Seit gut einem Jahr gibt es jetzt den Umweltbonus für Elektroautos und Plug-In-Hybriden. Der große Ansturm auf den Bonus blieb bisher aus. Dabei ist er ein gutes Argument mehr für die persönliche Mobilitätswende.

Jahrelang haben Wirtschaft und Politik über eine mögliche Kaufprämie für Elektroautos diskutiert. Während andere Länder schon mehrere Jahre mit Prämien, signifikanten Steuervergünstigungen oder anderen Vorteilen ihren Bürgern das Elektroauto schmackhaft gemacht haben, hat es in Deutschland bis Juli 2016 gedauert.

Der Umweltbonus – so sein offizieller Name – senkt den Preis für ein rein elektrisches Auto um 4.000 Euro. Bei Autos mit Verbrennungsmotor und einer Batterie, die an einer Steckdose aufgeladen werden kann, sogenannten Plug-In-Hybride, beträgt der Bonus 3.000 Euro. Außerdem bekommen Brennstoffzellenfahrzeuge ebenfalls eine Förderung von 4.000 Euro.

Von Smart bis StreetScooter

Renault ZOE R90 Front

Renault ZOE R90

So gibt es für eine Renault ZOE – ein rein elektrischer Pkw – 4.000 Euro Prämie. Ebenfalls für den elektrischen Transporter StreetScooter. Keine Förderung vom Bund gibt es dagegen für Elektroroller oder den Renault Twizy, da dieser als Quad zugelassen ist. Außerdem sind Fahrzeuge, die in der Basisausstattung einen Listenpreis über 60.000 Euro haben von der Förderung ausgeschlossen. So gibt es auch für einen Porsche Panamera Plug-In-Hybrid oder ein Tesla Model X keine Förderung vom Staat. Eine Liste alle förderfähigen Fahrzeuge gibt es beim BAFA immer aktuell abzurufen.

Antrag auf Erteilung eines Antragsformulars

Gebäude Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA)

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA), Foto: © BAFA/Michael Rostek

Der Antrag auf den Umweltbonus lässt sich komplett online abwickeln. Es braucht also nicht unzählige Formulare und lange Wartezeiten auf Behördenfluren, um die Förderung für das neue Auto zu bekommen. Damit es aber reibungslos geht, sollte man sich an ein paar Vorgaben des BAFA halten.

  • Der Bund fördert nur Fahrzeuge, die auch auf der aktuellen BAFA-Liste stehen.
  • Es muss sich um ein neues, noch nicht zugelassenes Fahrzeug handeln.
  • Auf dem Kaufvertrag muss der Hersteller den Herstelleranteil des Umweltbonus deutlich ausweisen. Bei reinen Batteriefahrzeugen 2.000 Euro, bei Plug-In-Hybriden 1.500 Euro. Beim Leasing muss der Hersteller mit einer Vergleichsrate ohne Umweltbonus nachweisen, dass er seinen Anteil am Bonus geleistet hat.
  • Das Fahrzeug muss nach dem 18. Mai 2016 gekauft oder geleast worden sein.
  • Das Fahrzeug muss mindestens sechs Monate in Deutschland auf den Antragsteller zugelassen sein.

Der Abwicklung erfolgt in einem zweistufigen Verfahren über ein Online-Portal. Hier gibt es ein Formular für die persönlichen Daten und die Fahrzeugdaten. Außerdem muss man den eingescannten Kauf- oder Leasingvertrag hochladen. Dabei sollte der eingescannte Vertrag gut lesbar und komplett sein. So kommt es nicht zu Rückfragen oder Verzögerungen.

Das BAFA prüft die Daten und schickt einen Zuwendungsbescheid. Jetzt sind neun Monate Zeit, um das Fahrzeug zuzulassen. Hier könnten lange Lieferzeiten eine Stolperfalle sein. Im Pkw-Bereich liegen die Lieferzeiten bei allen Fahrzeugen aber deutlich unter neun Monaten.

Die zweite Stufe beinhaltet das Wortungetüm „elektronisches Verwendungsnachweisverfahren“. Das bedeutet nichts anderes, dass der oder die Käuferin nachweisen müssen, tatsächlich das Fahrzeug selbst übergeben bekommen und zugelassen zu haben. Dann prüft die BAFA diesen Nachweis erneut und zahlt dann den Bonus auf das Konto aus.

Umweltbonus auch für Vereine und Gewerbe

Der Umweltbonus gilt nicht nur für Privatpersonen. Neben Unternehmen kommen auch Stiftungen, Körperschaften, Vereine und kommunale Einrichtungen in den Genuss der Kaufförderung. Dabei ist darauf zu achten, dass der Umweltbonus des Bundes eventuell nicht mit anderen kommunalen oder Landesförderungen für Gewerbetreibende kombinierbar ist. So ist derzeit das Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg für elektrische Taxi- oder Fahrschulfahrzeuge nicht mit dem Umweltbonus kombinierbar. Hier braucht es dann den Taschenrechner, um herauszufinden, welche Förderung sich mehr lohnt. Dabei ist es wichtig, diese Fragen vor Abschluss des Kauf- oder Leasingvertrages zu klären, um die jeweiligen Förderbedingungen zu erfüllen.

Lohnt sich das?

Viele Elektroautos sind in der Anschaffung zwar noch teurer, als vergleichbare Autos mit Verbrennungsmotor, doch über ihre Lebenszeit machen die meisten diesen Unterschied wieder wett, beziehungsweise sind am Ende sogar deutlich günstiger als ein Verbrenner. Pauschale Aussagen darüber sind eigentlich unmöglich, weil so viele individuelle Faktoren in die Nutzung eines Fahrzeuges reinspielen.

Es lässt sich aber sagen, dass ein Elektroauto sowohl im Unterhalt, als auch im Betrieb deutlich günstiger ist. Viele aufwendige Teile gibt es schlicht beim Elektroauto nicht. Kein Ölwechsel, keine Zündkerzen, kein Auspuff, der durchrosten kann. Eine Renault ZOE braucht auf 100 Kilometer etwa Strom für 4,50 EUR. Und der Fahrkomfort eines Elektroautos ist sowieso unbezahlbar.

Preise vergleichen

Neben dem Umweltbonus fördern auch manche Hersteller den Verkauf von Elektrofahrzeugen. Renault und Nissan legen fest 1.000 Euro Rabatt auf die staatliche Prämie drauf. Hyundai gewährt für den ioniq electric teilweise zusätzlich saftige Händlerrabatte. Hier lohnt es sich daher Angebote von mehreren Händlern einzuholen. Seit einigen Monaten steht auch die Luxuslimousine Tesla Model S auf der offiziellen BAFA-Liste. Das sogenannte Tesla Model S Base ist von der Ausstattung so abgespeckt, dass der Basispreis unter die geforderten 60.000 Euro rutscht. Mit einem Referral-Code von jemanden, der schon einen Tesla hat, gibt es nochmal 1.000 Euro Preisnachlass.

Windhundrennen

Der Umweltbonus gilt noch bis zum 30. Juni 2019. Sollten vorher die eingeplanten 1,2 Milliarden Euro Bonus ausgezahlt sein, ist schon vorher Schluss. Das Geld reicht je nach Verteilung auf Batterieautos und Plug-In-Hybride für 300.000 bis 400.000 Fahrzeuge. Bis Ende Juni 2017 gingen beim BAFA insgesamt 23.024 Anträge ein. Mit 13.083 gab es die meisten Anträge für reine Elektroautos. 9.937 Anträge für Plug-In-Hybriden und 4 für Wasserstofffahrzeuge.

Die Zahlen sind also noch auf einem niedrigen Niveau. Baden-Württemberg liegt dafür an der Spitze. Zwar hat Bayern insgesamt mit 5.147 Anträgen mehr als der Südwesten mit 4.566, legt man die Zahlen aber auf die Bevölkerung um, gab es in Baden-Württemberg die meisten Anträge pro Kopf.

Der genaue Blick auf die Zahlen verrät, dass der Umweltbonus in Bundesländern mit guter Ladeinfrastruktur besser angenommen wird. Baden-Württemberg geht beim Ausbau voran. So finden sich lokal im Schwarzwald viele Ladestationen. Im Südschwarzwald vor allem von Energiedienst. Zudem gibt es in Baden-Württemberg schon heute an jeder Autobahnraststätte Schnellladestationen, an denen die meisten Elektroautos in 30 Minuten wieder aufgeladen sind.

 

Elektromobilität von Energiedienst:

Um die Elektromobilität selbst kennen zu lernen und in Ihrem Alltag zu testen, bietet Ihnen Energiedienst die Möglichkeit, einen Renault Zoe für ein halbes Jahr zu mieten. Danach entscheiden Sie, wie es weitergeht und ob Sie das Fahrzeug weitermieten oder einfach zurückgeben möchten. Auch der Kauf eines Elektrofahrzeuges ist möglich. Natürlich profitieren Sie auch von dem Umweltbonus, der in alle unsere Angebote eingerechnet ist. Um die Antragsstellung kümmern wir uns für Sie. Das Mietangebot enthält Batteriemiete, Vollkaskoversicherung, Wartung, Service und Reparatur. Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.naturenergie.de/my-e-nergy/elektromobilitaet

 

Weiterführender Link:

Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA): Elektromobilität

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