Die Energiewendetage in Baden Württemberg wollen mit Veranstaltungen, Projekten und Aktionen das Nachdenken über den Umgang mit Energie fördern. Zahlreiche Umdenker sorgen mit ihrem Engagement vor Ort dafür, dass die Themen lebendig bleiben. Die Energiewendetage finden immer in der dritten Septemberwoche statt, und das schon seit zehn Jahren.

Was braucht’s für die urbane Mobilität von morgen?

Eine Veranstaltung innerhalb der Reihe sind die Urban Mobility Talks, die von der Stiftung Energie & Klimaschutz Baden-Württemberg und dem Energiewende-Blog „Dialog. Energie. Zukunft“ (EnBW) veranstaltet werden. Die Fragestellung der Veranstaltung lautete in diesem Jahr: Wo steht die Entwicklung der Mobilität und welche Veränderungen in der Technik sind nötig? Wie entwickelt sich die digitale Welt und unser Denken hinsichtlich der urbanen Mobilität?

Aussicht Urban Mobility Talks 2016

Der Inhalt war auf genau so hohem Niveau wie der Veranstaltungsort:

Im neunten Stock des Stuttgarter Turmforums am Hauptbahnhof versammelten sich interessierte Menschen zum Diskutieren und Austausch. Ich traf auf engagierte Veranstalter und mitten unter uns beispielsweise eine Landesvorsitzende der Grünen, Lena Christin Schwelling. Oder Adele Gutstein von car2go.

Hubertus Grass, Moderator des EnBW-Dialog-Blogs, begrüßte die Teilnehmer.

Mobilität war auch schon das erste Stichwort bei der Reiseplanung zur Veranstaltung.

Denn Stuttgart sperrte aufgrund einer Großdemo gegen die Freihandelsabkommen TTIP und Ceta etliche Straßen.

Man kam am Samstag nur mit Bus und Bahn problemlos in die City.

Urban Mobility Talks 2016
Urban Mobility Talks 2016, Hubertus Grass

Vortrag zur urbanen Mobilität von morgen

Aus dem zentralen Vortrag bei der Veranstaltung möchte ich etwas mehr erzählen, denn es geht es um die Mobilität. Und Elektromobilität ist doch mein liebstes Thema.

Mobilitätsexperte Dr. Oliver Greiner präsentierte seine Kernthese:

„Aus der Mobilität erwächst in Deutschland ein neuer Milliardenmarkt, wenn es gelingt, durch ein neues Mobilitätsversprechen ein Substitut für den Besitz privater Pkw zu schaffen.“

Urban Mobility Talks 2016, Status New-Mobility-Tacho
Urban Mobility Talks 2016, Kernthese der Keynote

Status „New-Mobility-Tacho“

Die Frage, die uns alle interessiert:

Werden bis 2020 alternative Mobilitätskonzepte den Motorisierungsgrad reduzieren? Dr. Greiner wagte den Blick in die Zukunft der Mobilität anhand einer Grafik, dem „New-Mobility-Tacho“.

Dr. Greiner war überzeugt, dass die Zahl der PKW je 1000 Einwohner im Jahre 2015 mit 555 am höchsten war und sie im Jahre 2020 wieder auf das Niveau von 2010 sinken könnte (515 Pkw). Letzteres sei zum jetzigen Zeitpunkt allerdings nicht sicher.

Dr. Greiner sprach über Märkte, Kosten, Nachfrage und Reichweiten. Für 2020 wünscht er sich eine Reichweite der Elektro-Autos von 500 Kilometern. Auch auf die Energiedichte der Batterien ging er ein und stellte fest, dass die Entwicklung da „momentan“ noch nicht so gut aussieht. Da sind also noch ein paar Hausaufgaben zu erledigen. Auch die Anzahl der Ladestationen ist vom gesetzten Zielwert (70.000) noch sehr weit entfernt. Laut Statista existierten im Sommer 2016 in Deutschland ca. 5.000 Ladestationen mit ca. 15.000 Anschlüssen.

Die Anschaffungskosten für ein E-Auto müssen und werden laut Dr. Greiner weiter sinken. Denn ein teures E-Auto ist nicht besonders attraktiv, wenn man den Benzin-Bruder für einen wesentlich geringeren Preis kaufen kann. Seine These: Ein E-Auto darf um die 10% mehr kosten als ein vergleichbares Verbrennerfahrzeug.

Mehr Details und weitere Informationen findet man im Fakten-Check Mobilität 3.0.

Fazit zu den Urban Mobility Talks 2016

Die Emotionalität bei der Elektromobilität und Mobilitätskonzepten kommt aktuell zu kurz. Ständig ruft jemand „Reichweite“ und dämpft die Stimmung. Die gesamte Mobilität muss viel besser vernetzt sein. Ob und wann ein Wertewandel dazu führt, dass Carsharing so beliebt und genutzt wird wie beispielsweise der Ferienwohnungsmarkt (AirBnB-Modell) und massentauglich wird, blieb offen. Die Mobilität von morgen wird kommen, daran besteht keinerlei Zweifel, aber ganz klar vorhersagen kann man einige Eckpunkte noch nicht.

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