Wer bis 2025 ein E-Auto kauft, kann den Umweltbonus kassieren. Wie hoch sind die beim Autogipfel 2019 vereinbarten Zuschüsse? Nils Hoesch ist Spezialist für Elektromobilität bei Energiedienst und erklärt’s mir bei einer Fahrt im Renault ZOE.

Im Vergleich zu Benziner oder Diesel punktet ein E-Auto mit niedrigeren Unterhaltskosten. Allerdings kommen zum hohen Kaufpreis Kosten für Stromleitung, Steckdose und Wallbox fürs Laden in der eigenen Garage hinzu. Nils Hoesch ist Leiter Elektromobilität bei Energiedienst und kennt sich mit Fördermitteln für Stromer und Ladezubehör aus, insbesondere dem Umweltbonus. Bei einer Fahrt im Renault ZOE erklärt er mir Details.

E-Auto fahren mit Umweltbonus

Bei einer Fahrt im Renault ZOE erklärt mir Elektromobilitäts-Experte Nils Hoesch die Details des Umweltbonus, den der Autogipfel im Herbst 2019 verlängerte. (Foto: Energiedienst)

 

Nils, was wird mit dem Umweltbonus bezuschusst?

Den Zuschuss gibt`s vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) für reine Elektro- und Brennstoffzellenautos mit einem Netto-Listenpreis von bis zu 40.000 Euro: Von dem Preis können 6.000 Euro gefördert werden. Bei Fahrzeugen mit einem Basis-Listenpreis über 40.000 Euro, maximal 65.000 Euro, erhalten die Käufer eine Förderung von 5.000 Euro. Wer sich einen Plug-in-Hybrid bis zu 40.000 Euro zulegt, darf mit 4.500 Euro rechnen. Beträgt der Netto-Preis zwischen 40.000 und 65.000 Euro, ist die Höhe der Förderung 3.750 Euro. Viele Zahlen, was? (Nils lacht)

Bundesregierung beschließt Umweltbonus für E-Autos

Spitzentreffen im Kanzleramt: die Beschlüsse zur Zukunft der Mobilität. Schaubild: Bundesregierung

 

Werden alle Modelle gefördert?

Nein, entscheidend ist der Preis. Es gibt nur Förderungen für Elektro- und Brennstoffzellenautos sowie Plug-in-Hybride, deren Netto-Listenpreis fürs Basismodell 65.000 Euro nicht übersteigt. Dazu zählt zum Beispiel der Renault ZOE , in dem wir gerade fahren. Der Nissan Leaf und der i3s von BMW stehen auf der Liste, ebenso das Model 3 von Tesla und andere.
Für die teureren Autos wie zum Beispiel einen e-tron quatro von Audi oder einen Jaguar I-Pace gibt’s keinen Umweltbonus. Auf der Website des BAFA findest Du eine Übersicht der förderfähigen Modelle.

Umweltbonus für E-Autos

Eine Liste der förderfähigen Modelle (Elektro- und Brennstoffzellenautos sowie Plug-in-Hybride) veröffentlicht das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Internet. (Foto: AdobeStock / Ingo Bartussek)

 

Wer bekommt die Umweltprämie aus dem Autogipfel?

Die Prämie bekommen Privatpersonen und Unternehmen, Vereine, Körperschaften oder Stiftungen, sofern das Neufahrzeug auf sie zugelassen wird. Geld gibt es, solange der Fördertopf gefüllt ist, einen Rechtsanspruch hast Du nicht. Die von Industrie und Politik beim Autogipfel 2019 bereitgestellte Summe soll die Anschaffung von 650.000 bis 700.000 Elektrofahrzeugen fördern. Für fast neue Gebrauchtwagen erhalten Käufer beim Zweitverkauf unter bestimmten Bedingungen einen Zuschuss. Infos für diese Einzelfälle erteilt das BAFA. Bekommst Du den Umweltbonus dann, musst Du den neuen Stromer mindestens sechs Monate fahren.

 

Nils, wie beantrage ich den Umweltbonus?

Das ist einfach: Du füllst auf der Website des BAFA ein elektronisches Formular aus und lädst im Upload-Bereich die Rechnung, den Kauf- oder den Leasingvertrag hoch. Nach dem Eingang bekommst Du eine E-Mail. Dann prüft das BAFA Deinen Antrag. Ist alles o.k., erhältst Du eine Überweisung auf Dein Konto. Für die Beantragung gibt es eine praktische Checkliste zum Download. Die neue Regelung soll so schnell wie möglich in Kraft treten, die Prüfung der EU-Kommission läuft aktuell (Stand 14. Januar 2020). (Update: Die neuen Regelungen sind seit 19.02.2020 in Kraft).

E-Mobilitätsexperte erklärt den Renault ZOE und die Förderung

Einfach erklärt: Nils kennt sich mit der Bedienung des ZOE aus und mit der Umweltprämie, die Bundesregierung und Autoindustrie beim Autogipfel 2019 vereinbarten. (Foto: Energiedienst)

 

Gibt es neben der Prämie beim Neuwagen-Kauf noch andere finanzielle Anreize?

Ja, die gibt es, zum Beispiel bei der Kfz-Steuer: Ab dem Tag der Erstzulassung bleiben die genannten Fahrzeuge zehn Jahre Kfz-steuerfrei. Und: Wer einen Elektro-Dienstwagen fährt, versteuert nur 0,5 Prozent des Listenpreises pauschal pro Monat statt ein Prozent. Für reine Stromer bis 40.000 Euro gilt seit dem 1.1.2020 ein Prozentsatz von 0,25 Prozent.

 

Das E-Auto möchte ich ja zu Hause laden. Ist das kompliziert? Und gibt es Zuschüsse für meine private Lademöglichkeit?

Das ist ganz einfach. Und ja, es gibt Zuschüsse, aber eine einheitliche Regelung fehlt.

Energiedienst bietet eine Aktion, bei der wir eine Wallbox für Zuhause mit bis zu 450 Euro bezuschussen. Wie Du Dir die Vorteile für Anschaffung und Installation Deiner eigenen Ladestation sichern kannst, erfährst Du auf https://www.naturenergie.de/kampagnen/wallbox

Unterwegs nutzt Du einfach eine unserer zahlreichen NaturEnergie-Ladesäulen in Südbaden, an denen E-Autos Ökostrom aus Wasserkraft tanken.

Auch einige Bundesländer und Kommunen bezuschussen den Kauf einer Wallbox. Da musst Du Dir die Mühe machen, nachzufragen. Ein Tipp: Die KfW-Bank hat ein Förderprogramm (KfW 430), bei dem bei der Sanierung eines Hauses oder bei Einzelmaßnahmen auch Ladestationen für Elektrofahrzeuge bezuschusst werden.

E-Mobilitätsexperte empfiehlt eigene Wallbox für zu Hause.

Auch zu Hause laden: Nils Hoesch rät zur eigenen Wallbox in Carport oder Garage. Foto: Energiedienst

 

Wo bekomme ich die passende Wallbox für meine Garage?

Die passende Wallbox bekommst Du bei meinen Kollegen: Energiedienst bietet verschiedene Modelle an, die Du entweder nur privat nutzt oder auch anderen Elektromobilisten gegen Bezahlung zum Laden zur Verfügung stellst. Außerdem koppelt unser PV-Team gerne Deine neue PV-Anlage mit Deiner Wallbox. Alle Infos dazu findest Du im Internet oder Du rufst an: 07623 92-1275.

Wir rollen mit dem ZOE nahezu lautlos wieder auf den Parkplatz, stellen unseren Stromer ab und „verkabeln“ das E-Auto mit der Ladesäule. Mit dem Umweltbonus soll der Ausstoß von Kohlendioxid verringert werden, um den Klimawandel einzudämmen. Um die Vorgaben aus dem Pariser Klimaschutzabkommen im Verkehrssektor zu erreichen, sollen bis 2030 zwischen sieben und zehn Millionen E-Autos in Deutschland zugelassen sein.

 

Ich stelle Nils eine letzte Frage: „Denkst Du, das ist zu schaffen?“.

Er zögert nicht lang und antwortet: „Wenn alle mitmachen“.

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