Station nicht einfach abhängen und die Versorgung über eine andere Leitung führen, wie das sonst oft üblich ist“, erklärt Rainer Beck. „Quasi eine Operation am offenen Herzen“, ergänzt Roman Gayer, Projektbetreuer Netzbauprojekte.

Die Planung war aufwendiger als gewöhnlich. „Wir haben bereits vor Monaten damit begonnen“, sagt Rainer Beck. „Wir mussten Genehmigungen bei Behörden einholen, mit den Anwohnern sprechen, Fachfirmen anfragen und Vermessungen beauftragen.“

 

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Zusätzliche Betonfundamente und Holz verstärken die kleine Brücke.

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Stahlträger sorgen auf der anderen Seite für Halt.

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Stück für Stück ans Ziel.

 

Knifflige Baustelle mitten im Wohngebiet

Die Leitungen unterqueren den angrenzenden Bach. Die Station liegt zwischen den Häusern, mitten im Wohngebiet. Der Zufahrtsweg ist schmal.

Schon vor Baubeginn vermaßen Techniker die Statik der kleinen Brücke. Um sicherzugehen, dass der Kran einen festen Stand hat, wurde an einigen Stellen zusätzliches Fundament betoniert.

Erst dann konnte sich der 100-Tonnen-Autokran am Vortag in fast drei Stunden Zentimeter für Zentimeter an seinen Einsatzort vortasten.

„Solch komplizierte Baustellen haben wir nicht jeden Tag“, erklärt Edgar Zimmermann. Er gehört zum Team von Rainer Beck und hat bei diesem Projekt den Hut auf.

 

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Edgar Zimmermann (links) vom Team Anlagen, Sekundärtechnik und Kabelfehlerortung und Rainer Beck, Teamleiter sind vor Ort dabei.

 

Punktgenaue Landung

Das leere Gebäude erinnert an eine Fertiggarage, misst etwa 7,50 Meter mal 3,50 Meter und wiegt 35 Tonnen. Der Autokran hat damit keine Mühe. Er hievt das leere Betongebäude über den Garten eines Anwohners hinweg, an seinen Bestimmungsort.

Zentimetergenau am Hausdach vorbei manövriert der Kranführer die schwere Last in nur wenigen Minuten punktgenau in die vorab markierte Baugrube. 3, 2, 1 – touchdown, „das ist, ja wie bei einer Flugzeuglandung“, sage ich zu Rainer Beck. Er sieht zufrieden aus.

Auf der anderen Seite wird geklatscht. Geschafft! Ladung abgeladen, steht und passt.

„Die Schalttechnik bauen wir in den nächsten Wochen ein, so dass die Station bis Ende des Jahres am Netz ist“, erläutert Edgar Zimmermann.

Mittlerweile hat die Sonne den Nebel aufgelöst, der Autokran holt den Ausleger ein, der Dieselmotor schweigt, für heute ist das Meiste geschafft.

 

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Passt! Die Station steht.

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