Ladesäulen für Elektrofahrzeuge: Wo und wie werden Elektroautos aufgeladen?

Tolle Beschleunigung, geringe Geräuschentwicklung und keine Abgasentwicklung am Fahrzeug: Das macht Elektroautos so faszinierend. Doch wer ernsthaft mit dem Gedanken spielt, komplett auf ein Elektrofahrzeug umzusteigen, stellt sich die Frage nach den Ladesäulen. Gibt es ausreichend Lademöglichkeiten in der Region, passen sie zu meinem Fahrzeug, und wie sieht’s mit dem Bezahlen aus? Wir haben die wichtigsten Fakten zu Ladesäulen zusammengetragen.

Was ist eine Ladesäule / Stromtankstelle?

Eine Ladesäule / Stromtankstelle stellt die Möglichkeit zum Aufladen eines batterieelektrischen Elektroautos oder Plug-in Hybrids zur Verfügung.

Stromtankstelle: Opel Ampera an der Ladesäule beim Stromtanken

Opel Ampera an einer Ladesäule beim Stromtanken

Der Kontakt wird über ein Kabel hergestellt, das an beiden Enden eine Stecker-Verbindung hat, die einerseits in das E-Auto und auf der anderen Seite zur Ladesäule führt.

Kann jedes Elektro-Auto an jeder Ladesäule Strom tanken?

Es ist wichtig zu wissen, was für Ladekabel mit welchen Anschlüssen Sie in Ihrem Elektrofahrzeug mitführen. Die Farbe der Kabel ist meist leuchtend, zum Beispiel in orange, rot oder gelb. Das dient der besseren Erkennbarkeit und Sichtbarkeit, damit keiner das ausgerollte Kabel während des Ladevorgangs übersieht.

BMW Active E auf der Suche nach Stromtankstellen

BMW Active E auf der Suche nach Stromtankstellen

Tesla Roadster beim Aufladen

Tesla Roadster beim Aufladen

Der Stecker, der zum Anschluss des E-Autos führt, passt normalerweise, denn die meisten Kabel werden vom Hersteller mitgeliefert. Aber das sagt leider noch lange nichts über die Anschlüsse aus, die – nach dem “Kabelsalat” – in Richtung Ladesäule eingesteckt werden müssen.

Bislang gibt es noch keinen universellen Standard, außer dem Schuko-Anschluss. Das ist der runde Stecker, den Sie auch am Bügeleisen oder anderen Haushaltsgeräten finden, die keinen Flachstecker besitzen. Einige Elektroautos haben nur diese Möglichkeit, hiermit dauert das Aufladen am längsten. Dabei ist zu beachten, dass bei Fahrten aus Deutschland in die Schweiz (vice versa für die Schweizer) und in weitere Länder mit anderen Systemen, einen geeigneten Adapter (Reisestecker) mitzunehmen ist!

Anschluss für Ladesäulen und Elektroautos

Anschluss für Ladesäulen und Elektroautos

Die sogenannten Schnell-Ladestecker, die zweite Stecker-Art, haben unterschiedliche Spezifikationen. Hier hilft nur noch ein Blick ins Handbuch und ein zweiter auf die Angaben auf der Ladesäule. Zudem gibt es proprietäre Anschlüsse wie beispielsweise der “Tesla Supercharger”, der dann nur für die Modelle von Tesla geeignet und abgestimmt ist.

Verbreitet ist der Anschluss „IEC Typ 2“, der seit Januar 2013 von der EU-Kommission als Standard festgelegt wurde. Dieser hat aber unterschiedliche Werte von niedrigen 2,3 kW bis zu 22 oder gar 43 kW. Links in der Grafik sind zudem noch weitere Spezifikationen und Belegungen im Detail erkennbar.
Ein Klick auf die Grafik vergrößert die Ansicht.

 

Wie finde ich Ladesäulen für E-Autos?

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, um Ladesäulen zu suchen. Bislang hat sich noch keine Standard-Suchmaschine herauskristallisiert, die man universell empfehlen könnte. Teilweise liegt es an der Region, für die man Stromtankstellen sucht. Manchmal kommt es darauf an, woher die Anbieter der Ladesäulen Apps und die Websites mit Stromtankstellen-Suche ihre Daten beziehen. Das dritte Kriterium wäre die Vollständigkeit hinsichtlich der Mitbewerber. Auch hier lohnt es sich ggf. unterschiedliche Dienste und Apps zu testen, wenn bei der ersten Suche keine Möglichkeit zum Stromtanken im gewünschten Umkreis gefunden wurde.

Ladesäulen Apps

Plugfinder (iPhone, iPad, Windows Phone und Webbrowser)

Chargemap (iPhone, Android, mobiloptimierte Webseite und Webbrowser)

– LEMnet.org (iPhone, Android, Webbrowser und Download für Navigationsgeräte TomTom, Garmin, GPX)

– The New Motion (nur mit Ladekarte!) (Apps: iPhone, Android und mobil optimierter Webbrowser)

Intercharge (App inklusive QR-Scan zur Abrechnung, demnächst mit Karte auf der Webseite)

Webseiten mit Stromtankstellen-Finder und Routenplaner:

Going Electric (Übersichtskarte mit vielen Details und Angabe der Stecker) sowie einem Routenplaner

Stromtankstellen.eu (Übersichtskarte für Deutschland, Österreich und Schweiz)

Chargr (Übersichtskarte Europa)

Einige Navigationsgeräte von Elektro-Autos haben inzwischen Komfortfunktionen, um die nächste Stromtankstelle zu finden. Meistens ist dort aber auch nur eine eingeschränkte Auswahl verfügbar und wenn länger kein Kartenupdate erfolgte, die Suche nicht sehr ergebnisreich bzw. veraltet. Portable Navigationsysteme bieten kostenfreie oder kostenpflichtige Updates an, die Sie regelmäßig anwenden sollten.

Stromtankstellen von Energiedienst

Energiedienst möchte die Verbreitung von Elektrofahrzeugen fördern. Bis auf weiteres tanken Sie kostenlos Ökostrom* an allen Stromtankstellen, die Energiedienst betreibt. Somit entfällt die Angabe der möglichen Zahlungsarten. Lediglich eine einmalige Anmeldung ist vorher nötig.

*Seit dem 1. Juli 2015 ist das Laden an den Stromtankstellen von Energiedienst nicht mehr kostenlos. Die Preise finden Sie hier.

Kontakt per Telefon +49 7623 92-1822 oder Fax: +49 7623 92-511823, sowie per E-Mail: stromtankstellen@energiedienst.de.


Stromtankstellen Karte im neuen Fenster öffnen

Förderung der Elektromobilität in Südbaden: Die Initiative Zukunftsmobilität möchte erreichen, dass die Ladesäulen höchstens eine Akkuladung voneinander entfernt sind. Energiedienst ist – neben Unternehmen aus der Tourismusbranche und Industrie – Projektpartner und Dienstleister.

 

Ladesäule Küssaberg

Die Energiedienst-Ladesäule in Küssaberg…

Eröffnung Ladesäule Küssaberg

… wurde Ende September 2014 eröffnet. Das Netz wird kontinuierlich erweitert.

Bezahlmöglichkeit bei anderen Stromtankstellen

Gibt es einen Bezahl-Standard? Weit gefehlt, denn jeder kommerzielle Anbieter kocht noch sein eigenes Stromsüppchen. Viele Anbieter haben eigene Systeme zur Abrechnung. Einige erlauben die Abbuchung über den Mobilfunkbetreiber, andere haben Kundenkarten, die sie ausgeben, weitere möchten eine Erlaubnis zum Lastschrifteinzug vor dem Stromtanken bekommen.

Die Freischaltung der Strom-Ladesäulen ist zum heutigen Zeitpunkt noch unübersichtlich und teilweise kompliziert gestaltet. Das liegt auch daran, dass das “Mobile Bezahlen” generell noch keinen akzeptablen Standard bietet. Die Begleichung der Stromtankrechnung per App ist teilweise möglich, doch in der Regel muss man sich zuvor registrieren und sollte sich immer die Konditionen genauer ansehen. Relativ neu sind verschiedene Anbietern von Apps, die keine Ladesäulen betreiben, aber den Bezahlvorgang von unterschiedlichen Anbietern unter einen Hut bringen.

Resultat: Im Moment sind Portemonnaie und Mobiltelefon vollgestopft mit Sammlungen an Ladekarten und unterschiedlichen Apps. Nutzen Sie Ihr Elektrofahrzeug nur im nahen Umfeld und Stadtverkehr, mag es noch gehen, doch sobald Sie eine längere Reise planen, wird es fast schon chaotisch, mindestens aber unübersichtlich.

Fazit zu Stromtankstellen / Ladesäulen:

Man muss immer noch weit voraus planen, wenn man unterwegs Strom nachladen möchte, doch so langsam kommt etwas mehr Schwung hinein. Ganz sicher ist man jedoch nie, dass die gefundene Ladesäule auch frei ist, nicht zugeparkt, zum vorhandenen Kartenstapel oder der App-Sammlung passt. Wenn es ganz blöd läuft, dann ist die Stromtankstelle vielleicht noch defekt – temporär oder ganz und gar außer Betrieb. Auch das kann leider passieren. Hoffentlich ist dann die nächste Ladesäule nicht weit.

Gute Fahrt – immer mit reichlich Strom unter dem Deckel – an alle Elektromobilisten und die, die es werden möchten. Und dran denken: Elektroautos immer mit Ökostrom betanken, sonst hilft es nicht beim Klimaschutz.

Grafik Typ2, Quelle: Public Domain via Wikimedia Commons
Fotos: Nicole Y. Männl / Energiedienst (Stromtankstelle Küssaberg)

Nicole Y. Jodeleit ist Gastautorin im Energiedienst-Blog. Sie ist Freiberuflerin (Beratung und Kommunikation) sowie Bloggerin auf https://Auto-Diva.de, sie fährt am liebsten E-Auto und interessiert sich für technische Innovationen und Zukunftstechnologien.

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