Zugegeben, Geschichten über einen Stromausfall passen eigentlich nicht so richtig in den Blog eines Energieversorgers. Ist es doch eine unserer wichtigsten Aufgaben für die Versorgungssicherheit zu sorgen.

Aber diese Geschichte passierte auch nicht in Südbaden sondern in der Pfalz.

Dort waren wir unlängst zu einem Wanderwochenende unterwegs und hatten in dem Hotel, in dem wir übernachteten, für das Abendessen einen Tisch reserviert. Da die Wanderung etwas eher zu Ende war und uns nach einem kleinen Snack gelüstete, kehrten wir ein paar hundert Meter vor unserem Hotel in den „Dampfnudelhof“ ein. Eine zu einem Gasthaus umgebaute Scheune lud zu Dampfnudeln und Flammkuchen ein. Lecker! Das Ganze mit einem schönen Glas Wein war genau das richtige, um den Nachmittag ausklingen zu lassen.

Und kaum hatten wir gegessen, beendete jenes Flackern jäh die sichere Stromversorgung in der Ex-Scheune.

Taschenlampe ist griffbereit

Ein Blick aus dem Fenster klärte uns darüber auf, dass der gesamte Ort dunkel war und somit wohl keine herausgesprungene Sicherung die Ursache des Stromausfalls war.

Irgendwie schien dem Wirt die Situation vertraut zu sein, denn als wäre es die selbstverständlichste Sache der Welt, standen binnen weniger Sekunden brennende Kerzen auf dem Tisch. „Gut vorbereitet“, dachte ich „vermutlich hat er auch bei anderen Dingen vorgesorgt.“

Eine Taschenlampe mit frischen Batterien griffbereit und weitere Kerzen mit Streichhölzern in der Nähe. Konserven oder andere haltbare Verpflegung sollten ja in einem Gasthaus kein Problem sein und Getränke sind auch vorhanden.

Apropos Getränke: Bei ausreichend Wein kamen wir ziemlich schnell mit den Einheimischen ins Gespräch und hörten uns mehr oder weniger lustige Geschichten über die Stromausfälle der letzten Jahre an (Kyrill oder Lothar). Dass es dunkel war, schien dort wirklich kein Einzelfall zu sein.

Wie gut, dass wir schon gegessen hatten, denn im Gegensatz zur Getränkeversorgung funktionierte die Versorgung mit warmen Essen natürlich nicht mehr. Das Handy aber funktionierte noch. Doch weder im Internet noch über Twitter war etwas über den Stromausfall zu finden.

Dafür zeigte sich, dass die Taschenlampen-App auf dem Smartphone meines Kumpels Norbert hoch willkommen war. Brachte Sie doch neben dem Kerzenschein Licht ins Dunkle und half bei der Orientierung in der finsteren Scheune.

Schicksalgemeinschaften bilden sich

Da ja im gesamten Ort der Strom weg war, machten wir uns um unsere Tischreservierung keine allzu großen Sorgen.

Der Rest des frühen Abends wurde im Gespräch mit den gastfreundlichen Einheimischen und dem einen oder anderen Getränk dann ziemlich lustig. Interessant, wie schnell sich „Schicksalsgemeinschaften“ in solchen Situationen bilden.

Nach zweieinhalb Stunden bei Kerzenschein und dunkler Scheune machten wir uns schließlich auf den Weg ins natürlich ebenfalls dunkle Hotel. Und was passierte? Genau in dem Moment als wir das Hotel betreten, geht das Licht im ganzen Ort wieder an. Traraa. Wir kamen uns vor, wie aus der Torte gesprungen.

Da der Abend schon etwas fortgeschritten war, beschlossen wir, auf das Umziehen zu verzichten und gleich mit den Wanderklamotten ins Hotelrestaurant zu gehen. Was ein Auftritt: Die anderen Gäste schauten uns an, als kämen wir mit Gummistiefeln mit Mistgabel direkt aus dem Stall, denn sie waren eher mit Sakko und Blazer bekleidet…

Überall sehen Schicksalsgemeinschaften anders aus. Wie auch immer, trotz Stromausfalls war der Abend wirklich witzig. Mein Dank an die Kollegen der Gemeindewerke Herxheim, die auch am späten Samstagnachmittag zügig vor Ort waren, um sich um das Problem zu kümmern.

Mich hat es dazu gebracht, mal wieder zu Hause zu kontrollieren, ob wir auch vorbereitet sind. Denn trotz bester Pflege des Stromnetzes und einer 24 Stunden besetzten Netzleitstelle ist man vor einem Stromausfall nie gefeit. Da braucht nur ein Baum falsch zu stürzen, ein heftiger Sturm zu toben oder – der Klassiker – ein Bagger bei Bauarbeiten ein Erdkabel zu beschädigen.

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