Über ein 5 Millimeter großes Loch in einer Wasserleitung entweichen pro Jahr rund 11.700 Kubikmeter Wasser. Wie Lukas Hermann solche Schäden aufspürt.

„Bei einem Rohrbruch oder einem Leck in der Leitung muss schnell gehandelt werden“, weiß Lukas Hermann, Servicetechniker für Wasserleck- und Leitungsortung. „Unser Ziel ist es, Wasserverluste so gering wie möglich zu halten“. Lukas Hermann ist neu im Team der ED Netze GmbH. Unlängst hat er sein Büro im alten Wärterhäuschen des Kraftwerks Wyhlen bezogen und sich mit dem Trinkwassernetz in der Region vertraut gemacht. Trinkwasserverteilungsanlagen altern, werden stark beansprucht und sind zahlreichen Einflüssen ausgesetzt, wie etwa Erschütterungen und Bodenbewegungen. Dadurch kommt es zu Abnutzungen und Undichtigkeiten in den Trinkwassernetzen. „In den 1970er Jahren wurden Gussleitungen verlegt, die sich nicht mit den Böden vertrugen“, erklärt Lukas Hermann. Dazu kommen Planungs- und Verlegefehler, beispielsweise die Wahl falscher Materialien, zu hohe Versorgungsdrücke, fehlerhafte Rohrbettungen, falsch ausgeführte Rohrverbindungen und Transportschäden.

 

Hohe Nachtverbräuche weisen auf Leckage hin

Meist werden Rohrbrüche und Leckagen in erdverlegten Rohrnetzen bei der Kontrolle der Nachtverbräuche durch den zuständigen Wassermeister entdeckt. Nachts ist der Wasserverbrauch in der Regel konstant niedrig, starke Abweichungen können auf einen Schaden hinweisen und lösen weitere Untersuchungen aus. Dies ist notwendig, da selbst aus kleinen Leckstellen über einen längeren Zeitraum große Wassermengen austreten. Über ein Loch mit einem Durchmesser von lediglich 5 Millimetern entweichen bei einem Druck von 5 bar in einem Jahr rund 11.700 Kubikmeter Wasser, das entspricht dem Jahresverbrauch von 260 Personen bei einem Pro-Kopf-Verbrauch von 123 Litern (2017). Für die Lokalisierung der Leckstellen stehen verschiedene Methoden zur Verfügung. Lukas Hermann setzt im Wesentlichen auf zwei Techniken: das elektro-akustische Verfahren und die Korrelationsmethode. Strömt Wasser unter Druck entlang einer Kante, entsteht ein charakteristisches Geräusch. Beide Techniken nutzen dieses Geräusch zur Verortung der Schadstelle.

 

Charakteristische Geräusche helfen bei der Ortung

Beim elektro-akustischen Verfahren werden die Leckgeräusche mit einem hochempfindlichen Mikrophon aufgespürt. Dazu hört Lukas Hermann die Rohrleitungen an Hydranten, Armaturen und Hausanschlüssen mit einem Horchstab ab, um den Schadensbereich einzugrenzen. Die genaue Lokalisierung des Schadens erfolgt schließlich mit Hilfe eines Bodenmikrofons. Bei metallischen Rohren funktioniert dieses Verfahren sehr gut, da sie den Schall gut leiten. „Schwieriger wird es bei Kunststoffrohren“, erklärt Lukas Hermann.

Bei der Wasserleckortung nutzt Lukas Herrmann einen Horchstab.

Lukas Hermann ortet Lecks in Wasserleitungen mit einem Horchstab. (Bild: Energiedienst / Juri Junkov)

Auch die Korrelationsmethode verwendet die Leckgeräusche zur Ortung der Leckage. Betrachtet werden die Schallschwingungen, die sich von der Schadstelle entlang der Rohrleitung in beide Richtungen fortbewegen. Ein Mikrofon vor und ein Mikrofon nach der Schadstelle erfassen den Schall und ein Rechner, der Korrelator, bestimmt aus dem Laufzeitunterschied der Schallwellen die Lage der Leckage. Dazu müssen die Art der Leitung, die Leitungslänge und die Schallgeschwindigkeiten in den verwendeten Materialien bekannt sein. „Wenn wir alle Parameter haben, machen wir eine Punktlandung“, sagt Lukas Hermann. Das Verfahren ist unabhängig von störenden Umweltgeräuschen und Störgeräusche, die nur von einem Mikrofon erfasst werden, haben keinen Einfluss auf das Messergebnis. Allerdings muss die Leckage bereits grob geortet sein.

Wasserlecks ortet Lukas Hermann mit dem Einsatzfahrzeug

Lukas Hermann füttert den Korrelator in seinem Einsatzfahrzeug mit den notwendigen Parametern, um die Leckage möglichst punktgenau zu orten. (Bild: Energiedienst / Juri Junkov)

„Um einen Hausanschluss einzumessen, benötigen wir meist nicht länger als 1 bis 2 Stunden“, erklärt Lukas Hermann. Muss jedoch eine ganze Zone abgehört werden, wie etwa Wyhlen mit 4.000 bis 5.000 Einwohnern, kann das auch 3 bis 5 Tage dauern.

 

Auch Wasserleitungen müssen gelegentlich geortet werden

Lukas Hermann und seine Kollegen orten nicht nur Leckagen sondern bei Bedarf auch den Verlauf der Leitungen. Nicht immer ist bekannt, wo genau die Wasserleitungen vor Jahrzehnten verlegt wurden. „Das funktioniert nur bei metallischen Leitungen“, sagt Lukas Hermann. Diese werden an einer zugänglichen Stelle mit einem Magnetfeld besendet, das mit einem Ortungsgerät aufgespürt werden kann. „Manchmal sind wir auch mit Metallsuchgeräten unterwegs und spüren vergrabene Schieber auf.“ Wasserverluste verursachen Kosten, die sich auf den Wasserpreis auswirken. Schäden und Leckstellen an Leitungen sollten daher zügig ermittelt werden. Gemeinden, die ihre Wasserverluste nachhaltig senken möchten, schließen einen Wartungsvertrag ab. Ihr Ansprechpartner: Lukas Hermann, Servicetechniker für Wasserleck- und Leitungsortung, Lukas.Hermann@ednetze.de, Telefon: 07623 92-3110, Mobiltelefon: 0160 5397120 Weitere Infos auf www.ednetze.de

Blogbeiträge per E-Mail

Sie interessiern sich für Themen rund um regenerative Energie? Gern senden wir Ihnen neue Beiträge im Energiedienst Blog per E-Mail. Selbstverständlich ist das kostenlos und unverbindlich. Ihre Daten werden zu keinem anderen Zweck verwendet. Den Newsletter können Sie jederzeit wieder abbestellen, wenn Sie es sich anders überlegen sollten.

Ich möchte Blogbeiträge per E-Mail abonnieren und habe die Datenschutzhinweise (Abschnitt "Newsletter") gelesen. Den Newsletter kann ich jederzeit wieder abbestellen, entweder direkt im Newsletter oder per Brief, Telefon, Fax oder E-Mail.

 

Erhalten Sie neue Blogbeiträge per E-Mail! Hier geht es zum Bestellformular.