Wer ist ein echter Stromfresser im Haushalt: Kühlschrank, PC, Smartphone oder Durchlauferhitzer? Unsere Tipps helfen Dir, Stromfresser ausfindig zu machen und so Deinen Stromverbrauch zu senken.

Je mehr Personen in Deinem Haushalt leben, umso höher fällt der Energiebedarf aus. Entscheidend sind dabei die Anzahl der Elektrogeräte, das persönliche Nutzungsverhalten, und die Art der Warmwasseraufbereitung. Ein Ein-Personen-Haushalt benötigt im Jahr durchschnittlich 1.600 Kilowattstunden (kWh), zwei Personen 2.400 kWh. So steigt in einem Drei- beziehungsweise Vier-Personen-Haushalt der Wert auf 3.200 beziehungsweise 4.000 kWh.

 

Stromverbrauch: Was ist „normal“?

Wird das Verbrauchswasser mit einem strombetriebenen Durchlauferhitzer erwärmt oder strombetrieben geheizt, steigt der Energiebedarf weiter an. Den „normalen“ Stromverbrauch gibt es also nicht. Und er hängt von vielen Einzelfaktoren ab. Wer seinen durchschnittlichen Jahresstromverbrauch einschätzen möchte: Eine einfache Formel hilft.

 

Der individuelle Bedarf: die Stromformel

Die Stromformel liefert eine Richtgröße:

Personenzahl mal 200 Kilowattstunden (kWh)

+ Wohnfläche (in Quadratmetern) mal 9 KWh

+ Anzahl der Geräte im Haushalt mal 200 kWh

= Summe der drei Werte ist der Verbrauch

 

Ein Beispiel für einen Drei-Personen-Haushalt in einer

80-Quadratmeter-Wohnung mit zehn Geräten:

3 Personen X 200 kWh = 600 kWh

+ 80 Quadratmeter X 9 kWh = 720 kWh

+ 10 Geräte X 200 kWh = 2.000 kWh

= Stromverbrauch: 3.320 kWh

 

Entscheidend für den Energiebedarf eines Haushalts sind seine Geräte. Vor allem Gefrierschrank, Wäschetrockner oder Kühlschrank gelten als Stromfresser und fallen beim Verbrauch ins Gewicht. Wie viel Leistung jedes Gerät benötigt, steht auf den Typschildern oder in der Gebrauchsanweisung. Eine kleine Lampe arbeitet mit 50 Watt Leistung, ein PC mit 250 Watt oder ein Herd mit 4.000 Watt. Je größer die Watt-Zahl, desto höher die Leistung von Wasserkocher, Fön und Co. Und je länger die Betriebsdauer ausfällt, desto höher ist der Stromverbrauch. Physikalisch gesehen: die elektrische Arbeit in Kilowattstunden (kWh). Diese elektrische Arbeit in einem Haushalt ist am Stromzähler abzulesen.

 

Alle Geräte „arbeiten“ – doch wieviel?

Dementsprechend kannst Du den exakten Verbrauch für jedes Gerät berechnen mit der Formel: W = P mal t. Ausgeschrieben bedeutet dies: Elektrische Arbeit W (Einheit: kWh) = Elektrische Leistung P (Einheit: Watt) mal Zeit (Einheit h/Stunden). Arbeitet ein Herd also mit 2.000 Watt und ist zwei Stunden in Betrieb, benötigt er 4.000 Wattstunden = 4 Kilowattstunden. Weil: 2.000 Watt mal 2 h = 4.000 Wh = 4 kWh. Die elektrische Leistung P lässt sich auch auf einem zweiten Weg berechnen – wenn die Watt-Angabe des Geräts nicht bekannt ist. Hilfreich sind die Angaben der elektrischen Spannung in Volt (V) und der Stromaufnahme in Ampere (A): P = U mal I.

Das Typenschild eines jeden Elektrogeräts gibt Auskunft über seine Leistung und seinen Verbrauch. Foto: Weiger

 

 Wer braucht am meisten Energie?

Der Stromverbrauch eines privaten Haushalts lässt sich in sieben Bereiche einteilen. Am meisten Energie benötigt erfahrungsgemäß die TV-, Audio- und Büroausstattung: 25,6 Prozent des Jahresstromverbrauchs fallen hierfür an. Der Bereich Kühlen und Gefrieren folgt mit 16,7 Prozent. Auf Rang drei liegt die Warmwasser-Aufbereitung (14,8 Prozent), auf Rang vier der Bereich Waschen, Trocknen und Spülen mit 12,4 Prozent. Kochen (9,8 Prozent) und Licht (8,1 Prozent) belegen die Plätze fünf und sechs. An letzter Stelle folgen mit 12,5 Prozent alle übrigen Geräte – unerheblich, ob Fön oder Heißklebepistole. Ein Flachbild-TV mit einer Leistung von 150 Watt und einem Verbrauch von 1,5 Kilowattstunden in zehn Stunden kostet je nach Strompreis rund 50 Cent in dieser Zeit. Der Gefrierschrank arbeitet mit einer Leistung von 150 Watt. In zehn Stunden Betrieb verbraucht er also nicht nur 1,5 Kilowattstunden, sondern kostet ebenfalls rund 50 Cent. Ein Wäschetrockner mit einer Leistung von 3.000 Watt benötigt bei einer Betriebszeit von zehn Stunden 30 Kilowattstunden. Kosten: fast neun Euro.

 

Stromfresser unter der Lupe

Wer in seinem Haushalt überdurchschnittlich viel Energie benötigt, sollte sich auf die Suche nach den versteckten Übeltätern machen. Das lohnt sich! Eine Gefriertruhe mit schlechter Energie-Effizienzklasse oder ein alter Kühlschrank sind heimliche Energiefresser. Oder ein Aquarium. Energiedienst bietet Kunden für die Suche so genannte Strommesseräte kostenlos zur Ausleihe an. Damit lässt sich mühelos jedes einzelne Verbrauchsgerät testen.

 

Wasserkocher statt Topf und Herd: Geht schnell und verbraucht weniger Energie. Foto: Adobe

 

Für Umwelt und Geldbeutel: Stromfresser finden

Wie kannst Du Deinen Stromverbrauch senken? Man muss nicht immer gleich die Heizungspumpe tauschen. Hier einige kleine Kniffe.

  • TV-, Audio- und Bürogeräte komplett abschalten, nicht im Stand-by-Modus lassen! Ein Fernseher im Stand-by kostet im Jahr über 30 Euro, eine Stereoanlage 35 Euro. Hilfreich: Steckdosenleisten mit Ein-Aus-Schalter.
  • Handy-Ladekabel immer ausstecken, wenn kein Gerät angeschlossen ist, das Smartphone „entrümpeln“ und Apps schließen, um den Akku zu schonen.
  • Akkuladungen ausnutzen! Schnurlose Telefone oder Rasierapparate erst aufladen, wenn sie fast leer sind.
  • Beim Kauf von Kühl- und Gefriergeräten, Waschmaschine, Trockner und Spülmaschine auf optimale Effizienzklassen wie A+++ oder A++ achten.
  • Wer seinen Kühlschrank regelmäßig abtaut und die Kühltemperatur auf 7 Grad Celsius herunterfährt, spart ebenfalls Strom. Die Kühlschranktür schnell schließen.

Wer seinen Kühlschrank regelmäßig abtaut und sinnvoll bestückt, benötigt deutlich weniger Energie. Foto: Adobe 233216628

  • Geräte wie Wasch- und Spülmaschine oder Trockner nie halbleer laufen lassen. Auf Energiespar-Programme setzen! Beim Waschen reichen bei normalem Schmutz 40 Grad aus. Wäsche lieber auf der Leine trocknen.
  • Heißes Wasser im sparsamen Wasserkocher erhitzen, nicht auf dem Herd! Immer den kleinstmöglichen Topf auf der passenden Platte und mit Deckel verwenden. Bei Herd und Backofen die Restwärme nutzen. Wie wäre es mit einem Dampfkochtopf?
  • LED-Energiesparlampen benötigen wenig Energie. Bewegungsmelder oder Dimmer installieren! Der einfachste Tipp: Licht – wie den Fernseher – nie unnötig anlassen!
  • Klimaanlagen, Ventilatoren, Heizlüfter oder Wasserbett benötigen viel Strom – am besten darauf verzichten!

 

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